Der Haussegen bei König Metall in Bad Rotenfels hängt mächtig schief. Nun hat sich der Betriebsrat aus den Mediationsgesprächen zurückgezogen.
Der Haussegen bei König Metall in Bad Rotenfels hängt mächtig schief. Nun hat sich der Betriebsrat aus den Mediationsgesprächen zurückgezogen. | Foto: Dorscheid

Streit in Bad Rotenfels

König Metall: Betriebsrat lässt Mediation platzen

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Der Automobilzulieferer König Metall aus Bad Rotenfels kommt nicht zur Ruhe. Nach BNN-Informationen hat der Betriebsrat Mediationsgespräche abgebrochen und erhebt weitere Vorwürfe gegen die Geschäftsführung. Am Donnerstag war auch die zweite Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht ergebnislos verlaufen. Zwischen der Arbeitnehmervertretung und der Chefetage des Traditionsunternehmens war in den vergangenen Monaten ein öffentlicher Streit entbrannt, in dem es unter anderem um das Mitbestimmungsrecht des Betriebsrates und die mutmaßliche Bespitzelung von Mitarbeitern durch die Geschäftsführung ging.

Vertrauensbruch bei König Metall

Nun hat das Gremium offenbar die vom Daimler-Betriebsratsvorsitzenden Michael Brecht und Frithjof Punke, einem ehemaligen Vorstandsmitglied bei Daimler, geleitete Mediation abgebrochen. Wie die BNN aus gut unterrichteten Kreisen erfahren haben, lastet der Betriebsrat der Inhaberin und Geschäftsführerin von König Metall, Nina Zwiebelhofer, einen „erneuten Vertrauensbruch“ an.

Vorgehen der Geschäftsführung

Bereits im November hätten sich drei Mitglieder des Betriebsrats mit der Geschäftsführung zu Mediationsgesprächen zurückgezogen, darüber allerdings Stillschweigen vereinbart. An diese Vereinbarung habe sich Zwiebelhofer nicht gehalten, heißt es. Stattdessen habe sie sich mit ihrem Anwalt über Gesprächsdetails ausgetauscht, die dieser bei der Güteverhandlung wiedergegeben habe. Nach Informationen der BNN herrschte im Unternehmen Entsetzen und Unverständnis über die Vorgehensweise der Geschäftsführung.

Vorwürfe vom Betriebsrat

Der Betriebsrat hält der Unternehmensleitung eine mangelnde Kommunikation von Personalentscheidungen und eine Verletzung seines Mitbestimmungsrechts bei Einstellungen vor. Noch schwerer wiegen die weiteren Vorwürfe: Zum einen, heißt es aus dem Betriebsrat, überwache das Unternehmen die Telefonate seiner Mitarbeiter – ohne das Gremium vorab in die Entscheidung miteinbezogen zu haben.

Diskussion um Eule

Gerade zu grotesk die Anklage, Geschäftsführerin Nina Zwiebelhofer habe vertrauliche Gespräche mit dem Betriebsrat heimlich mit einem technischen Gerät in der Gestalt einer Eule aufgezeichnet. Zwiebelhofer, die am Donnerstag nicht vor Gericht erschienen war, ließ ihren Anwalt ausrichten, bei der Eule handele sich lediglich um ein „Spielzeug“.