Aus alt mach neu: Wo sich bislang Aldi und Rewe ein Gebäude teilen, soll eine reine Rewe-Filiale mit zwei Wohngeschossen entstehen. Die Aldi-Filiale zieht aufs Nachbargrundstück. So gewinnen die Märkte insgesamt 750 Quadratmeter Verkaufsfläche.
Aus alt mach neu: Wo sich bislang Aldi und Rewe ein Gebäude teilen, soll eine reine Rewe-Filiale mit zwei Wohngeschossen entstehen. Die Aldi-Filiale zieht aufs Nachbargrundstück. So gewinnen die Märkte insgesamt 750 Quadratmeter Verkaufsfläche. | Foto: Dominic Körner

Kritik aus Loffenau

Gernsbach: Nächster Schritt zur neuen Rewe- und Aldi-Filiale ist getan

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Mit einigen Anpassungen wird der Bebauungsplan für die neuen Rewe- und Aldi-Zweigstellen in der Schwarzwaldstraße noch einmal ausgelegt. Das hat der Gernsbacher Gemeinderat am Montagabend einstimmig beschlossen. Die Fraktionen äußerten sich durchweg positiv zu dem Projekt. Die Gemeinde Loffenau hingegen bleibt kritisch.

In der neuen Version des Bebauungsplans sind unter anderem Anregungen zum Schall- und Artenschutz eingearbeitet worden. So sollen beispielsweise eine Einhausung und eine Schallschutzwand im Lieferbereich des Aldi-Markts den Lärm für Anwohner dämpfen.

Grundlage der Änderungen sind Stellungnahmen von Behörden, Trägern öffentlicher Belange und Bürgern. Die Stadtverwaltung hatte den Bebauungsplan von Dezember bis Januar offengelegt, damit diese Hinweise und Kritik vorbringen konnten.

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Stadt Gernsbach hält Sorgen der Gemeinde Loffenau für unbegründet

Die Nachbargemeinde Loffenau gehört zu denjenigen, die mit ihrer Stellungnahme nichts bewirken konnten. Sie fürchtet empfindliche Einbußen bei örtlichen Geschäften, besonders beim Loffenauer Landmarkt.

Die Sorgen seien „eigentlich nicht begründet“, fasste Jörg Jacobsen vom Karlsruhe Planungsbüro Schöffler die Gernsbacher Position zusammen. Ähnlich äußerten sich Gemeinderäte.

An der grundsätzlichen Situation wird sich nichts verändern.

Aus der Abwägung der Stellungnahmen zum Bebauungsplan

In der Abwägung der Stellungnahmen heißt es, es ließen „sich keine unmittelbaren Beeinträchtigungen ableiten“. Größere Einkäufe würden bereits überwiegend in Gernsbach und Gaggenau erledigt. „An dieser grundsätzlichen Situation wird sich nichts verändern“.

Auch der Regionalverband Mittlerer Oberrhein erwartet keine „erheblichen negativen Auswirkungen“.

Problem ist eine Ballung von Einkaufsmärkten an der B 462

Bürgermeister Markus Burger sieht das anders. Er hätte sich gewünscht, „dass man die Stellungnahme ein bisschen ernster nimmt“.

Das Problem ist nicht der Neubau an sich. Die Modernisierung der Märkte hält Burger für sinnvoll, zumal die Kombination mit Wohnbau durchaus Charme hat. Das Problem ist eine Ballung von Supermärkten nahe der Bundesstraße.

Das Konzept für die Neubauten kommt im Gemeinderat gut an. Die Visualisierung zeigt vorne die neue Aldi-Filiale. Im hinteren Gebäude sind der Rewe und 19 Wohnungen vorgesehen.
Das Konzept für die Neubauten kommt im Gemeinderat gut an. Die Visualisierung zeigt vorne die neue Aldi-Filiale. Im hinteren Gebäude sind der Rewe und 19 Wohnungen vorgesehen. | Foto: Architekten HR

Neuer Edeka auf dem Pfleiderer-Areal

Aldi und Rewe befinden sich bereits in unmittelbarer Nähe. Sie erweitern ihre Verkaufsflächen durch den Neubau um 300 und 450 Quadratmeter.

Auf dem nahen Pfleiderer-Areal ist ein nagelneuer Edeka mit 2.100 Quadratmetern Verkaufsfläche geplant. Auch eine Lidl-Filiale soll aus dem Gewerbegebiet dorthin ziehen. Inklusive Erweiterung um 400 Quadratmeter.

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Loffenauer Pendler kaufen unterwegs ein

Da viele Loffenauer über Gernsbach und die B 462 zur Arbeit pendeln, rechnet Burger mit mehr Einkaufs-Stopps auf dem Heimweg. Zumal seiner Erfahrung nach viele Pendler nicht durch den Tunnel, sondern direkt durch die Stadt fahren.

Die Pläne sind zu weit fortgeschritten.

Markus Burger, Bürgermeister in Loffenau

Die fünf Prozent Einbußen für den kleinen Landmarkt, die im Gernsbacher Einzelhandelskonzept von 2017 prognostiziert wurden, hält er deshalb für zu niedrig. „Da wird meines Erachtens nicht berücksichtigt, wie die Verkehrsströme sind“, sagt er.

Gewünscht hätte er sich deshalb eine Untersuchung der Verkehrsströme und ihrer Folgen. Große Hoffnungen auf ein Umdenken hatte er aber nicht, gibt er zu: „Die Pläne sind schon zu weit fortgeschritten.“