Auf dem Lidl-Parkplatz an der Berliner Straße in Gaggenau hatte eine Rentnerin ihren Geldbeutel auf dem Pkw-Dach abgelegt und vergessen. Doch auf Tränen und Wut (über den eigenen Fehler) folgte bald der erlösende Anruf. | Foto: Mandic

Ehrlicher Finder in Gaggenau

„Gott sei Dank gibt es solche Menschen“

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Sie hat ein Gefühlskarussell innerhalb weniger Minuten hinter sich: Helga R. aus Gaggenau-Michelbach hat zuerst geheult vor Wut – auf sich selbst – dann erreichte sie der erlösende, aber nie erwartete Anruf. Die 81-Jährige hat ihr Portemonnaie zurück –  mit den rund 60 Euro, die sich darin befanden, mit Führer- und Fahrzeugschein, mit Personalausweis, Bank- und Kreditkarte sowie persönlichen Fotos. „Es ist noch einmal gut gegangen, Gott sei Dank gibt es solche Menschen“, sagt die Rentnerin im BNN-Gespräch.

Geldbeutel auf Pkw-Dach abgelegt

Was war passiert? Helga R. kam vom schnellen Einkauf aus dem Lidl-Markt in der Berliner Straße in Gaggenau zurück auf den Parkplatz, wo sie ihr Auto zuvor abgestellt hatte – in der linken Hand ihr Geldbeutel und der Autoschlüssel, in der rechten eine Packung Kekse. Um den Wagen aufzusperren, legte sie ihr Portemonnaie aufs Autodach – und vergaß es dort. Gemerkt hat sie es erst wenig später, als sie an der Lotto-Kasse im City-Kaufhaus stand. Dann hieß es sofort zurück zu Lidl, aber der Geldbeutel war nicht mehr da. Es folgte der tiefe Frust, dann die Fahrt zur Polizei, wo der Sachverhalt aktenkundig wurde, und nachfolgend zur Bank, wo vorsorglich die Karten gesperrt wurden.

Der erlösende Anruf

Wenig später Zuhause „habe ich erst mal geheult“, blickt Helga R. auf diesen bewegenden Tag zurück. Der Verlust des Geldes schmerzte, noch mehr aber der bevorstehende Aufwand, um alle Papiere und Karten wieder neu ausstellen zu lassen. Doch schon wenig später der Anruf: „Vermissen Sie etwas?“, fragte der freundliche junge Mann am anderen Ende der Leitung. Sie mochte es zuerst fast gar nicht glauben, dann hieß es: „Ich habe Ihr Portemonnaie gefunden.“ Mit dem Personalausweis und der Anschrift war es leicht für den Finder gewesen, ihre Telefonnummer ausfindig zu machen. Helga R. fiel ein ganzer Steinhaufen vom Herzen.

Finderlohn ausgeschlagen

Noch besser: Die Rentnerin erhielt ihren Geldbeutel Zuhause überreicht. „Ich fahre so viel, ich bringe es Ihnen vorbei“, hat der ehrliche Finder zu ihr gesagt. Bald stand er an der Haustür, und Helga R. hielt ihren Geldbeutel samt des kompletten Inhalts wieder in der Hand. „Ich habe ihm die 60 Euro als Finderlohn angeboten, er wollte sie nicht“, freut sie sich noch immer über die Ehrlichkeit und Hilfsbereitschaft. „Das gehört doch in die Zeitung. Nicht immer nur die schlechten Nachrichten,“ sagt sie.