Bald darf geplanscht werden: Frühestens am 1. Juli kann das Montana-Bad in Forbach öffnen. Unbeschwerter Badespaß wie bei der 40-Jahr-Feier im vergangenen September ist aber nicht zu erwarten. Die Corona-Spielregeln bringen einige Einschränkungen mit sich.
Bald darf geplanscht werden: Frühestens am 1. Juli kann das Montana-Bad in Forbach öffnen. Unbeschwerter Badespaß wie bei der 40-Jahr-Feier im vergangenen September ist aber nicht zu erwarten. Die Corona-Spielregeln bringen einige Einschränkungen mit sich. | Foto: Reinhold Bauer

Entscheidung umstritten

Montana-Bad in Forbach startet trotz Corona-Krise im Juli in die Sommersaison

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Mit knapper Mehrheit hat sich der Gemeinderat dafür entschieden, das Montana-Bad baldmöglichst zu öffnen. Je nachdem, wie schnell die Vorbereitung vorangeht, kann der Betrieb frühestens am 1. Juli starten. Allerdings mit Einschränkungen.

Zum Beispiel werden zunächst zwei Besuchsschichten à drei Stunden für je 200 Gäste angeboten. Sprungturm, Tischtennisplatte und Volleyballfeld dürfen nicht benutzt werden.

Wer aufs Gelände und ins Wasser gehen will, muss separate Ein- und Ausgänge beachten. Die Regeln sollen an die Erfahrungen und Vorgaben der nächsten Wochen angepasst werden.

Aufseher kontrollieren, ob die Corona-Regeln eingehalten werden

Da der Bademeister die Technik und die Becken betreuen muss, sollen mindestens zwei Aufseher eingestellt werden. Sie sollen auf Liegewiesen, im Spiel- und Sanitärbereich sicherstellen, dass die Corona-Regeln eingehalten werden. Sabine Reichl (CDU) regte an, Ehrenämtler als Unterstützung zu suchen.

Das Bad ist zwar technisch startbereit, aber die Gemeinde muss noch einiges erledigen. Ein Konzept für den Betrieb hat die Verwaltung bereits ausgearbeitet.

Tickets vertreibt die Gemeinde über ein neues Buchungssystem

Nun muss sie unter anderem Wasserproben untersuchen lassen, das Aufsichtspersonal und eine zusätzliche Reinigungskraft einstellen sowie ein Buchungssystem besorgen.

Letzteres soll die Besucherzahl deckeln, Warteschlangen verhindern und Kassierer vor einer Corona-Infektion schützen. Die Gäste müssen ihre Eintrittskarten im Internet kaufen und vor Ort via Ausdruck oder Smartphone einscannen.

Montana-Bad: Eintrittspreis wird leicht erhöht, um Kosten aufzufangen

Das System erfasst die Kontaktdaten der Besucher. Die Gemeinde muss sie vier Wochen lang aufbewahren. So kann sie bei einem Corona-Fall nachvollziehen, wer mit dem Virus in Berührung gekommen sein könnte.

Im Verhältnis zur normalen Tageskarte wird der Eintritt auf Antrag der Freien Wähler etwas teurer: Für Erwachsene werden drei Euro fällig, für Kinder zwei Euro.

Der Grund: Billig wird die Öffnung in der Corona-Zeit nicht. Die Gemeinde wird in jedem Fall ein zusätzliches fünfstelliges Minus einfahren. Der genaue Betrag lässt sich noch nicht absehen.

Forbacher Bürgermeisterin stimmte gegen Öffnung

Bliebe das Bad geschlossen, würde es ungefähr beim üblichen Minus von 225.000 Euro bleiben. Denn dann fielen zwar Einkünfte, aber auch Personal-, Labor- und Sachkosten weg.

Das zusätzliche Defizit kommt bei der klammen Haushaltslage in Forbach nicht gelegen. Der kürzlich beschlossene Haushalt für 2020 liegt 350.000 Euro im Minus. Die Kommunalaufsicht hat den Plan noch nicht genehmigt. „Ob die mitspielt, steht auf einem anderen Blatt“, sagte Kämmerer Martin Oberstebrink.

Ein Badespaß, wie wir ihn kennen, wird in dieser Saison nicht möglich sein.

Katrin Buhrke, Bürgermeisterin in Forbach

Bürgermeisterin Katrin Buhrke (parteilos) sprach sich wegen des Aufwands, der Kosten und der großen Verantwortung in der Corona-Krise gegen die Öffnung aus. Diese Entscheidung sei nicht leicht, aber das Verhältnis stimme nicht: „Ein Badespaß wie wir ihn kennen wird in dieser Badesaison nicht möglich sein.“

Auch der Grünen-Fraktion fehlte die Verhältnismäßigkeit. Die CDU stimmte ebenfalls mehrheitlich dagegen.

Die Freien Wähler stimmten für die Öffnung. Sie setzen auf eine weitere Entspannung der Lage. Auch die SPD stellte sich hinter die Öffnung. „Wir können was zur Entspannung beitragen“, sagte Heike Schillinger.