Nicht nur "süß“ sind die drei bis fünf Wochen jungen Ziegen, sie machen auch Arbeit: Genau dazu sind Schüler und Lehrer an der Realschule Gaggenau bereit. | Foto: Dorscheid

Kooperationsvertrag

Gaggenauer Realschule wird Naturpark-Schule

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„Die Schulband spielt immer dann, wenn es besondere Ereignisse an der Schule gibt“, freute sich Axel Zerrer, Leiter der Realschule, bei der Begrüßung der Gäste. Der Freitag war so ein Tag: Die Schule und der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord unterzeichneten einen Kooperationsvertrag. Damit wird die Gaggenauer Schule zur achten Naturpark-Schule insgesamt, aber zur ersten weiterführenden Schule im großen Einzugsbereich des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord – und der erstreckt sich fast bis vor die Tore von Karlsruhe und Pforzheim im Norden und weit über Offenburg hinaus im Süden.

„Damit haben wir einen Rahmen gefunden, der passt“, sagte Schulleiter Zerrer mit Blick auf die Voraussetzungen, die die Schule jetzt schon erfüllt, etwa indem sie auf ihren Grünflächen Ziegen, Hühner, Bienen und Kaninchen hält.

Konzept wird umgesetzt

Er wies daraufhin, dass sowohl die Lehrer- wie auch die Schulkonferenz einstimmig für das Vorhaben Naturpark-Schule gestimmt haben und dass „eine ganze Mannschaft im Hintergrund“ zur Mitarbeit bereit sei. Mit dem Kollegium werde nunmehr das Konzept zum Nutzen der über 600 Schüler umgesetzt, die mit diesem Projekt einen Mehrwert erhalten würden.

Realschule ist prädestiniert

Yvonne Flesch vom Naturpark führte aus, dass die Realschule mit ihrem bisherigen Weg als Naturpark-Schule geradezu prädestiniert sei; für den Naturpark seien Naturpark-Schulen und die Verankerung der Themen Natur, Kultur und Regionalität „ein zentrales Projekt“. Die außerschulischen Partner für die einzelnen Themen könnten ganz unterschiedlich sein: Flesch nannte als Beispiele Imker, Obst- und Gartenbauvereine oder das Infozentrum Kaltenbronn. Nach ihren Worten gibt es bislang sieben als Naturpark-Schule ausgezeichnete Grundschulen, drei weitere befinden sich in der Vorbereitung.

Hier kennen Schüler die Natur nicht nur von der Power-Point-Präsentation, sondern sie erleben sie unmittelbar.

Christoph Florus, Oberbürgermeister Gaggenau

Profil wird weiterentwickelt

Oberbürgermeister Christof Florus betonte namens des Schulträgers Stadt Gaggenau: „Wir möchten die weiterführenden Schulen nicht nur baulich weiterentwickeln, sondern auch von ihrer Profilierung her.“ Der Baustein „Realschule als Naturpark-Schule“ sei etwas ganz Besonderes und könne für die Schule durchaus ein Standortvorteil sein, so der OB.

Antje Wurtz ist Projektleiterin

Projektleiterin und damit Bindeglied zwischen Naturpark und Schule wird Antje Wurtz sein, die ebenfalls den Kooperationsvertrag unterzeichnete. Die Lehrer Dirk Böhmer und Nicolai Szymanski, beide in den „naturnahen“ Projekten der Realschule stark engagiert, sprachen am Rande der Vertragsunterzeichnung einige konkrete Einzelthemen an: So wird etwa über das „Apfelsaft-Projekt“ auf den wichtigen Erhalt der Streuobstwiesen hingeführt; im Kräutergarten lernen die Schüler viel über den Nutzen der Pflanzen und in den „Nutztierhaltungsstunden“ in den Klassen fünf wird konkret Verantwortung für die schuleigenen Ziegen, Hühner, Kaninchen und Bienen übernommen, indem die Dienste eingeteilt werden.