Großbaustelle: An der Jahnhalle Gaggenau werden der Eingangsbereich sowie der Vorplatz komplett neu gestaltet. | Foto: Dorscheid

Umbauarbeiten in Gaggenau

Jahnhalle wird zum schmucken Stadthaus

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Erst war es nur der lang ersehnte (und mehrfach hinausgeschobene) Umbau des Foyers. Doch jetzt, im Zuge der Detailplanung, ist einiges mehr daraus geworden – so viel mehr, dass es bei Weitem nicht nur um das Foyer, sondern um die komplette Neugestaltung des Eingangsbereichs samt Vorplatz geht: Wenn die Innenarbeiten voraussichtlich Ende November abgeschlossen sein werden, bringt die Gaggenauer Jahnhalle alle Voraussetzungen mit, um zu einer repräsentativen Stadthalle zu werden.

Zweiter Veranstaltungsraum

Willkommener Nebeneffekt: Das vormals überaus nüchtern anmutende Foyer wird deutlich größer, wird zudem voll klimatisiert (die große Halle drinnen ist es schon) und kann künftig auch separat genutzt werden – etwa für Vorträge, Ausstellungen oder auch Firmen- und sonstige Veranstaltungen. Die Außenanlagen sollen im ersten Quartal 2020 abgeschlossen werden, erklärt Jürgen Lauten, Abteilungsleiter Hochbau in der Stadtverwaltung, im BNN-Gespräch vor Ort.

Mehr als 1,2 Millionen Euro

Die Auftragserweiterungen, die unter dem Strich den früheren Kostenplan von 1,2 Millionen Euro überschreiten lassen, resultieren aus dem Zusammenspiel von technischen Notwendigkeiten und Anforderungen seitens der Inklusion, aber auch aus zusätzlichen Wünschen, wie sie vom Gemeinderat sowie der eigens eingerichteten Projektgruppe und der Expertengruppe Inklusion in ihren Sitzungen formuliert worden sind.

Wir sprechen bei der Jahnhalle schon längst nicht mehr nur vom Umbau des Jahnhallenfoyers, vielmehr von einer Komplettsanierung von Foyer und Vorplatz.

Jürgen Lauten, Abteilungsleiter Hochbau in der Stadtverwaltung Gaggenau

Aktuell laufen zehn Ausschreibungen, sagt Lauten, bis zum Ende der Sommerferien wird der Rücklauf aller Angebote für den Innenausbau erwartet. „Wir sprechen bei der Jahnhalle schon längst nicht mehr nur vom Umbau des Jahnhallenfoyers, vielmehr von einer Komplettsanierung von Foyer und Vorplatz.“ Alleine die großflächige Umgestaltung der Außenanlage schlage mit Kosten von über 200 000 Euro zu Buche.

Der Vorplatz wird somit sein Gesicht komplett verändern. Zwar bleibt die Eingangstür der Jahnhalle an der gewohnten Stelle; sie wird künftig aber kraftunterstützt durch einen Motor, sodass auch Kinder und Ältere die Tür leichter öffnen können. Der Zutritt erfolgt nicht wie bisher „frontal“, sondern ausschließlich seitlich links und rechts, sodass sich etwaige Besucherströme aufteilen werden. An beiden Seiten finden sich Handläufe, hinzu kommt vor der Halle für Sehbehinderte ein taktiles Leitsystem durch die Oberflächengestaltung des Bodens.

Rampe wird zwölf Meter lang

Bekanntlich hatte sich der Gemeinderat für eine statt für zwei Rampen hin zum Foyer entschieden; diese Rampe wird mit einem Zwischenpodest rund zwölf Meter lang sein und nahe an den sechs behindertengerechten Parkplätzen errichtet. Der Wechsel im Vorplatzbereich zwischen großen und kleinen Platten verdeutlicht die Aufteilung zwischen Fußweg und Feuerwehrzufahrt; hinzu kommt eine Abgrenzung durch Poller. Zu der neuen Treppenanlage gesellen sich mehrere Blumenkübel; die Beleuchtung ist unter anderem durch LED-Bänder vorgesehen.

Infotafel an der Straße

Den repräsentativen Charakter des gänzlich neu gestalteten Eingangsbereichs verstärkt zum einen die Installation einer Infotafel vorne an der Straße, um zukünftig für Veranstaltungen werben zu können, „garniert“ mit zwei Fahnenmasten, die von ihrem bisherigen Standort versetzt werden. Zum Zweiten erhält die Jahnhalle bald auch ein Eingangsschild mit ihrem Namen.

Bodentiefe Fensterelemente

Drinnen wird zukünftig Flexibilität großgeschrieben. Die Erweiterung nach außen macht es möglich, dass aus dem vormaligen Foyer eine eigenständige Fläche wird; es entsteht ein größeres und vielseitig nutzbares Raumvolumen, das in der optischen Wahrnehmung sogar noch größer zu werden scheint: Der Gast schaut durch neue bodentiefe Fensterelemente – in der Summe etwa 16 Meter lang – nach draußen, der Bodenbelag drinnen (großformatige Steinzeugfliesen) wie draußen (sandgestrahlter Plattenbelag) im selben Farbton erscheint identisch. Flexibilität auch deshalb, weil die zuletzt fest verankerte Garderobe einem variablen System weicht:

Mobile Garderobe

Die Garderobe wird zukünftig ebenso mobil (auf Rollen) wie die Theke und die Eingangskasse. Mithin dürfte die Garderobe bei zukünftigen kleineren Veranstaltungen, die im Eingangsbereich stattfinden, weggerollt werden, bei Hallenveranstaltungen aber am früheren Platz verbleiben. Ist die Zahl der Garderobenhaken ausreichend, was im April im Gemeinderat ein Diskussionsthema war? Lauten: „Wir werden 100 mehr als vorher haben.“ Den Anforderungen der Inklusion folgend, wird die Behindertentoilette größer und funktionaler und die Abstellfläche der Stehtische wird unterschiedliche Höhen haben.
Die notwendigen Fahrradabstellplätze entstehen seitlich der Jahnhalle entlang der Eckenerstraße. An dieser Stelle wird auch Platz sein für Zulieferer sowie einen Kühlwagen, sodass das lästige Abstellen dieser Fahrzeuge unmittelbar am Eingang zukünftig entfällt.