Viel Geduld müssen Verkehrsteilnehmer auf der B 462 bei Gernsbach mitbringen – und das in doppelter Hinsicht. Zum einen bilden sich an der Baustelle oft längere Staus, zum anderen dauern die Arbeiten deutlich länger als angekündigt. | Foto: Körner

B 462 bei Gernsbach

Kein Bauende vor Oktober

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Pendler im oberen Murgtal müssen sich weiter in Geduld üben. Entgegen anderslautenden Meldungen dauert die Sanierung der Bundesstraße 462 bei Gernsbach nun voraussichtlich doch bis Mitte Oktober. Wie das Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe auf BNN-Anfrage mitteilt, haben Verkehrsteilnehmer in dem betroffenen Abschnitt erst in zwei Monaten wieder freie Fahrt.

Aus September 2017 wird Oktober 2018

Ursprünglich hätte die Sanierung bereits im September 2017 abgeschlossen sein sollen. Wegen unerwarteter Probleme kam es indes wiederholt zu Verzögerungen. Der zu Beginn vorgesehene Zeitplan wird deshalb um mehr als ein Jahr verfehlt. Ärgerlich insbesondere für Pendler, schließlich ist die B 462 die bedeutendste Verkehrsader im Murgtal. Nach RP-Angaben passieren täglich rund 20 000 Fahrzeuge den Bauabschnitt, darunter 1 400 Lastwagen.

Unschöne Überraschung

Bei der Sanierung des 2,9 Kilometer langen Abschnitts zwischen Gernsbach und Hilpertsau, die eine halbseitige Sperrung der Bundesstraße mit Ampelregelung bedingt, hakte es von Beginn an. Hauptproblem laut Regierungspräsidium: Der unerwartet desolate Zustand der Entwässerungskanäle, der bei einer Voruntersuchung verborgen geblieben war. „Um die Gefahr von Aquaplaning zu minimieren, war daher eine grundlegende Erneuerung notwendig“, heißt es aus der Karlsruher Behörde. Schnell war klar: Das anvisierte Bauende im September vergangenen Jahres würde man nicht halten können.

 

Und dann kam der Winter: Längere Sanierungsabschnitte wollte man in der kalten Jahreszeit nicht mehr angehen. Das Regierungspräsidium begründete den Sanierungsstopp seinerzeit mit der Rücksichtnahme auf die Verkehrsteilnehmer. Im November wäre man grundsätzlich zwar so weit gewesen, die Arbeiten fortzusetzen. Dann allerdings hätte das Risiko einer witterungsbedingten Unterbrechung bestanden, etwa, weil bestimmte Straßenbauarbeiten bei Frost nicht möglich sind. Vor diesem Hintergrund wollte es das RP vermeiden, baustellenbedingte Teilsperrungen der Bundesstraße einzurichten und dann die Arbeiten wetterbedingt ruhen zu lassen.

Neuer Anlauf, neue Probleme

Im Frühjahr nahm man einen neuen Anlauf, jedoch traten neue Probleme auf: Im Erdreich gab es unschöne Überraschungen – bei Bauarbeiten durchaus keine Seltenheit. Zwischenzeitlich stießen die Bagger auf massives Felsmaterial, was den Einsatz von Spezialmaschinen erforderte. Unlängst war daher von einem Bauende im August die Rede – auch das kann nicht eingehalten werden. Nun also Mitte Oktober.

Vollsperrungen an Wochenenenden

Die mittlerweile drei Millionen Euro teure Sanierung der Bundesstraße zwischen Gernsbach und Hilpertsau – die Kosten trägt der Bund – war in drei Abschnitte eingeteilt worden. An Wochenenden waren mehrere Vollsperrungen notwendig geworden, an denen Autofahrer viel Geduld aufbringen musste. Zwischen der Abzweigung der Abzweigung der B 462 auf die L76b nach Reichental (Reichentaler Straße) und der Sebastian-Gruber-Brücke in Obertsrot wurden die Arbeiten mittlerweile abgeschlossen. Noch im Gange ist die Sanierung des letzten Abschnitts zwischen der Gruber-Brücke und dem südlichen Tunnelportal in Gernsbach.

Umleitung für Fußgänger und Radfahrer

Bis zum 28. August kann laut RP zudem der Geh- und Radweg auf einer Strecke von rund 500 Metern zwischen der Haltestelle Obertsrot und der Firma Casimir Kast wegen der Sanierung der B 462 nicht genutzt werden (die BNN berichteten). Die Radfahrerumleitung erfolgt über die Brücke gegenüber der Einmündung Scheuerer Straße auf die Klingelstraße (K3700), Obertsroter Landstraße, Gruberbrücke, AVG-Haltestelle Obertsrot, beziehungsweise in umgekehrter Richtung.
Die Fußgängerumleitung führt über Scheuern, Scheuerner Straße, Friedrichstraße, Talstraße, Karl-Götz-Straße, Markgraf-Bertholdstraße, Haltestelle Obertsrot und in umgekehrter Richtung. Von Gernsbach-Stadtmitte kommend wird gegenüber der Einmündung Scheurer Straße, in der Höhe der Fußgängerampel, ein Sperrschild für Radfahrer sowie Fußgänger mit dem Zusatz „Frei bis Casimir Kast“ aufgestellt.