In Räumlichkeiten der Hebelschule zwischen Körnerstraße und Wiesenweg wird Platz für eine Kindertageseinrichtung geschaffen.
In Räumlichkeiten der Hebelschule zwischen Körnerstraße und Wiesenweg wird Platz für eine Kindertageseinrichtung geschaffen. | Foto: Kocher

Höhere Energiekosten

Kita an der Hebelschule in Gaggenau wird 570.000 Euro teurer als geplant

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An der Hebelschule in Gaggenau wird eine weitere Kindertageseinrichtung zur Deckung des steigenden Bedarfs an Kindergartenplätzen erstellt. Im so genannten „Klassentrakt“ der Hebelschule (Baujahr 1967) wird der seit Jahren kaum genutzte Baukörper reaktiviert und mittels umfangreicher Sanierungsmaßnahmen in einen zeitgemäßen baulichen und energetischen Stand versetzt werden.

Von unserem Mitarbeiter Joachim Kocher

Das Projekt erläuterte Jürgen Lauten vom Hochbauamt in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Im Erdgeschoss werden nach Aussage von Lauten drei Krippengruppen für Kinder unter drei Jahren (U3) mit 30 Betreuungsplätzen und im Obergeschoss zwei Kindergartengruppen für Kinder über drei Jahren (Ü3) mit 40 Betreuungsplätzen entstehen. Neben den Gruppen- und Ruheräumen bilden der Speise- und Mehrzweckraum im Erdgeschoss und der Tobe- und Ruheraum im Obergeschoss Kernpunkte der Einrichtung.

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Ursprünglich waren Gesamtkosten in Höhe von 1,98 Millionen Euro veranschlagt. Die Verwaltung geht mittlerweile von Mehrkosten in Höhe von 570.000 Euro aus, die unter anderem durch das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG), die Erfüllung des sommerlichen Wärmeschutzes sowie der Montage einer Photovoltaikanlage entstehen. Die Gesamtkosten steigen dadurch auf 2,55 Millionen Euro.

Erneuerbare Energien müssen genutzt werden

Das EWärmeG gilt bei allen Neubauten und bei grundlegend renovierten öffentlichen Gebäuden und sagt aus, dass erneuerbare Energien genutzt werden müssen. Durch die Installation der PV-Anlage kann die komplette Wärmeversorgung klimaneutral betrieben und die Energiekosten (bezogen auf die Wärmeversorgung) mittels der PV-Anlage abgedeckt werden. Des Weiteren, so Lauten, werden durch die Sanierungsmaßnahmen jährlich insgesamt 91,5 Tonnen CO2 eingespart.

Der Jahresendenergiebedarf kann zudem von jetzigen 280.713 Kilowattstunden auf 48.142 Kilowattstunden gesenkt werden. Dies bedeutet eine jährliche Energieeinsparung von 10.000 Euro. Jürgen Lauten sprach auch die barrierefreie Anbindung an. Höhengleich seien sämtliche Gruppenräume U3, Elternsprechzimmer und Behinderten-WC-Anlage zu erreichen.

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Das erste Obergeschoss ist nur über die Treppenanlage erreichbar. Nach Aussage von Jürgen Lauten ist es das Ziel, bis Mitte/Ende April 2020 alle Aufträge vergeben zu haben. Wenn alles gut läuft, so Lauten, soll die Baumaßnahme bis Mitte Oktober abgeschlossen sein, so dass die Kita im November den Betrieb aufnehmen könnte.

Mehrkosten waren Thema im Gemeinderat

Den Plan bezeichnete Oberbürgermeister Christof Florus als „knapp und sportlich“. Auf die Mehrkosten gingen während der Sitzung mehrere Gemeinderäte ein. „Ich kann die erhöhten Kosten nicht nachvollziehen“, sagte FWG-Rat Martin Hahn. Er kritisierte zudem, dass man in den zurückliegenden fünf Jahren fast jedes Projekt nachfinanzieren musste. Bei der Fraktionsrunde sagte Andreas Paul, dass die Kostenerhöhung zur Unzeit komme.

„Wir hoffen, dass die Folgekosten bezahlbar sind“, meinte Jan Stenger (FWG). SPD-Fraktionschef Gerd Pfrommer betonte, dass es selbst Laien klar war, dass man zusätzlich Geld in die Hand nehmen muss, zumal die Hebelschule in die Jahre gekommen ist. „Wir hätten auch andere technische Lösungen untersuchen sollen“, meinte Wolfgang Nießen von den Grünen.

„Die Baukosten gehen überall hoch“, betonte Armin Kellert von der AfD. Alexander Haitz von der FDP sagte, dass man die Einwände hinsichtlich der Kosten ernst nehmen sollte. Der Gemeinderat stimmt dem Sanierungs- und Technikkonzept mit den zu erwartenden Kosten zu. Während der Sitzung vergab der Gemeinderat noch drei Gewerke.

So wurden die Fensterbauarbeiten an eine Firma aus Haslach zum Angebotspreis von 398.884 Euro vergeben. Mit den Sanitärinstallationsarbeiten wurde ferner eine Firma aus Sinzheim zum Angebotspreis von 94.169 Euro beauftragt. Die Elektroinstallationsarbeiten wurden an die Firma Dreher aus Gaggenau zum Preis von 151.608 Euro vergeben.