Schwester Glora Mary Arokiyam (links) wird nach der Sprachschule in der Katholischen Sozialstation mitarbeiten. Schwester Jacqueline Mary Rayappan (Mitte) soll in der Katholischen Seelsorgeeinheit eingesetzt werden. Schwester Shaiji Merlin Selvaraj (rechts) wird eine Ausbildung als Erzieherin machen und dann im Kindergarten mitarbeiten. | Foto: pr

Corona

Indische Nonnen werden frühstens im September im Murgtal erwartet

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Drei Ordensschwester von der St.-Anna-Gemeinde aus Chennai sollten im Juni nach Bermersbach ziehen, um in der Seelsorgeeinheit Forbach-Weisenbach mitzuarbeiten. Die Corona-Krise machte den Plan jedoch zunichte. Pfarrer Thomas Holler hofft im BNN-Gespräch auf eine Ankunft der Schwestern im September.

Unterstützung aus Indien: Drei Ordensschwestern von der St.-Anna-Gemeinschaft aus Chennai (früher: Madras) sollten im Juni ins ehemalige Bermersbacher Pfarrhaus ziehen, um in der Seelsorgeeinheit Forbach-Weisenbach mitzuarbeiten. Wie die Corona-Pandemie die Pläne beeinflusst, berichtet Pfarrer Thomas Holler im Gespräch mit BNN-Mitarbeiter Reinhold Bauer.

Am 28. Juni sollten die drei St.-Anna-Schwestern aus Chennai vorgestellt werden. Wird sich ihre Ankunft auf einen späteren Termin verschieben?

Pfarrer Thomas Holler | Foto: Bauer

Holler: Aufgrund der Corona-Krise können die drei Schwestern leider nicht wie geplant kommen. Da in Indien noch bis mindestens 15. Juni eine Ausgangssperre gilt, hat das deutsche Generalkonsulat die ursprünglich vereinbarten Termine abgesagt, sodass die Schwestern bis jetzt noch kein Visum haben. Nach Auskunft der Generaloberin Schwester Jacqueline Mary Rayappan wird sich der ganze Prozess um mindestens drei Monate verzögern, so dass die Schwestern frühestens Ende September kommen können. Aber das hängt von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie ab. Sobald sich ein Einreisedatum abzeichnet, werden wir einen neuen Termin für ihre Einführung suchen und mit den Verantwortlichen in Freiburg absprechen.

Die Anwesenheit und Arbeitskraft der Nonnen war in der Seelsorgeeinheit Forbach-Weisenbach eingeplant. Wie lässt sich ihre Abwesenheit kompensieren?

Holler: Die Verzögerung beim Kommen der Schwestern ist natürlich schade, aber kein großes Problem. Schon gar nicht im Vergleich zu den gesundheitlichen Problemen und existenziellen Nöten vieler Menschen in Folge der Corona-Krise. Nach der Ankunft der Schwestern ist ein ganzes Jahr eingeplant, in dem sie Deutsch lernen und sich hier einleben sollen. Auch den deutschen Führerschein sollen sie in dieser Zeit erwerben. Das alles verzögert sich nun um einige Monate, ist aber nicht zu ändern.

Für den anschließenden Einsatz der Schwestern gab es nur ungefähre Zeiträume, so dass wir einen gewissen Spielraum haben. Da im Zuge der Corona-Krise auch die Einrichtung der Schwesternwohnung im Pfarrhaus in Verzug geraten ist, ist es sogar von Vorteil, dass die Schwestern nicht in eine unfertige Wohnung einziehen müssen.

Ordensschwestern sollen in der Seelsorgeeinheit und im Kindergarten arbeiten

In welchen Bereichen sollen die Schwestern eingesetzt werden?

Holler: Schwester Jacqueline Mary wird in der Seelsorgeeinheit mitarbeiten. Sie kann also von der Kirchengemeinde angestellt werden, sobald sie die nötigen Sprachkenntnisse und den Führerschein hat. Im Rahmen des Möglichen kann sie auch schon vorher mitarbeiten, zur Not mit Unterstützung durch Fahrdienste und Leute mit Englisch-Kenntnissen.

Schwester Shaiji wird eine Ausbildung als Erzieherin absolvieren und soll dann im katholischen Kindergarten in Forbach mitarbeiten. Sollte sich bis zu ihrem möglichen Einstieg eine Personalknappheit ergeben, würde die Kindergartengeschäftsführung versuchen, diese wie sonst zu kompensieren: durch zeitlich befristete Neueinstellungen oder Arbeitszeitaufstockungen, Überstunden, Reaktivierung früherer Mitarbeiter et cetera. Alles natürlich in Absprache mit der MAV.

Schwester Glora Mary wird ein Anerkennungspraktikum für ihre Ausbildung als Krankenschwester absolvieren und soll dann in der katholischen Sozialstation mitarbeiten. Eine Personalknappheit würde die Sozialstation auf ähnliche Weise zu kompensieren versuchen wie der Kindergarten. Neueinstellungen, Arbeitszeitaufstockungen, Überstunden et cetera werden ja ohnehin anfallen, wenn die Tagespflege eröffnet wird und man bis zur Etablierung eines festen Kundenstamms flexible Arbeitszeitmodelle braucht. Alles in allem sollte sich die Verzögerung beim Kommen der Schwestern einigermaßen auffangen lassen.