Visualisierung des Pilotprojekts eWayBW | Foto: pr

Nach Kritik von Kommunen

Land hält an Oberleitungsprojekt eWayBW im Murgtal fest

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Das Land Baden-Württemberg will an dem umstritten Oberleitungs-Projekt „eWayBW“ im Murgtal festhalten. Das betont Verkehrsminister Winfried Hermann in einer Pressemitteilung. Am Donnerstag bespricht das Ministerium das weitere Vorgehen mit den betroffenen Kommunen. Die Gemeinden hatten das Vorhaben zuletzt heftig kritisiert.

Die Bedenken der Menschen vor Ort nehme er durchaus ernst, betont Hermann. Es sei jedoch auch eine Chance, an einem innovativen Forschungsprojekt mitzuwirken, dessen Erkenntnisse bundesweit bedeutsam seien. „Das Forschungsprojekt ist wegweisend für die mögliche Einführung eines Oberleitungs-Basisnetzes in Deutschland“, so Hermann.

Hermann: eWayBW für Verkehrswende wichtig

Es sei dringend notwendig, gerade im Straßenverkehr den CO² -Ausstoß zu senken. Auch mit Blick auf den weiteren Anstieg des Güterverkehrsaufkommens sei klimafreundlicher Verkehr auf der Straße dringend notwendig.

Visualisierung | Foto: pr

In absehbarer Zeit werde mehr als die Hälfte der wirtschaftlich notwendigen Güterverkehrsleistung auf der Straße abgewickelt. Umso dringender seien Alternativen zum bisher dominierenden Diesel-Lkw notwendig.

Verweis auf Studien

Hermann verweist in dem Zusammenhang auf aktuelle Studien des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg und des Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation. Diese würden die Notwendigkeit der Oberleitungstechnologie als wichtigen Beitrag zu einem effektiven Klimaschutz unterstreichen.

Wir werden zusammen mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe alles tun, die Beeinträchtigungen während der Bauphase so gering wie möglich zu halten.

Verkehrsminister Winfried Hermann

„Deshalb wollen wir alle Möglichkeiten fördern und erproben, die helfen, Emissionen einzusparen“, wirbt der Verkehrsminister für das Pilotprojekt. Hierbei sei das Murgtal für das Land ein wichtiger Partner.

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Hermann versichert: „Wir werden zusammen mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe alles tun, die Beeinträchtigungen während der Bauphase so gering wie möglich zu halten.“

Vollsperrung nicht erforderlich

Auf die von den Rathäusern und einzelnen politischen Akteuren im Murgtal geäußerte Kritik an der eWayBW-Teststrecke im Murgtal entgegnete der Verkehrsminister: „Es wird immer wieder behauptet, dass während des Baus eine Vollsperrung der B462 erforderlich wäre. Dies ist nicht der Fall.“

Der Bauablauf werde so aussehen, dass auf der B462 dauerhaft ein Fahrstreifen in jeder Fahrtrichtung zur Verfügung stehe. Der Verkehr verbleibe damit planmäßig auf der B462, Umleitungsstrecken seien nicht notwendig.