Engagierte Naturfreunde: Ulrike Dieterle (Bezirk Rastatt/Murgtal), Edmund Haug (Ortsgruppe Durlach) und weitere Naturfreunde-Mitglieder wollen das Haus Holderbronn wieder öffnen. Sie hoffen auf zusätzliche Mitstreiter in ihrem neuen Verein.
Engagierte Naturfreunde: Ulrike Dieterle (Bezirk Rastatt/Murgtal), Edmund Haug (Ortsgruppe Durlach) und weitere Naturfreunde-Mitglieder wollen das Haus Holderbronn wieder öffnen. Sie hoffen auf zusätzliche Mitstreiter in ihrem neuen Verein. | Foto: Christiane Widmann

Virtuelle Vereinsgründung

Initiativgruppe will Naturfreundehaus in Forbach übernehmen

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Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen – zum Beispiel eine Vereinsgründung via Webkonferenz. So entsteht dieser Tage eine Naturfreunde-Gruppe im Murgtal. Warten ist für Ulrike Dieterle und ihre Mitstreiter – einzelne Mitglieder von Naturfreunde-Vereinen zwischen Karlsruhe und Freiburg – keine Option. Bis 10. April sollen sie sich nach dem Willen des Landesverbands Baden als Verein formieren. Sonst liegt ihr Traum in Trümmern: Die Initiative will das Naturfreundehaus Holderbronn vom Landesverband übernehmen.

Oberhalb von Forbach gelegen, bietet es einen guten Ausblick ins Tal. Biotope, ein Waldlehrpfad, Wanderwege, National- und Naturpark liegen direkt vor der Tür. Kanusportler, Kletterer, Fußgänger und Radler kommen in der Gegend auf ihre Kosten.

Bis vor wenigen Jahren gab es im Haus noch gastronomische Angebote, spontane Schlafplätze und Vereinsfeste. Seit 2016 ist es ein reines Schlüsselhaus. Es kann nur noch als Ganzes und für mindestens zwei Nächte gemietet werden.

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Landesverband will das Naturfreundehaus in Forbach abtreten

Der Gruppe ist das nicht genug: Sie will wieder Leben ins Haus bringen, am liebsten rund ums Jahr. Der Landesverband Baden will das Haus Holderbronn jedoch baldmöglichst abtreten – und hat der Initiative deshalb die eingangs genannte Frist zur Vereinsgründung gesetzt.

Er unterhalte bereits viele andere Naturfreundehäuser, erklärt Ulrike Dieterle, Vorsitzende im Bezirk Rastatt/Murgtal. „Ein weiteres Haus können die nicht stemmen.“ 2015 hat der Verband das Haus als Schenkung vom schwächelnden Ortsverein Forbach erhalten, der 2017 vollends aufgelöst wurde.

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Die Initiative hat schon konkrete Vorstellungen

Einen Verkauf will die Initiative verhindern: „Dann ist das Haus ein für alle Mal verloren für uns“, sagt Dieterle. Und mit ihm „Schweiß und Blut“ derjenigen, die das Gebäude in den 1950ern mit Eigenleistungen und Spenden erbaut haben. „Für mich hat das auch mit Respekt zu tun.“

So beschloss die Gruppe also, das Haus selbst zu übernehmen und ein Konzept zu entwickeln. Die Vorstellungen sind schon sehr konkret. Im Juni 2021 läuft der aktuelle Pachtvertrag aus. Übernachtungen sind dann dank der 20 vorhandenen Schlafplätze im Prinzip sofort möglich.

Dazu soll es eine Gastronomie mit Frühstück und Abendessen geben. Mögliche Pächter hat die Gruppe schon im Auge. Auch Vereinen, Schulklassen und anderen Veranstaltern soll das Haus zur Verfügung stehen.

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Rund ums Haus sind Investionen nötig

Rund ums Haus sind unter anderem Arbeiten an Wegen und der Anlage für die Abwasseraufbereitung erforderlich. Das Gebäude selbst könnte – „das ist aber noch Zukunftsmusik!“ – um ein Bettenhaus mit 30 Plätzen an Stelle der Scheune ergänzt werden.

Die Gruppe hofft auf eine Leader-Förderung und Sportfördermittel. Letztere kann sie eventuell über den Landesverband beziehen. Auch das Landratsamt Rastatt und das Regierungspräsidium in Karlsruhe hätten ihre Unterstützung bei Förderanträgen zugesichert, sagt Dieterle. Die Gemeinde Forbach stehe ebenfalls voll hinter dem Vorhaben.

„Das ist alles machbar und kostet auch nicht die Welt“, sagt sie zuversichtlich. Eins braucht die Gruppe jedoch: Weitere Unterstützer, die Mitglied im Verein werden und sich für das Haus einsetzen.

Kontakt für Interessierte: ulrike-dieterle@freenet.de