Ungläubig blickt Hans Glatthaar auf das Dach seines Mietshauses in der Konrad-Adenauer-Straße. Um die Schäden im und am Haus zu beheben, musste die Besitzerin mehrere zehntausend Euro aufwenden. | Foto: Kocher

Umgestürzter Baum in Gaggenau

Hausbesitzerin bleibt auf den Kosten sitzen

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Von Joachim Kocher

„Es hörte sich an, als wenn ein Flugzeug auf das Haus gestürzt wäre“. So äußerte sich Hans Glatthaar im April vergangenen Jahres, als eine 250-Jahre alte Eiche in dessen Haus in der Konrad-Straße krachte.
Der Baum hatte das Haus erheblich beschädigt, so musste das Ziegeldach auf der Straßenseite komplett erneuert werden. Mehrere Sparren hatte der Baum durchschlagen. Zerstört wurden auch Teile der Gartenmauer (wir berichteten).

Fäulnis setzte Baum zu

Die rund 250 Jahre alte Eiche stand auf der gegenüberliegenden Straßenseite des Einfamilienhauses, auf einem öffentlichen Grundstück. Stehen geblieben ist damals nur noch ein schmales Stück des ehemaligen Baumstamms. Vermutlich hatte Fäulnis den Baum zugesetzt und zum Umstürzen gebracht. Hans Glatthaar betonte im BNN-Gespräch, dass rund 14 Tage bevor der Baum in sein gemietetes Haus einschlug, ein kräftiger Sturm über die Stadt gezogen war. Vermutlich habe der Baum schon damals einiges abbekommen und sei schließlich aufgrund seines Gewichtes umgestürzt. Nach Aussage von Glatthaar war in der Folgezeit auch ein Gutachter mit einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung vor Ort. Der Vertreter der Versicherung habe damals zwar einige Fotos geschossen, die Schäden am Haus hatte er jedoch nach Aussage von Glatthaar nicht aufgenommen.

Befürchtung schon vor Jahren geäußert

Gegenüber den BNN betonte Glatthaar jetzt, dass sein Vermieter, der in Stuttgart wohnt, schon vor zwölf Jahren die Befürchtung geäußert hatte, dass der besagte Baum eines schönen Tages auf sein Haus fallen würde. Sein Vermieter, so Glatthaar, habe damals auch „Theater“ mit der Stadtverwaltung gehabt, die den Baum dann von einem Experten aus Freiburg untersuchen ließ. Dabei seien jedoch keine Schäden oder Krankheiten festgestellt worden. Nach Aussage von Glatthaar fand eine regelmäßige Kontrolle des Baumes vor seinem Sturz auf das Einfamilienhaus nicht statt. Was die Bezahlung des Schadens angeht, sprach der Geschädigte von einer „großen Sauerei“.

Stadtverwaltung: Fall noch in Bearbeitung

So blieben die Kosten bisher beim Hausbesitzer hängen, obwohl der Baum von einem städtischen Grundstück auf das Haus in der Konrad-Adenauer-Straße krachte. Hans Glatthaar sprach von Kostenschätzungen in Höhe von mehreren Zehntausend Euro. Wäre am Tag des Unglücks ein Sturm über Gaggenau gezogen, wäre der Schaden wohl vom Versicherer übernommen worden, ist er sich sicher. Der städtische Pressesprecher Manfred Mayer betonte auf BNN-Anfrage, dass der Vorgang nach wie vor beim Versicherer der Stadt Gaggenau liege. Eine Klage seitens des Hausbesitzers gegen die Stadt sei bisher nicht erhoben worden.