Auf dem verwildernden Schwörer-Areal will Orhan Tiryaki sechs Mehrfamilienhäuser bauen. | Foto: Slobodan Mandic

Wohnbau in Gaggenau

Investor äußert sich zu Altlasten auf dem Schwörer-Areal

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Bis zu dreieinhalb Meter tief reichen die Altlasten, die auf dem Schwörer-Areal in Gaggenau gefunden worden sind. Insgesamt handle es sich um fast 30 000 Kubikmeter belasteten Untergrund, sagt Orhan Tiryaki. Dessen Firma „Tiryaki Real Estate Developer“ will auf dem Gelände sechs Mehrfamilienhäuser mit fast 80 Wohnungen errichten.

Tiryaki sieht sich mittlerweile einer massiven Verzögerung im Planungsprozess gegenüber. Der Entwurf für den Bebauungsplan „Östlich der Rotherma-Querspange“ sollte ursprünglich im Frühjahr 2018 offengelegt werden. Nun hofft Tiryaki, dass der Gemeinderat im Januar 2020 endlich über die Offenlegung abstimmen kann.

Als Gründe der Verzögerung nennt der Freudenstädter Investor in erster Linie die Altlasten, aber auch intensive Planungen zum Hochwasserschutz und einen Architektenwechsel zu Beginn der Entwurfsplanung für die Neubauten.

Suche nach Entsorger gestaltet sich schwierig

Allein die Suche nach einem geeigneten Entsorgungsunternehmen beschreibt Tiryaki als sehr aufwendig. Denn gerechnet und geplant hatte sein Team mit der Beseitigung von circa eineinhalb Metern Bauschutt.

Da waren wir schon überrascht.

Grundlage dieser Schätzung war ein Auszug aus dem Altlastenkataster. Stattdessen zeigten Bodenproben, dass es sich um deutlich mehr Material handelt – darunter belastete Abfälle wie beispielsweise Öldosen. „Da waren wir schon ein wenig überrascht.“

Kurz bevor der Gemeinderat über die Offenlegung beschließen sollte, informierte er deshalb die Stadt Gaggenau über den Sachstand und die zu erwartenden Verzögerungen.

Es handelt sich um überwiegend ungefährliche Abfälle

Bei den Altlasten handelt es sich im Kern um überwiegend ungefährliche Haus- oder Gewerbeabfälle der Deponieklassen I und II. Nicht alle Altlasten müssten zwingend beseitigt werden, sagt Tiryaki. Doch er betont: „Wir haben noch kein Grundstück gemacht, wo wir Altlasten gelassen haben.“

Das für die Beseitigung erforderliche Sanierungskonzept sei mittlerweile in den letzten Zügen. Erstellt wurde es Tiryaki zufolge in Zusammenarbeit mit einem Ingenieurbüro aus Karlsruhe und einem Gutachter aus Heidelberg. Welche Maßnahmen das Konzept im Detail beinhaltet, will er noch nicht ausführen. Erst müsse es von den Behörden abgesegnet werden, begründet er.

Wir geben nicht auf der Zielgeraden auf.

Die aufwendigere und vor allem teurere Entsorgung der Altlasten wirkt sich auch auf die Planungen für die Wohnhäuser aus. Um einen Teil der zusätzlichen Kosten auszugleichen, sollen die Bauausgaben gesenkt werden. Das Grundkonzept bleibt dem Investor zufolge erhalten und innerhalb der Vorgaben des Bebauungsplanentwurfs.

Das Schwörer-Areal habe sich als „schwieriger Standort“ erwiesen, sagt Tiryaki rückblickend. Doch ebenso betont er: „Wir geben nicht auf der Zielgeraden auf.“

Kürzlich wurde Fund bekannt

Erst kürzlich ist auf Nachfrage der BNN hin bekannt geworden, dass Altlasten in „nicht unerheblicher Menge“ (Stadt Gaggenau) auf dem Schwörer-Areal gefunden worden sind. Auf dem Gelände befand sich vor Jahrzehnten eine Deponie. Ein Gutachten im Auftrag des Investors führte zum Fund der Altablagerungen.