Sehr interessiert waren die Repräsentanten der Industrie- und Handelskammer an Informationen über das Lernprojekt in der Gaggenauer Carl-Benz-Schule. Das Angebot soll nicht nur schulisch, sondern auch von Betrieben genutzt werden. Foto: Kocher

„Leuchtturm“ für Berufsbildung

IHK Präsident besucht die Lernfabrik 4.0 in der Carl-Benz Schule

Von Joachim Kocher

Am 5. Dezember 2016 wurde in der Carl-Benz Schule in Gaggenau die Lernfabrik 4.0 im Beisein von Landrat Jürgen Bäuerle sowie Vertretern von Politik, Wirtschaft und Bildung in Betrieb genommen. Staatssekretärin Katrin Schütz sprach bei der Inbetriebnahme von einem „Leuchtturmprojekt für die berufliche Bildung“. Wolfgang Grenke, Präsident der IHK Karlsruhe und Präsident der baden-württembergischen Industrie- und Handelskammern, sowie Professor Hans-Peter Mengele, Hauptgeschäftsführer der IHK Karlsruhe,  informierten sich über das Projekt.

Auch Betriebe sollen profitieren

Die Lernfabrik erläuterte recht ausführlich Schulleiter Volker Bachura und der Projektleiter der kreiseigenen Carl-Benz Schule, Christian Schmitt. Mit der Lernfabrik 4.0 sollen die Kenntnisse und Fähigkeiten zur Programmierung, Steuerung und Wartung von Produktionsmodulen in voll oder weitestgehend automatisierten industriellen Fertigungsprozessen vermittelt werden.

Anregungen zum Thema Industrie

Neben der Nutzung durch die Schülerinnen und Schüler der Carl-Benz schule (CBS) ist auch eine Öffnung der Lernfabrik für weitere Landkreisschulen möglich und erwünscht. Zudem soll die Lernfabrik 4.0 außerschulisch von Industrieunternehmen oder Weiterbildungsanbietern für betriebliche Fortbildung genutzt werden und als Demonstationszentrum Entscheidern von kleinen und mittleren Unternehmen aus der Region Anregungen zu Industrie 4.0 Themen liefern.

Gesamtkosten von über 800 000 Euro

Die Gesamtkosten für die Lernfabrik belaufen sich auf 818 000 Euro. Der Landkreis finanzierte mit rund 389 000 Euro fast die Hälfte der Investitionen, 336 900 Euro wurden durch Landeszuschüsse finanziert. Etwa elf Prozent beziehungsweise 92 250 wurden von regional ansässigen Organisationen aus der Wirtschaft beigesteuert. Der Schule und dem Landkreis sicherte der IHK-Präsident Wolfgang Grenke seine volle Unterstützung zu. Auf BNN-Anfrage nach der finanziellen Unterstützung der Lernfabrik durch die IHK, sagte Grenke, dass Mitgliedsfirmen der IHK sich an der Finanzierung der Lernfabrik 4.0 beteiligt hätten. Grenke: „Uns hat sich die Frage noch nicht gestellt, wir müssen dies noch klären“. Unsere Aufgabe ist es, gegenüber Behörden solche Modelle zu unterstützen, zu werben und dafür zu sorgen, dass sie umgesetzt werden.

Drei Lernfabriken in der Region

Der IHK-Hauptgeschäftsführer Hans-Peter Mengele freute sich darüber, dass von den 15 in Baden-Württemberg vorhanden Lernfabriken, drei in der Region sind. „Unser Bodenschatz ist unser Wissen“, sagte Landrat Jürgen Bäuerle, der sich auch nach den Blitzlichtern der ersten 100 Tage Lernfabrik 4.0 erkundigte. „Wir verzeichnen ein hohes Interesse“, war von Schulleiter Bachura zu hören. „Die Neugier ist bei den Schülerinnen und Schülern vorhanden“. Beeindruckt zeigte sich der IHK- Präsident nach der Besichtigung der Lernfabrik und sprach von einer tollen Sache.
Kurz zuvor hatte auch eine Delegation türkischer Hochschullehrer der Carl-Benz-Schule eine Besuch abgestattet und sich über das Projekt Industrie 4.0 informiert.