Der mobile Marktstand des Pfeiflehofs hat in Gaggenau-Oberweier zahlreiche Kunden. Gerade für Senioren sind solche Angebote wichtig. | Foto: Kocher

Kein Laden mehr vor Ort

Gaggenau-Oberweier: Lebensmittel-Lieferanten sind gefragt

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Immer mehr Einzelhandelsgeschäfte in kleineren Gemeinden schließen ihre Pforten, da sie sich für die Inhaber nicht mehr lohnen. Auch in Gaggenau gibt es mittlerweile einen Ortsteil, in dem kein einziges Geschäft mehr vorhanden ist: Oberweier. Betroffen sind insbesondere ältere Mitbürger, die über keinen fahrbaren Untersatz verfügen. BNN-Mitarbeiter Joachim Kocher hat einige Bürger gefragt, wie sie mit der Situation umgehen.

Von unserem Mitarbeiter Joachim Kocher

Lothar Hagenmüller. | Foto: Kocher
„Zum Einkaufen unserer Lebensmittel fahren wir nach Muggensturm und meine Backwaren kaufe ich in Bischweier“, sagt Lothar Hagenmüller. „Schon bevor das letzte Einzelhandelsgeschäft seine Pforten schloss, versorgten wir uns zum größten Teil mit Waren aus dem Edeka-Laden in Muggensturm, da man in Oberweier nicht alles bekam und beispielsweise Fleisch bestellen musste“, so der 79-Jährige. In Oberweier sind nach seinen Informationen aber auch Unternehmen wie Bo-Frost und der Pfeiflehof aus dem schwäbischen Seewald unterwegs. „Bürgern, die nicht mehr einkaufen können, fährt zudem der Edeka-Markt Knapp bestellte Waren zu“, so Hagenmüller.

Mit Auto geht es

Rudi Schick. | Foto: Kocher
„Für uns ist die aktuelle Situation nicht allzu schlimm, da wir mobil sind“, sagt Rudi Schick. Für ältere Personen stelle sich die Situation dagegen anders und nicht so angenehm dar. „Hätte die Bürgerschaft in der Vergangenheit die Einzelhändler mehr unterstützt, dann würde es heute vielleicht anders aussehen“, meint Schick. Lebensmittel kaufe er dort ein, wo er gerade unterwegs sei, beziehungsweise auf Märkten und neuerdings auch im Unverpackt-Laden in Gaggenau. Schicks Mutter Lucia, die 94 Jahre alt ist, freue sich dagegen auf den Pfeiflehof, der jede Woche in Oberweier vorbeikommt: „Sie kauft dort unter anderem Wurst und Käse. Ansonsten wird meine Mutter von mir und meinen Geschwistern mit den notwendigen Lebensmitteln versorgt.“

 

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Robert Knörr. | Foto: Kocher
„Wir sind mobil und fahren daher mit dem Auto zu unseren Einkäufen“, sagt Robert Knörr: „Zumeist kaufen meine Frau und ich in Muggensturm oder in Märkten in Bischweier und Rastatt ein. In Muggensturm finden wir einen Großteil unserer benötigten Lebensmittel.“ Im Gegensatz zu früher seien ihre Einkäufe mit mehr Zeitaufwand sowie allerhand Mehr-Kilometern verbunden: „Uns bleibt jedoch nichts anderes übrig.“ „Solange man beweglich ist, kann man in die Geschäfte der umliegenden Gemeinden fahren“, sagt Christa Helfer, die seit 40 Jahren in Oberweier wohnt und seit zwei Jahren in Rente ist. Ihrer Meinung nach hat der Ortsteil keine Infrastruktur und ist für ältere Menschen nicht geeignet. Es gibt keine Busverbindung, beispielsweise nach Muggensturm: „Früher hatten wir zumindest noch eine Grundversorgung vor Ort.“

Einkäufer sind froh über fahrenden Pfeiflehof

Sabine Strack. | Foto: Kocher

„Ich kaufe fast jede Woche beim Pfeiflehof ein. Der Verkaufswagen macht in unmittelbarer Nähe meiner Wohnung Station“, sagt Sabine Strack: „Die Qualität stimmt. Natürlich wäre ein Dorfladen ein Vorteil für uns alle, jedoch wurde er nicht angenommen.“Die 83-jährige Sofie Maier ist froh über den Pfeiflehof, dessen Verkaufswagen vor ihrer Haustür halte: „Hier kaufe ich einen Großteil dessen ein, was ich für den täglichen Bedarf benötige.“ Auch der frühere Ortsvorsteher Herbert Barth zeigt sich erfreut darüber, dass der Pfeiflehof Oberweier ansteuert: „Wir wollen, dass er weiter kommt, deshalb kaufe auch ich hier ein.“