Gute Chancen auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag haben Auszubildende der Stadt Gernsbach. Zuletzt wurden dort alle „Azubis“ ohne Probejahr übernommen. Dies ist längst nicht überall im Murgtal der Fall. | Foto: Dürr

Auszubildende im Murgtal

In Gernsbach fällt die Bewährung weg

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Mara Karcher und Alina Sackmann haben es geschafft: Die jungen Frauen haben ihre Ausbildung bei den Stadtwerken Gaggenau erfolgreich abgeschlossen und sind jetzt in ein Arbeitsverhältnis übernommen worden. Die Recherche der BNN zeigt: Im Murgtal ist es durchaus die Regel, das Auszubildenden eine Festanstellung winkt – eine Garantie gibt es freilich nicht. Ein Überblick.

Jahresverträge in Gaggenau

13 Auszubildende beschäftigt die Stadt Gaggenau aktuell, darunter angehende Verwaltungsfachangestellte, eine Fachangestellte für Medien und Informationsdienste und eine Veranstaltungskauffrau. Weitere sechs Auszubildende arbeiten bei den Stadtwerken. Nach Auskunft der städtischen Pressestelle wurden in den vergangenen Jahren alle „Azubis“ übernommen, die ihre Abschlussprüfung bestanden haben. Sie erhalten zunächst einen Jahresvertrag, ehe – im Normalfall – die Umwandlung in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis erfolgt.

Gute Aussichten in Gernsbach

Noch bessere Aussichten haben die Auszubildenden in Gernsbach. In den vergangenen drei Jahren wurden ihnen stets unbefristete Verträge angeboten. Die Stadt bildet derzeit acht „Azubis“ aus, unter anderem zur Erzieherin, zum Fachangestellten für Bäderbetriebe und in der Verwaltung. Dort beendeten zwei junge Menschen im Februar ihre Ausbildung, beide wurden unmittelbar danach unbefristet weiterbeschäftigt. Im September beginnen weitere zwei „Azubis“ ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten bei der Stadt. Außerdem starten gleichzeitig zwei Beamtenanwärter für den gehobenen Verwaltungsdienst in ihr Einführungspraktikum. Sie bleiben sechs Monate bei der Stadt und beginnen im Anschluss ihr Studium an der Hochschule für öffentliche Verwaltung in Kehl.

Ende einer „Durststrecke“

Ganz anders die Lage in Weisenbach: Dort hatte man in den vergangenen Jahrzehnten ausschließlich solche Verwaltungspraktikanten. Seit 2017 ist dort nun – erstmals seit 1989 – eine Auszubildende zur Verwaltungsfachangestellten im Einsatz, die in der Murgtalgemeinde ihre dreijährige Ausbildung absolviert. Falls man 2020 eine freie Stelle habe, heißt es auf Anfrage aus dem Rathaus, wolle man die junge Frau in ein Angestelltenverhältnis übernehmen.

Ausbildung nach Bedarf

In Loffenau wird überwiegend nach Bedarf ausgebildet. „Nur dann, wenn wir den Auszubildenden auch eine Anstellung in Aussicht stellen können“, erklärt Bürgermeister Markus Burger. Aktuell durchläuft eine junge Frau im ihre Ausbildung in der Verwaltung. Ob sie im Anschluss einen unbefristeten Vertrag erhält, hängt laut Burger von der Personalsituation ab.

Gemeinde gibt Starthilfe

Zwei Auszubildende im ersten und dritten Lehrjahr arbeiten für die Gemeinde Forbach. Im September erwartet man einen Praktikanten zur sechsmonatigen Einführung in sein Verwaltungsstudium in Kehl. In Forbach gilt: „Azubis“ erhalten, falls nach ihrer Ausbildung keine Stelle frei ist, zumindest einen auf sechs Monate befristeten Vertrag. „So können sie sich auf dem Arbeitsmarkt orientieren und bewerben“, erklärt Hauptamtsleiterin Margit Karcher. Seien Stellen verfügbar, sei die Gemeinde ohnehin rechtlich verpflichtet, „Azubis“ mindestens einen Jahresvertrag anzubieten. Innerhalb dieses Jahres müssten sie sich bewähren und würden, im positiven Fall, im Anschluss unbefristet übernommen.