Auch ein Käfig, so wie hier im Studio „New Bulldog Gym“ in Karlsruhe, ist im Box- und Kampfsportzentrum in Gaggenau-Ottenau vorgesehen. Dessen Eröffnung ist für November geplant. | Foto: Deck

Auch Kämpfe im Käfig möglich

Gaggenau erhält ein Box- und Kampfsportzentrum

Anzeige

Im November soll im Gaggenauer Stadtteil Ottenau auf rund 700 Quadratmeter Fläche ein Box- und Kampfsportzentrum eröffnen. „Es wird moderner als die früheren Boxbuden sein, ich nenne es einfach mal Boxen/Kampfsport 2.0“, sagt Steffen M. Beck im BNN-Gespräch. Die Arbeiten im Pionierweg im Gebäude des früheren Penny-Marktes (zuletzt war dort ein Fitnessstudio untergebracht) sind angelaufen.
Die baurechtliche Genehmigung für das künftige Box- und Kampfsportzentrum sei durch die vorherige Nutzung als Fitnessstudio bereits gegeben, sagen übereinstimmend Steffen Beck und Dieter Spannagel, Ordnungsamtsleiter der Stadt Gaggenau.

Name: „Fair fight sports Gaggenau“

Das Zentrum soll als eingetragener Verein geführt werden und den Namen „Fair fight sports Gaggenau“ erhalten. Steffen Beck wohnt in Bad Rotenfels, er arbeitet als Projektentwickler in der Immobilienbranche. Er wird gemeinsam mit Bratislav („Braco“) Tasic, der in Elchesheim wohnt, die Einrichtung leiten; letzterer firmiert dann als Sportchef und ist in der Szene unter anderem als Veranstalter der Malscher Fight Night bekannt. Bis zu zehn Mitarbeiter sollen den Betrieb im künftigen Kampfsportzentrum am Laufen halten.

Pläne auch für Außengelände

Pläne für eine punktuelle Nutzung gibt es auch für das mit rund 3 500 Quadratmetern sehr großzügige Außengelände im Pionierweg: Beck kann sich dort unter anderem Cross-Fit-Veranstaltungen mit einem Parcours vorstellen. Im Gebäudeinneren werde es einen Boxring geben, einen großzügigen Fitnessbereich unter anderem mit Boxsäcken und Hanteln – und einen Käfig für MMA-Sportler (MMA steht für Mixed Martial Arts, eine Kombination verschiedener Kampfsportarten wie Judo, Ringen, Bodenkampf und Kickboxen/Boxen).

Das Negativimage des Käfigs bekämpfen

Steffen Beck weiß um das Negativimage des Zweikampfs im Käfig, das vor allem auf die illegalen Kämpfe, etwa in den USA, zurückgeht. Er hält dagegen: Klare Regeln und gut ausgebildete Ringrichter seien das eine; hinzu kämen die Werte, die hinter dem Box- und Kampfsport stehen: Disziplin, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft, Teamgeist und der respektvolle Umgang miteinander. Die Käfigmaschen begrenzen (wie der Boxring auch) zum einen das Kampffeld, sie dienen aber auch dazu, die Wucht eines Sturzes oder Wurfes zumindest teilweise abzufedern.

„Gaggenauer Fight Nights“ ab 2018 ?

Stichwort MMA: Beck und Tasic planen ab 2018 auch „mindestens drei große Veranstaltungen jährlich“. Zu diesen Fight-Galas mit prominenten Kampfsportlern würden – wie in Malsch bei den Fight Nights – über 1 000 Zuschauer erwartet; erste Gespräche mit dem Rathaus Gaggenau über die Nutzung der Jakob-Scheuring-Halle habe es bereits gegeben.

Fitness auch ohne Kampf

In dem künftigen Kampfsportzentrums werden unter anderem Boxen, Kickboxen, MMA und Muah Thay (Thaiboxen) angeboten. Zielgruppen sind nach Becks Worten Kinder und Jugendliche genauso wie Erwachsene („ohne Altersgrenze nach oben“). Für Kinder ab vier Jahre, die Mama oder Papa begleiten, soll eine aktive Bewegungsmöglichkeit in der Halle geschaffen werden. Bei Jugendlichen sei oft auch das Selbstwertgefühl ein Thema. Beck: „Wir wollen ein Platz werden, in dem sich jeder wiederfinden kann.“ Generell gelte: Niemand muss in den Ring beziehungsweise in den Zweikampf, der es nicht möchte; das kontaktlose Boxen, also ohne Gegner, sei in puncto persönliche Fitness auch gut geeignet und werde oft praktiziert, ein Beispiel sei das von Frauen gerne gebuchte Skyboxen als moderne Fitnessvariante.

Mitgliedschaft im Bundesverband

Mit der Einrichtung des Box- und Kampfsportzentrums werde Gaggenau die Baden-Württemberg-Vertretung in der GAMMAF (German Amateur Mixed Martial Arts Federation e.V., Sitz in Berlin) erhalten, so Beck. Was auch bedeute, dass man Ausbildungsstützpunkt für Ringrichter und Jury sowie Ringärzte werde. Die GAMMAF setzt sich für eine bessere Akzeptanz des MMA-Sports in Deutschland ein – und dafür, zusammen mit dem Weltverband, dass MMA eine olympische Disziplin wird.