Zusammen mit Hund Leo reist Familie Weckesser drei Monate durch Europa. Wenn die Familie in Thailand und Australien ist, wird er von Freunden versorgt.
Zusammen mit Hund Leo reist Familie Weckesser drei Monate durch Europa. Wenn die Familie in Thailand und Australien ist, wird er von Freunden versorgt. | Foto: Müller

Unterwegs mit Kind und Hund

Freiolsheimer Familie geht auf Weltreise

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Der Wohnwagen ist schon gebucht, Familie Weckesser steht in den Startlöchern. Im August soll es losgehen, auf Weltreise. „Das wird ein Familienabenteuer mit vielen Facetten“, erklärt Nadine Weckesser. Die 37-Jährige reist schon immer gerne, nun soll es mit Familie auf große Tour gehen. Gut sechs Monate werden die Weckessers auf Reisen sein, von Anfang August bis in den Februar hinein. Auf dem Programm stehen Skandinavien und Südeuropa für die ersten drei Monate, danach vermutlich Thailand und schließlich ein Flug nach Australien.

Ganz sicher ist das aber alles noch nicht. „Es wäre quatsch, aufzubrechen, wenn es uns an einem Ort gut gefällt“, meint Matthias Weckesser. Der 46-Jährige will vor allem die Freiheit genießen. So frei man auf Reisen eben sein kann, mit Job, drei Kindern und einem Hund.

Schulunterricht im Wohnwagen

„Wir werden unsere Kinder während der Zeit selbst unterrichten“, erklärt er. Schulbücher und Lehrpläne werden mit eingepackt. Im Wohnwagen soll es für die elfjährige Lara ebenso Unterricht geben wie für die achtjährige Maja. Sogar für Vorschulkind Noah sind Lerneinheiten geplant. „Drei Schüler und zwei Lehrer, das Betreuungsverhältnis ist gut“, scherzt Matthias Weckesser. Er ist zuversichtlich, dass seine Töchter den Anschluss in der Schule halten können.

Sie lernen andere Kulturen und Sprachen kennen.

Lara, die nach dem Sommer eigentlich die sechste Klasse am Goethe-Gymnasium Gaggenau besuchen würde, freut sich schon sehr auf die Reise, auch wenn der Abschied von ihren Freunden ein bisschen schwer fiel. Aber ihr und ihren Geschwistern werden sich viele Möglichkeiten auf dieser Reise bieten, sind sich die Eltern sicher. „Sie lernen andere Kulturen und Sprachen kennen“, sagt Matthias Weckesser.

Weltreise mit Spracheffekt

Auch Lara ist überzeugt, dass sie beispielsweise den Englischunterricht ihrer Eltern gar nicht so sehr nötig haben wird, da sie in den fremden Ländern auf dieser Sprache kommunizieren wird. Sie hat bereits einen Plan ausgetüftelt, wann es wohin gehen soll und weiß genau Bescheid, welche Orte anderen Reiseberichten zufolge am schönsten sind.

Wir leben vegetarisch und versuchen, Wegwerfplastik zu vermeiden.

Die verschiedenen Zielorte hat die Familie vor allem danach ausgesucht, wo sie Gleichgesinnte treffen können. „Wir leben vegetarisch und versuchen, Wegwerfplastik zu vermeiden“, so Nadine Weckesser. Durch ihre eigenen Hühner wüssten sie beispielsweise, wie kostbar das Produkt Ei sei. Nachhaltigkeit spielt bei ihnen eine große Rolle. Allerdings seien sie nicht perfekt, ergänzt Matthias Weckesser in Hinblick etwa auf die geplanten Flüge nach Thailand und Australien. Sie wollen sich darum auf ihrer Reise mit anderen, ähnlich lebenden Familien austauschen und weiter dazu lernen, verrät Matthias Weckesser.

Arbeit im Koffer

Um die Reise zu finanzieren, will er im Wohnwagen arbeiten, ebenso wie seine Frau. „Das ist keine Urlaubsreise“, betont er. Nadine Weckesser baut gerade ein Online-Business auf, Matthias Weckesser ist als Berater tätig. Beides ließe sich mit Laptop und Internetanschluss überall ausüben, meint der gebürtige Karlsruher.

Australien und Thailand ohne Hund

Bisher hat die Familie noch nicht viel Übung mit Camping, aber bei einem Trip nach Paris mit Wohnwagen sammelten sie erste Erfahrungen. „Das hat super viel Spaß gemacht“, berichtet Lara. Hund Leo hat die Familie dabei begleitet. Das wird er auf der Reise durch Europa ebenfalls tun, nach Thailand und Australien kommt der zweijährige Rüde dagegen nicht mit. Matthias Weckesser zufolge wäre Flug und anschließende Quarantäne zu stressig für das Tier. Leo bleibt stattdessen bei Freunden.

Unsere Reise ist keine Flucht.

Die kümmern sich auch um das Haus der Familie, sodass die Weckessers mit neuen Eindrücken nach Freiolsheim in ihr vor zwei Jahren gebautes Haus zurückkehren können. „Unsere Reise ist keine Flucht, sondern eine Erweiterung des Horizonts“, betont Matthias Weckesser.

Kurz vor ihrer Reise im August wird die Familie einen Reiseblog starten. Interessierte können so ihre Abenteuer verfolgen.