Porsche
Ein Einzelstück ist der Porsche 964 GS Manufaktur, den Philipp Göller (links) und sein Vater Gerhard Stefan zusammen gebaut haben. | Foto: Körner

Nostalgie-Porsche aus Gaggenau

Männertraum mit Retro-Charme

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Heiße Kurven, große Augen und ein ungezügeltes Temperament: Das Schmuckstück in der Werkstatt beim Autohaus Stefan lässt die Herzen von Automobil-Nostalgikern höherschlagen. Der Porsche 964 ist ein Familienprojekt, Gerhard Stefan und Sohn Philipp Göller haben ihn gebaut. Der Clou: Auf Basis des Modells von 1990 verheirateten sie den Charme der 70er Jahre mit modernster Technik.

Altes Design und neue Technik

ABS, Airbags, Klimaanlage und Servolenkung – die technischen Helferlein unter der Karosserie stammen aus der automobilen Neuzeit. Sein Gesicht erhielt der Porsche in Anlehnung an den 964er der Siebziger. „Alles individuell entwickelt“, betont Gerhard Stefan. An diesem Sonntag sind ausgewählte Porsche-Liebhaber auf das Werkstattgelände in der Luisenstraße 4 eingeladen, um sich selbst ein Bild vom Sportwagen zu machen. Stefan: „Wir wollen Feedback, um zu sehen, was wir noch verbessern können.“

Im Wagen steckt viel Herzblut

2 000 Arbeitsstunden, viel Herzblut und eine sechsstellige Summe haben Vater und Sohn in den Porsche gesteckt. Die Idee dazu wurde am Computer geboren. Ein Bildschirmschoner gab die Initialzündung. „Mein ehemaliger Meister hatte einen Porsche 964 Singer darauf“, erinnert sich Stefan. Seine Neugier war geweckt. Die Firma Singer, die in Kalifornien historische Träume auf vier Rädern wahr werden lässt, ist das Vorbild der beiden Gaggenauer. Bei einem Besuch in den USA waren Vater und Sohn schwer beeindruckt. Ihr Ehrgeiz war geweckt: „Was die können, können wir auch“, dachte sich Stefan.

Karosserie mit Knetmasse modelliert

Seit eineinhalb Jahren basteln die zwei Tüftler an ihrem Schätzchen. Stefan und Göller bestellen Knetmasse, erhitzen sie im Backofen und modellieren mit ihr die Karosserie nach dem Vorbild aus den Siebzigern. „Ein Riesenaufwand“, sagt Stefan heute, „wenn wir gewusst hätten, was alles auf uns zukommt, hätten wir wohl nie begonnen“. Die schweißtreibende Arbeit hat sich gelohnt. Die verbreiterten Kotflügel, Haube, Spoiler, LED-Scheinwerfer, Armaturen, Fahrwerk und Auspuff sind das Werk von Vater und Sohn. Der Motor wird generalüberholt und auf 320 Pferdchen aufgemotzt (Höchstgeschwindigkeit: 300 km/h).

Prototyp wird nicht verkauft

Entstanden ist ein Prototyp mit Karbon-Karosserie. Fahrtauglich ist der Hightech-964er mit iPad-Soundsystem und Retro-Charme noch nicht. Mit dem TÜV haben Stefan und Göller eng zusammengearbeitet. „Eine Erlaubnis wird er bekommen“, so Stefan. Verkauft wird der Porsche aber auch nach seiner Fertigstellung nicht. „Unser Herz hängt an dem Porsche“, sagt Göller, „den fahren wir auf jeden Fall selbst“. Für den Verkauf wolle man eine Kleinserie mit bis zu zehn Fahrzeugen produzieren. Die maßgeschneiderten Fahrzeuge sollen den Beinamen GS Manufaktur tragen (Göller + Stefan).

Porsche hat die beste Performance

Ihr Preis hängt von den Wünschen der Kunden ab, dürfte aber in jedem Fall deutlich im sechsstelligen Bereich liegen – Ende nach oben hin offen. Zwar restauriert der Familienbetrieb auch historische Modelle anderer Marken, die Stuttgarter Sportwagenschmiede hat es den begeisterten Tüftlern aber besonders angetan. „Porsche hat die beste Performance“, ist Göller überzeugt. Für den Retro-Chic sorgen Vater und Sohn selbst – und lassen so Männerträume in Erfüllung gehen.