Das Wasser in der Oos hat ganz schön viel Kraft.
Die Oos in Baden-Baden hat aktuell einen Pegel von 1,07 Meter. | Foto: kam

Wetter

Hochwasser: Lage in Mittelbaden entspannt sich etwas

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Ergiebiger Dauerregen hat in den vergangenen Tagen Flüsse und Bäche in der Region rasant steigen lassen. In der Nacht zum Dienstag erreichten die Pegel von Rhein und Enz die Hochwassermeldemarke. Insgesamt hat sich die Situation aber etwas entspannt. Die Pegelstände in Mittelbaden von Oos und Murg sinken.

Der Dauerregen hat in der Region deutlich seine Spuren hinterlassen. In Mittelbaden steigen die Pegel von Murg, Oos und Acher schnell an. Auch am Rhein gingen die Wassermassen nicht spurlos vorbei. Bei Maxau wird aktuell einen Pegelstand von 7,32 Meter gemessen. Den Nordschwarzwald hat es besonders getroffen. Die Enz in Pforzheim führt mit einem Stand von 1,92 Metern aktuell mehr als doppelt so viel Wasser wie üblich.

Pegel von Oos und Murg gehen zurück

Insgesamt entspannt sich die Situation aber etwas. Die Oos in Baden-Baden hat aktuell einen Pegel von 1,07 Meter und die Murg in Gaggenau einen Wert von 2,20 Meter. Laut den Prognosen der Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg (HVZ) soll der Wasserstand an diesen Pegeln im Laufe des Dienstags wieder zurückgehen.

Schifffahrt auf Rhein muss wohl nicht unterbrochen werden

Die Schifffahrt auf dem Rhein muss wegen der Regenfälle aber wohl nicht eingestellt werden. Für den Pegel Maxau prognostizierte die HVZ einen maximalen Stand von etwa 7,40 Metern. Der Scheitel werde in der Nacht zum Mittwoch erreicht, teilte die Zentrale am Dienstagmorgen mit. Ab einem Wert von 7,50 Metern wird die Schifffahrt unterbrochen.

Für den Neckar wird demnach in Heidelberg ein Wasserstand von etwa 4,10 Metern erwartet. Das Hochwasser hatte in der dortigen Altstadt die Bundesstraße 37 überflutet. Die Straße wurde in der Nacht zum Dienstag gesperrt.

Mehr zum Thema: Hochwasser in Mittelbaden

Die Polizei in Karlsruhe berichtete – wie die übrigen Präsidien im Land – von umgestürzten Bäumen, vereinzelt waren kleinere Straßen oder Radwege überschwemmt oder Keller überflutet. In Stuttgart fiel ein Baum auf ein Auto. Verletzte gab es den Angaben zufolge nicht.

Einsatzkräfte sind ziemlich beschäftigt

Auch im Kreis Waldshut waren die Einsatzkräfte nach offiziellen Angaben ziemlich beschäftigt: Der Wind habe Ziegel von zwei Häusern abgedeckt und zahlreiche Bäume und Bauzäune umgestürzt.

Betroffen von den Regenmassen war in der Region vor allem der Nordschwarzwald. Viele Flüsse führten drei- bis viermal so viel Wasser wie üblich, allerdings ohne größere Gefahren für Anwohner.

In Rheinland-Pfalz hinterlässt Dauerregen seine Spuren

Rheinland-Pfalz spürte die Auswirkungen des Dauerregens heftiger. Der Ortskern der Gemeinde Aach bei Trier wurde in der Nacht auf Dienstag von einem Bach überschwemmt. Genauere Informationen zu Schäden gab es zunächst nicht.

Im Konzer Ortsteil Oberemmel (Landkreis Trier-Saarburg) trat ein Weiher über das Ufer, von den Wassermassen wurden Menschen in einem Haus eingeschlossen, die Feuerwehr rettete sie in der Nacht. An vielen Stellen in dem Kreis sperrten Einsatzkräfte überschwemmte Bundes- und Landstraßen. Insgesamt 440 Kräfte waren im Einsatz.

Nach kräftigen Regenfällen steigen die Wasserstände an der Mosel kräftig an: Am frühen Dienstagmorgen lag der Pegelstand Trier nach Angaben des Hochwassermeldezentrums bei über 8,40 Metern, die Tendenz war weiter steigend. Der normale Pegelstand liegt in Trier bei etwa 3,25 Metern.

Am Dienstag bleibt es regnerisch

Bis Dienstagmittag rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) teils mit ergiebigem Dauerregen. Im Schwarzwald sollen dann innerhalb von 72 Stunden Mengen um die 120 Liter pro Quadratmeter, in Staulagen um 150 Liter gefallen sein.

Punktuell seien aber auch deutlich höhere Werte möglich. Zudem warnt der DWD den ganzen Dienstag über vor starken bis stürmischen Böen mit Geschwindigkeiten zwischen 50 und 70 Kilometern pro Stunde.

BNN/dpa