Fahrbarer Werbeträger für das Unimog-Museum: Mit einer mobilen Rampe lassen sich die Eigenschaften des Unimog bestens in Szene setzen - wie hier am Schwarzwaldstadion des Freiburger SC. | Foto: pr

Schwaab wirbt um Kredit

Gaggenauer Museum soll zur „Unimog-Welt“ werden

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Das Unimog-Museum vor den Toren von Gaggenau hat große Pläne. Für den angestrebten Erweiterungsbau mit neuem Eingangsbereich, mit Tourist-Info und Museums-Shop sowie einer zweiten Ausstellungshalle – Spatenstich soll 2019 sein – wird viel Geld benötigt. Stefan Schwaab, Vorsitzender des Trägervereins Unimog-Museum, warb am Montagabend vor dem Gemeinderat um einen Kredit der Stadt Gaggenau in Höhe von 1,5 Millionen Euro plus einen Zuschuss.

Grundstock ist Daimler-Spende

Der Grundstock zur Erweiterung auf dem Weg zur „Unimog-Welt“ist durch eine millionenschwere Spende von Daimler bereits gelegt worden. Wie groß der geplante Erweiterungsbau tatsächlich werden kann, darüber entscheide der weitere Finanzzufluss, so Schwaab. Er hofft zudem auf einen Zuschuss des Landkreises Rastatt in Höhe von 200 000 Euro.

„Bisher null Euro Zuschuss“

Schwaab legte eingangs seiner Präsentation im Bürgersaal mit mehreren Beispielen dar, wie hoch der Betriebskostenzuschuss von Museen in öffentlicher Trägerschaft ausfällt: Er sprach für Rastatt und seine fünf Museen von einem Zuschuss von über 1,4 Millionen Euro im Jahr 2016, für Baden-Baden mit seinem Stadtmuseum von knapp 700 000 Euro Zuschuss. Dagegen stellte er das „private“ Unimog-Museum mit zuletzt über 40 000 Besuchern jährlich (davon alleine rund 5 000 Gäste bei den jährlichen Winterausstellungen zur Industriegeschichte des Murgtals) – und null Euro Zuschuss von der öffentlichen Hand.

Über 41000 Besucher jährlich

Keine andere Gaggenauer Einrichtung habe eine solche Außenwirkung wie das Unimog-Museum, so Schwaab, der beispielhaft auf Berichte im SWR-Fernsehen verwies. Und: Im vergangenen Jahr habe es über eine halbe Million Klicks auf das Museum über Google gegeben. Die Besucherzahl habe 2016 und 2017 jeweils bei über 41 000 gelegen, sodass die Befürchtung, das Museum verbrauche sich mit der Zeit, unbegründet sei. Laut einer Statistik des Instituts für Museumsforschung Berlin liege die durchschnittliche Besucherzahl bei vereinsgeführten Museen in Deutschland bei etwa 7 500, deshalb nehme das Unimog-Museum mit seiner Besucherzahl in dieser Vergleichsgruppe eine Spitzenposition ein.

Über 100 aktive Helfer

Zudem habe sich die Mitgliederzahl auf konstant über 1 100 eingependelt (ein Einzelmitglied zahlt 25 Euro im Jahr und hat dafür immer freien Eintritt), darunter über 60 Firmen. Das große „Kapital“ des Museums sind bekanntlich seine ehrenamtlichen Helfer ; über 100 Ehrenamtliche leisten laut Schwaab mehr als 15 000 Arbeitsstunden jährlich. Beschäftigt werden sieben Vollzeitkräfte und weitere sieben Kräfte in Teilzeit oder als Praktikanten.

„Subvention“ durch Geschäftsaktivitäten

Der Vereinsvorsitzende berichtete zudem von den eigenen geschäftlichen Aktivitäten, die den Museumsbetrieb „subventionieren“: So werde Geld durch Unimog-Alttypenberatung, durch den Vorführbetrieb auf der Kiesgrube Ötigheim und durch Verlagsaktivitäten des (zugekauften) Verlags „Buch und Bild“ verdient. Auf dem Weg zur angestrebten „Unimog-Welt“ sind der neue Parkplatz, der Waschplatz und die neue Werkstatt bereits realisiert, jetzt geht es um den größten Brocken – den Erweiterungsbau, der zwischen Hauptgebäude und Werkstatt entstehen soll. Wie groß dort die Ausstellungsfläche werden kann, ob die Tourist-Info attraktiver gestaltet werden kann, darüber entscheide letztlich der weitere Geldzufluss.