Wichtige Verkehrsader: Der Tunnel Gernsbach soll ab dem kommenden Herbst saniert werden. Geplant ist der Einbau von vier Treppenhäusern, die im Brandfall eine schnelle Rettung ermöglichen. | Foto: Nestler

Land stellt Mittel bereit

Grünes Licht für Gernsbacher Tunnelsanierung

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Das baden-württembergische Verkehrsministerium hat den Weg für eine Sanierung des Gernsbacher Tunnels freigemacht. Sie zählt nach Angaben des Landtagsabgeordneten Thomas Hentschel (Grüne) zu den mehr als 300 Maßnahmen des Sanierungsprogramms 2019. Voraussichtlicher Baubeginn ist im kommenden Herbst, die Kosten belaufen sich laut Hentschel auf rund 17 Millionen Euro.

Einbau von Rettungshäusern

Im Kern geht es bei der Sanierung um den Einbau von vier Rettungstreppenhäusern. Sie sollen im Notfall, etwa bei einem Brand mit Rauchentwicklung, das schnelle Verlassen des Tunnels ermöglichen. Die Treppenhäuser enden oberirdisch in einem Betriebsgebäude am Gernsbacher Bahnhof, am Hotel „Stadt Gernsbach“, am Kurparkeingang und in der Obertsroter Landstraße.

Kaum Verkehrsbeeinträchtigungen erwartet

Die Bauarbeiten sollen bis zu 18 Monate dauern und finden aber überwiegend nach Auskunft des Regierungspräsidiums überwiegend außerhalb der Tunnelröhre statt. Mit Verkehrseinschränkungen rechnet man in der Karlsruher Behörde nur beim Durchstich der Tunneltreppen. Sie sollen sich in einem engen zeitlichen Rahmen bewegen.

Mehrfache Verzögerung

Die Nachrüstung des 1997 eröffneten Tunnels mit einer Länge von 1,5 Kilometern gliedert sich in zwei Abschnitte: Bereits 2013 war die Erneuerung der Betriebstechnik abgeschlossen worden. Die Installierung der Rettungstreppenhäuser hatte sich mehrfach verzögert – zuletzt durch Probleme mit der Ausschreibung der Arbeiten.

Land investiert in Straßennetz

Nach mehreren schweren Tunnelbränden, vornehmlich in den Alpen, wurden die Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln in Deutschland überarbeitet. Dadurch soll sich die Chance der Verkehrsteilnehmer zur Selbstrettung deutlich verbessern. Im Rahmen des Sanierungsprogramms investiert das Land rund 515 Millionen Euro in das Straßennetz.