Austausch vor Ort: Organisationsleiter Edgar Kary, KSC-Teammanager Burkhard Reich und Manfred Striebich, Vorsitzender der Spvgg Ottenau (von links). | Foto: Körner

Marmorkuchen in der Kabine

KSC-Testspiel-Auftakt im Murgtal

„Kolasinac – ein Mann für Otto Rehhagel“ titelten die BNN 1992, nachdem der Karlsruher SC in Ottenau gegen eine Murgtal-Auswahl angetreten war. Vor 2 500 Zuschauern unterlagen die Amateure dem damaligen Bundesligisten mit 2:9, doch Rifat Kolasinac steuerte beide Treffer bei. Nach dem Abpfiff empfahl Schiedsrichter Karl Steimer den Murgtäler Torjäger scherzhaft dem großen Otto Rehhagel. 26 Jahre später gibt es eine Neuauflage der Begegnung: Am Sonntag, 24. Juni, um 16 Uhr trifft der KSC – mittlerweile nur noch Drittligist – erneut auf eine Murgtalelf. Gastgeber ist abermals die Spvgg Ottenau, die am Dienstag prominenten Besuch hatte.

Besuch von Burkhard Reich

KSC-Teammanager Burkhard Reich (200 Bundesligaspiele) macht sich ein Bild vor Ort und bespricht organisatorische Details mit dem Vorsitzenden Manfred Striebich und Kassenprüfer Edgar Kary. Man verständigt sich darauf, wo der Mannschaftsbus stehen soll, wie der Speiseplan der Profis rund um das Spiel aussieht und wann Zeit für Autogramme sein wird. Die Organisation sei eine „große Aufgabe für den Verein“, berichtet Kary. Rund 50 Mitglieder sind in die Vorbereitungen involviert.

Kuchen für den KSC

Die Wünsche des KSC müssen berücksichtigt werden: In der Kabine gibt’s Obst und Marmorkuchen, nach dem Spiel Putenschnitzel, Spaghetti und Salat in der Vereinsgaststätte. Dort werden die Profis abgeschirmt sein. Autogrammjäger, informiert Reich, könnten nach dem Abpfiff auf ihre Kosten kommen. Der Bereich rund um die KSC-Bank müsse abgesperrt werden, bittet er, sodass sich Mannschaft und Trainer auf das Spiel konzentrieren können.

Im Ottenauer Murgstadion tritt der Karlsruher SC am 24. Juni zu seinem ersten Vorbereitungsspiel auf die neue Saison an. | Foto: Körner

Da es der erste Auftritt in der neuen Saison ist, werden nicht nur die Zuschauer in Ottenau einen prüfenden Blick auf die Neuzugänge werfen. Auch Sportdirektor Oliver Kreuzer und Präsident Ingo Wellenreuther haben sich angekündigt. Damit auf dem Platz alles rund läuft, muss der Rasen vor dem Spiel und in der Halbzeit gewässert werden. Die Bälle bringt der KSC selbst mit.

Motivierte Murgtal-Auswahl

Für die Amateurfußballer soll es das Spiel ihres Lebens werden. Der Kader setzt sich zusammen aus Spielern der ersten Mannschaft der Spvgg Ottenau und weiteren Akteuren aus dem Murgtal, darunter Kevin Zeltmann, Daniel Zimmer (beide FV Bad Rotenfels), Luca Mahler, Marco Lumpp (beide TSV Loffenau) und Dominic Hass (FV Hörden). Kary will im Vorfeld dafür sorgen, dass die Amateure nicht übermotiviert zur Sache gehen und ihre Gegenspieler verletzen: „Da wird es eine klare Ansage geben, denn wir alle wollen, dass der KSC nächste Saison erfolgreich ist“.

Wir hätten Sie gerne als Zweitligisten empfangen.

Dabei ist es gerade der Misserfolg, der den Traditionsverein ins Murgtal führt. Zehn Monate lang hat sich Kary um das Gastspiel bemüht. Antwort: Es findet nur statt, wenn der Aufstieg in die Zweite Bundesliga verpasst wird. Sonst hätte das Testspiel nicht in die Vorbereitungsplanung gepasst. „Trotzdem haben wir gehofft, dass der KSC es packt“, meint Striebich schmunzelnd zu Reich, „wir hätten Sie auch gerne in einem Jahr als Zweitligisten empfangen“. Umsonst spielt der KSC nicht, die vertraglichen Details indes sind geheim.

2:9 oder besser?

In Ottenau erinnert man sich noch gut an das 2:9 von 1992, als Winfried Schäfer noch auf der Karlsruher Trainerbank saß. „Einstellig, das schaffen wir wieder“, kündigt Kary lachend an. Im Clubhaus wird bei Brezeln und Apfelsaftschorle noch ein wenig gefachsimpelt, während Reich rätselt, ob er damals in Ottenau selbst auf dem Platz stand. Ein BNN-Artikel aus dem Archiv, bittet er um Mithilfe, soll Klarheit bringen.