Marius Kunkis beantwortet im Rahmen des Projekts „Start-up BW Young Talents“ sämtliche Fragen der Schüler zur Gründung eines Start-ups.
Marius Kunkis beantwortet im Rahmen des Projekts „Start-up BW Young Talents“ sämtliche Fragen der Schüler zur Gründung eines Start-ups. | Foto: Müller

Gründung eines Start-ups

Gaggenauer Schüler erhalten Einblick in das Leben eines Unternehmers

Anzeige

Marius Kunkis hat es getan, 2012 hat er mit einem Kollegen ein Start-up gegründet. Im Rahmen des Projekts „Start-up BW Young Talents“ berichtete er eine Doppelstunde lang den Schülern des Goethe-Gymnasium Gaggenau, wie es ist, selbstständig zu sein.

„Wenn man für eine Sache brennt, dann geht man gerne ins Büro“, sagt Kunkis und nennt damit einen der Vorteile, die eine eigene Firma mit sich bringen kann. Kunkis muss es wissen, er hat 2012 selbst eine Firma gegründet und sie bis 2015 als Geschäftsführer geleitet. Den gut 15 Schülern des Wirtschaftskurses der Jahrgangsstufe eins erzählt er, wie es sich anfühlt, ein eigenes Unternehmen aufzubauen.

„Ein Start-up ist wie eine Achterbahn“, meint Kunkis. Man bekomme alles direkt ab, negatives Feedback wie positives. „Da springt morgens ein Investor ab und im nächsten Moment bekommst du die Mail, dass du den deutschen Gründerpreis gewonnen hast“, erzählt er.

Jugendliche leiten selbst eine Firma

Die Schüler hören gespannt zu. Manche der Schwierigkeiten, etwa die Aufgabenverteilung im Team, kennen sie aus eigener Erfahrung. „Etwa die Hälfte ist bei der Schülerfirma dabei“, berichtet Lehrer Patrick Nitzschke.

Bei der Schülerfirma planen und entwickeln die Jugendlichen ein Jahr lang ein eigenes Unternehmen. Die aktuelle Firma vermarktet laut Nitzschke Textilien. Er unterstütze die Schüler dabei, sozusagen als Unternehmensberater.

Die Anfrage des Steinbeis-Innovationszentrum Unternehmensentwicklung, ob sein Kurs mit einem Gründer sprechen wolle, habe er daher gerne angenommen. Das Innovationszentrum der Hochschule Pforzheim ist für das Projekt „Start-up BW Young Talents“ verantwortlich und vermittelt Gründer an Schulen.

Investorensuche bei Start-ups

Bei den Gaggenauer Schülern scheint das gut anzukommen. Interessiert haken sie nach, wie Kunkis sein Produkt „Restube“ vermarktet und Investoren gefunden hat. „Wir haben viel Werbung gemacht, zum Beispiel im Internet“, teilt er mit.

Auf Investoren seien sein Mitgründer und er auf Messen und bei Preisverleihungen gestoßen. In der Anfangszeit hielten sich die beiden mit Stipendien für Gründer über Wasser. „Aus dem Studentenlifestyle heraus zu gründen ist einfacher, als wenn man schon Jahre lang gut verdient“, meint Kunkis.

Produkt im Mittelpunkt

Auf die Frage, ob er nochmal gründen würde, gibt es für den Pforzheimer nur eine Antwort: „Auf jeden Fall.“ Sein Mitgründer und er wollten dem Produkt eine Chance geben, erzählt er. Sie seien von der selbstaufblasbaren Rettungsboje für Wassersportler überzeugt gewesen. In seiner Diplomarbeit hatte Kunkis eine Marktrecherche betrieben und kam zu dem Ergebnis, das Produkt werde gebraucht.
Ein derartiges Vorgehen empfiehlt er auch den Schülern. „Es sollte keine Entscheidung für oder gegen Gründung geben, sondern eine Entscheidung für oder gegen ein Produkt“, erklärt der Maschinenbauer. Gründer, die alle paar Monate ihr Glück mit einem neuen Produkt versuchen, kann er nicht verstehen. Darum könne er aktuell nicht sagen, ob er in Zukunft nochmal gründen wird. Zuerst muss die Idee für das Produkt da sein.