Wie geht es weiter mit der evangelischen Johanneskirche Bad Rotenfels? Achim Rheinschmidt hält trotz des nicht erreichten Spendenziels an dem Projekt Gebetshaus fest. | Foto: Kocher

Projekt „Gebetshaus“

Kirchenkauf per Bausparvertrag?

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Seinen Optimismus lässt sich Achim Rheinschmidt aus Gaggenau nicht so schnell nehmen. Die Idee, mit Spendengeldern die zum Verkauf stehende Johanneskirche zu erwerben und zu einem „Gebetshaus Bad Rotenfels“ umzugestalten, verfolgt der „geistige Vater“ dieses Projektes nach wie vor, wie er im BNN-Gespräch betont. Auch wenn das selbst gesteckte finanzielle Ziel einer Spendenaktion zunächst deutlich verfehlt worden ist. Jetzt gibt es eine neue mögliche Variante: Kirchenkauf per Bausparvertrag.

Deutlich weniger Spenden

„In 24 Tagen 500 000 Euro“ – so lautete das ambitionierte Ziel für den Dezember; bis zum Heiligabend sollte die stolze Summe mit der Aktion „500 mal 1 000 Euro“ zusammenkommen, wobei der Spendenfortschritt für jedermann anschaulich in Form eines virtuellen Adventskalenders im Internet mit 24 Feldern für die Tage bis Weihnachten abgebildet wurde. Der Kontostand an Heiligabend (41 220 Euro) ist dann aber spürbar hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Für Rheinschmidt aber nicht das Ende aller Träume: „Das Spendenkonto wächst täglich weiter.“ Der Leiter der Bad Rotenfelser Eichelbergschule will zusammen mit Helge Rieger das Vorhaben eines christlichen Gebetshauses voranbringen.

„Es wird weitergehen!“

Wie berichtet, hatten im November 38 Mitglieder den Verein „Gebetshaus Bad Rotenfels“ gegründet, als Führungsduo wurden Helge Rieger (Vorsitzender) und Achim Rheinschmidt (Stellvertreter) gewählt. Rheinschmidt jetzt wörtlich: „Mein Gefühl sagt mir: Es wird weitergehen!“ Schließlich sei die erreichte Spendensumme ein deutliches Zeichen, an dem auch die evangelische Kirchengemeinde Gaggenau nicht einfach vorbeikomme.

Versammlung entscheidet

Noch im Januar – der konkrete Termin müsse noch festgelegt werden – werde man sich in einer nicht öffentlichen Sitzung mit allen Vereinsmitgliedern und Spendern zusammensetzen und über den weiteren Weg beraten und abstimmen. Diese Zusammenkunft gilt als ergebnisoffen: Rheinschmidt kann nach eigener Aussage – auf der Homepage des Gebetshauses – diejenigen verstehen, die jetzt sagen: „Das Ziel ist nicht erreicht“ oder „Schade, wir haben es probiert und verloren.“

Spenden als Grundstück für Bausparvertrag?

Rheinschmidt will aber weitermachen: „Wir werden das Ziel nicht aufgeben, sondern stärker fokussiert verfolgen“, sagt er gegenüber dieser Zeitung. Eine gangbare Variante ist für ihn die Finanzierung des Kirchenkaufs per Bausparvertrag; den Spendenbetrag als Grundstock einbringen und „das Ganze … in zehn Jahren abbezahlen – eine akzeptable Lösung“, schreibt er auf der Homepage.

Kaufpreis 350 000 Euro?

Eine andere Variante: „Ich bekomme den Gedanken nicht mehr aus dem Kopf, dass uns jemand diese Kirche kauft und zur Verfügung stellt. Sozusagen als nachträgliches Weihnachtsgeschenk,“ steht auf der Homepage des Vereins. Sollte sich keine der Varianten umsetzen lassen, betont Rheinschmidt, werde das Geld an die Spender ausbezahlt. Er geht weiterhin von einer Gesamtfinanzierung in Höhe von 500 000 Euro aus und kalkuliert mit einem Kaufpreis von 350 000 Euro; das darüber hinaus zur Verfügung stehende Geld werde für die Sanierung des Turms („Ob Abriss oder Sanierung – das ist in etwa dieselbe Summe“) und für weitere Maßnahmen im Gebäudeinneren benötigt.

„Autoprozession“ zur Entwidmung

Die Johanneskirche wird am Sonntag, 21. Januar, um 9.30 Uhr entwidmet. Die entwidmeten Gegenstände aus der Kirche werden per „Autoprozession“ in die Markuskirche als neue Gaggenauer „Zentralkirche“ der evangelischen Kirchengemeinde gebracht. Die erste Sitzung des Kirchengemeinderats ist für Ende Januar vorgesehen; ob dann eine Entscheidung über die Zukunft der Johanneskirche fällt, gilt derzeit als offen. Die Johanneskirche soll – wie weitere Immobilien auch – im Zuge des Fusionsprozesses der evangelischen Kirchengemeinde Gaggenau verkauft werden; die vereinigte Kirchengemeinde hatte sich zum 1. Juni 2017 aus zuvor drei selbstständigen Gemeinden gebildet.