Am Weisenbacher Kindergarten ist die Nachfrage nach Betreuungsplätzen laut der Gemeinde gedeckt. Das ist allerdings nicht überall so: Weil der Bedarf immer weiter zunimmt, bewegen sich viele Murgtäler Kitas an ihrer Auslastungsgrenze. Die Kommunen unternehmen einiges, um die Situation für Familien mit Kindern zu verbessern. | Foto: Götz

Großer Bedarf im Murgtal

Kinderbetreuung bleibt eine große Herausforderung

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Seit 2013 hat jedes Kind ab dem Alter von einem Jahr einen Rechtsanspruch auf einen Grippen- oder Kita-Platz. Anlässlich des Weltkindertags der Vereinten Nationen am 20. November geben die BNN einen Überblick über die Versorgung im Murgtal. Es wird deutlich: Auch nach fünf Jahren ist der Bedarf längst nicht überall gedeckt. Einige Kommunen müssen noch immer Lücken stopfen, auch wenn der Trend offenbar in die richtige Richtung geht. Die Nachfrage hat sich in den vergangenen Jahren deutlich gewandelt. So ist das vor allem Interesse an der Ganztagsbetreuung deutlich gestiegen.

Gaggenau

In Gaggenau ist dies nach Aussage der Stadtverwaltung zwar „weitgehend“ der Fall. Allerdings passten häufig Eltern ihre familiäre Situation dem Angebot an. Oft warteten sie, bis ein Platz in ihrer Wunscheinrichtung frei werde. Aus dem Rathaus heißt es: „Nach der jetzigen Prognose werden im U3- und Ü3-Bereich Plätze fehlen.“ Die Kindergärten St. Antonius (Ottenau) und St. Laurentius (Bad Rotenfels) wurden erweitert. Zudem unterstütze man Menschen, die sich in der Kindertagespflege engagierten.

Viele neue Kita-Plätze haben die Murgtäler Kommunen in den vergangenen Jahren geschaffen – hier die Johannisbären-Gruppe im Rotenfelser Kindergarten. Dennoch ist an einigen Orten weiterer Bedarf vorhanden. | Foto: Mandic

Die Verwaltung erkennt klare Trends: Eine steigende Nachfrage durch den Bevölkerungszuwachs und ein immer größeres Interesse an längeren Betreuungszeiten. Die Nachfrage nach Ganztagsangeboten könne „nicht vollständig gedeckt“ werden. Alle Kindergärten seien ausgelastet.

Gernsbach

Die Stadt arbeitet nach eigenen Angaben intensiv daran, den Bedarf an Kinderbetreuungsplätzen zu decken. Der kürzlich eröffnete Waldkindergarten ergänzt das bisherige Ü3-Angebot. Demnächst ist die Öffnung einer eingruppigen Krippe in der Otto-Hahn-Straße geplant. Um weitere Plätze anbieten zu können, soll der Kindergarten „Fliegenpilz“ ausgebaut werden. In den vergangenen Jahren wurde das Krippenhaus „Pusteblume“ in Obertsrot für vier Gruppen erweitert, ebenso die Hilpertsauer Kita „Rockertstrolche“. Die Nachfrage nach dem Ganztagsangebot bis 17 Uhr und das Interesse an einer durchgängigen Betreuung bis 14 oder 14.30 Uhr hätten zugenommen.

Weisenbach

Derzeit ist der Bedarf an Krippen- und Kindergartenplätzen nach Gemeindeangaben gedeckt. 2019 ist eine Modernisierung des Kindergartengebäudes geplant. Für die Regelzeitbetreuung mit Mittagspause bestand laut Rechnungsamtsleiter Werner Krieg „kaum noch Bedarf“. Sie werde daher nicht mehr angeboten. Der größte Betreuungsbedarf betreffe die verlängerte Öffnungszeit von 7 bis 14 Uhr.

Forbach

Auch in der Schwarzwaldgemeinde steigt der Bedarf an Kita-Plätzen. In den vergangenen Jahren habe man in den Kindergärten im Kernort, in Bermersbach und Langenbrand ein „umfassendes Angebot von der Krippen- bis zur Ganztagsbetreuung geschaffen.“ Die größte Nachfrage besteht für die verlängerte Öffnungszeit bis 14 Uhr. Erfreulich sei die Entwicklung der Integrativen Betreuung von Kindern mit (drohenden) körperlichen und geistigen Behinderungen, die an allen Kindergärten umgesetzt wird. Durch den Einsatz zusätzlicher Integrationskräfte könnten betroffene Kinder mit gesunden Altersgenossen betreut werden. Sie müssten somit nicht mehr in sonderpädagogischen Einrichtungen mit langen Anfahrtswegen untergebracht werden. In Forbach soll eine weitere Betreuungsgruppe geschaffen werden. Danach bestünden Wartelisten „nur noch in sehr geringem Umfang und mit kurzer Wartezeit.“

Loffenau

Wie Bürgermeister Markus Burger informiert, sei im vergangenen Jahr deutlich geworden, dass Plätze in der U3-Betreuung fehlten. Durch den Umbau einer leer stehenden Mietwohnung im Kindergarten Kirchhaldenpfad habe man den Platz geschaffen, um dort eine weitere Krippengruppe einzurichten. Zusätzlich habe die Gemeinde eine Wohnung angemietet, in der Kindertagespflege angeboten werde. Der aktuelle Bedarf sei damit gedeckt.