Diese Aufnahme einer Fotofalle im Murgtal zeigt vermutlich den Wolfsrüden GW-852m. Am Kadaver des in Loffenau gefundenen Rehkitzes hat sich das Raubtier mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu schaffen gemacht. | Foto: FVA Baden-Württemberg

Nach Fund in Loffenau

Keine Wolfsspuren an Rehkadaver

Anzeige

Der Kadaver des Rehkitzes, der vor zwei Wochen bei Loffenau gefunden wurde, weist keine Wolfsspuren auf. Dies habe eine Untersuchung der Forstwirtschaftlichen Versuchs- und Forschungsanstalt ergeben, so Martin Hauser gegenüber den BNN. Der Wildtierbeauftragte des Landkreises Rastatt war bei einer Begutachtung des jungen Rehs noch vor Ort zum selben Ergebnis gekommen.

Spaziergänger meldet Wolfssichtung

Ein Spaziergänger hatte das tote Tier am Abend des 19. Oktober auf einer Anhöhe westlich von Loffenau entdeckt. Der Mann hatte in einer E-Mail an die BNN erklärt, er habe „gerade noch gesehen, wie der Wolf sich über die Böschung davongemacht hat.“ Mit großer Sicherheit steht nun fest: Ein Wolf hat nicht an dem Kadaver gefressen. Vermutlich war es ein Fuchs.

Keine Wolfsspuren

Der Spaziergänger hatte Hauser über seinen Fund unterrichtet. Der Wildtierbeauftragte kam zum Schluss, dass sich das Reh in einem Zaun verfangen und selbst erdrosselt hatte. Dafür sprachen Würgemale am Hals des unterernährten Tieres. Eindeutige Bissspuren wurden vor Ort nicht entdeckt. Das Reh habe einen „abgenagten“ Eindruck gemacht, erklärte Hauser – ein Wolf indes fresse seine Beute eher „mit Haut und Haaren“.

GW-852m im Murgtal

Seit Monaten streift ein aus Niedersachsen stammender Wolfsrüde mit der Kennung GW-852m durch das Höhengebiet des Murgtals, den Bereich zwischen Forbach und dem Kaltenbronn. DNA-Spuren bringen ihn mit mehreren Rissen in Verbindung, unter anderem Ende April in Bad Wildbad, als 44 Schafe starben, und Anfang September in Gernsbach-Reichental. Dort waren vier Tiere infolge des Wolfsangriffs verendet.