Minister Peter Hauk (zweiter von links) sprach in Gernsbach viele Themen an.
Minister Peter Hauk (zweiter von links) sprach in Gernsbach viele Themen an. | Foto: Kocher

Murgtalwanderung mit Minister

Hauk in Gernsbach: Kohleausstieg beschleunigen – Kernkraftwerke länger laufen lassen

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„Mir wäre es lieber, wenn wir Kernkraftwerke zehn Jahre länger laufen lassen und dafür zehn Jahre früher aus der Kohle aussteigen würden. Dann hätten wir wenigstens einen Klimaeffekt, den wir brauchen.“ Dies sagte Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, bei der Murgtalwanderung, die am Freitagnachmittag von Gernsbach nach Lautenbach führte.

Von unserem Mitarbeiter Joachim Kocher

Bei der Tour, zu der der CDU- Landtagsabgeordnete Alexander Becker eingeladen hatte, wurden die Themen Natur-, Klima- und Artenschutz sowie die Offenhaltung der Kulturlandschaft eingehend erörtert. Im speziellen ging es um den Wald, die Insekten, die Borkenkäferplage, den Klimawandel und den Niederschlag sowie um Streuobstwiesen. Die Wegführung hatte Stefan Eisenbarth von der CDU Gernsbach ausgearbeitet. Die Strecke führte durch den Kurpark und das Igelbachtal nach Lautenbach.

Wem gehört der Wald?

Die Tour-Teilnehmer erfuhren von Eisenbarth eingangs, dass Gernsbach über eine Gesamtfläche von 8200 Hektar verfüge, 6600 Hektar davon bestehen aus Wald. Dies entspricht rund 85 Prozent. Der Wald gehöre dem Staat, der Gemeinde sowie privaten Waldbesitzern, wie beispielsweise dem Fürst von Hohenzollern.

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Blühinseln für Insekten

Im Gernsbacher Kurpark sprach Minister Hauk das Anlegen von Blühinseln an. Hierdurch könne erreicht werden, dass über die gesamte Vegetationszeit Nahrung für Insekten zur Verfügung stehe. Im Zusammenhang der Nachblühphase wies die designierte Sulzbacher Ortsvorsteherin und Weidetierhalterin Josepha Hofmann auf eine erforderliche Aufklärungsarbeit hin. Eine deutliche Absage erteilte der Minister Schotterflächen.

Klimawandel: Expertenprognosen treten ein

Der Minister für ländlichen Raum machte auch deutlich, „dass wir uns aktuell mitten im Klimawandel befinden“. Wie von den Meteorologen angekündigt, nehmen die Wetterextreme zu. Es sei alles eingetroffen, was von den Experten vorausgesagt wurde.

Hälfte der üblichen Niederschläge

Peter Hauk machte deutlich, dass man nur noch 50 Prozent der Durchschnittsniederschläge verzeichne, was zu einem Grundwasserdefizit führe. Dadurch schwächeln alle Bäume. „Wir brauchen daher Bäume, die resistenter gegen Trockenheit sind.“ Hauk sprach in diesem Zusammenhang von Zedern sowie anderen Eichenarten. „Das heutige Wetter ist das Ergebnis unseres Handelns vor 40 Jahren“, betonte der Landesminister. „In den nächsten 40 Jahren müssen wir noch mit einer weiteren Verschlechterung der Wettersituation rechnen“, sagte Peter Hauk.

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Borkenkäferplage bleibt Thema

Zur Sprache kam auch das Eschensterben, das nach Aussage von Hauk auf einen Pilz zurückzuführen ist. Recht ausführlich wurde auch die Borkenkäferplage erörtert. Minister Peter Hauk machte hierbei deutlich, dass der Borkenkäfer nicht auf Totholz stehe.

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Pflege der Streuobstwiesen höher als Ertrag

Ein weiteres Thema bei der Murgtalwanderung waren die Streuobstwiesen. Stefan Eisenbarth machte deutlich, dass die Kosten für die Pflege der Streuobstwiesen höher als der Ertrag seien. Dennoch sollten sie erhalten bleiben und gefördert werden, zumal in den Streuobstwiesen unter anderem viele Fledermausarten und Hornissen vorzufinden sind.

Landwirtschaftsminister Hauk betonte, dass das Land den Obstbaumschnitt mit 15 Euro pro Baum fördere. Der Minister machte auch deutlich, dass man die älteren Baumsorten erhalten und die jungen Leute an die Pflege der Streuobstwiesen heranführen wolle.Zur Sprache kam auch die Offenhaltung der Streuobstwiesen. Dies sei wichtig, auch für das Klima, war von Teilnehmern der Wanderung zu hören.