Große Ziele: Bürgermeister Julian Christ will in Gernsbach mehrere Projekte vorantreiben – darunter die Bebauung des Pfleiderer-Areals und die Aufwertung der Altstadt. Bei seiner Neujahrsansprache vor knapp 400 Gästen in der Stadthalle zeigte sich der Rathauschef optimistisch. | Foto: Körner

Beim Neujahrsempfang

Gernsbachs Bürgermeister Julian Christ verteidigt Pläne auf dem Pfleiderer-Areal

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Der Abriss der Gebäude auf dem Pfleiderer-Areal in Gernsbach steht unmittelbar bevor. Auf der Industriebrache sollen Wohnungen und Lebensmittelmärkte entstehen. „Das Bild unseres Stadteingangs wird sich zum Positiven verändern“, betonte Bürgermeister Julian Christ am Freitag beim Neujahrsempfang in der Stadthalle. Man beseitige einen „Schandfleck“.

Der Rathauschef ließ auch durchblicken, dass ihn die Entwicklung des Areals Nerven gekostet hat: „Dabei blies mir vom ersten Tag an eine steife Brise entgegen.“ Unter anderem hatte sich die Bürgerinitiative Giftfreies Gernsbach gegen das Vorhaben gestellt, weil eine vollständige Dekontaminierung des mit Chemikalien belasteten Geländes aus Kostengründen als unwahrscheinlich gilt.

Christ wehrt sich gegen Kritik

„Von Gerüchten, Mutmaßungen bis hin zu Unterstellungen und persönlichen Beleidigungen wurde vor keinem Mittel zurückgeschreckt, um einen Fortschritt beim Pfleiderer-Areal zu verhindern“, kritisierte Christ. Es sei die Behauptung in den Raum gestellt worden, er wolle „die Bevölkerung vergiften“. Tatsächlich habe man mit der Krause-Gruppe einen „zuverlässigen Partner gefunden, der sich für die nachhaltige Entwicklung des Areals einsetzt.“

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Altstadt soll aufgewertet werden

Bei seiner Ansprache vor knapp 400 Bürgern rückte Christ auch die Aufwertung der Altstadt in den Fokus. Die denkmalgerechte Sanierung von Gebäuden oder den Bau eines Parkdecks auf dem Färbertor gebe es „nicht zum Nulltarif“.

Mit dem Beschluss eines Strategiepapiers zur Altstadt-Entwicklung durch den Gemeinderat sei man nun „einen wesentlichen Schritt weiter“. In den Prozess will Christ 2020 auch die Bürger miteinbinden, um den „Dornröschenschlaf zu beenden“.

Das Kaltenbronn ist eine touristische Visitenkarte unserer Stadt.

Gernsbachs Bürgermeister Julian Christ in seiner Neujahrsansprache

Mit dem Beschluss des Masterplans Kaltenbronn liege bereits eine konkrete Vision auf dem Tisch, deren Umsetzung 2020 angegangen werde. „Das Kaltenbronn ist eine touristische Visitenkarte unserer Stadt“, betonte Christ – indes mit „ausbaufähiger touristischer Infrastruktur“.

Neues Bauland für Stadtteile

Die Aufwertung der Altstadt und die touristische Weiterentwicklung des Kaltenbronn seien zentrale Wahlversprechen gewesen. Dazu zählten auch der durch den Gemeinderat verabschiedeten Lärmaktionsplan und die Einrichtung des Gründerzentrums im Kornhaus. Die Entwicklung von Bauland, insbesondere in den Ortsteilen Staufenberg, Reichental und Lautenbach, genieße ebenfalls eine hohe Priorität.

Rückblick auf Stadtjubiläum

Christ blickte auch auf das vergangene Jubiläumsjahr „800 Jahre Gernsbach“ zurück. Er hob unter anderem den Umzug mit 1.500 Teilnehmern aus 72 Gruppen hervor. „Das tolle Fest war ein Kraftakt für uns alle“, so Christ.

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Stadt ehrt engagierte Bürger

Bei dem vom Musikverein „Harmonie“ Staufenberg musikalisch umrahmten Empfang würdigte die Stadt zahlreiche Bürger für deren gesellschaftliches Engagement. Die Ehrengabe ging an Ralf Warth, Monika Merkel, Gerhard Hahn und Christa Seiberling.

Zahlreiche Gernsbacher Bürger wurden für ihr Engagement gewürdigt. | Foto: Körner

Die goldene Verdienstmedaille erhielten Klaus Gorgas, Berthold Rothenberger, Markus Schiel, Robert Baumgärtner, Lothar Wunsch, Hubert Heppeler, Christa Sulzbacher und Friedebert Keck. Ralf Wieland, Andreas Zapf, Christian Schmeiser, Uta von der Foehr, Bernhard Gruhn und Felix Götz wurden mit der silbernen Verdienstmedaille ausgezeichnet.