Regelmäßig ignoriert wird von Brummi-Fahrern das Verbotsschild auf dem B462-Parkplatz Amalienberg – was aber nicht verwundert: Schließlich müssen sie ihre Ruhezeiten einhalten und es gibt generell viel zu wenige Abstellplätze für Lkw.
Regelmäßig ignoriert wird von Brummi-Fahrern das Verbotsschild auf dem B462-Parkplatz Amalienberg – was aber nicht verwundert: Schließlich müssen sie ihre Ruhezeiten einhalten und es gibt generell viel zu wenige Abstellplätze für Lkw. | Foto: Dorscheid

Initiative schreibt Politikern

Mehr Stellplätze für Lastwagen auf dem Parkplatz am Amalienberg in Gaggenau geplant

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Einen neuen Anlauf zum Parkplatz am Amalienberg an der B462 hat die Initiative Lärmschutz der Siedlergemeinschaft Gaggenau-Ottenau unternommen. Sprecher Manfred Striebich hat sowohl an das Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe als auch ans Landratsamt Rastatt geschrieben.

Die Initiative setzt sich für die Sperrung des Parkplatzes für Lastwagen ein und hat ihr Schreiben an die jeweils neuen Behördenleiter gerichtet: An Regierungspräsidentin Sylvia Felder, seit April im Amt, und an Landrat Toni Huber, seit Anfang Mai auf dem Chefsessel in Rastatt. Aber: Die Chancen, dass die aktuelle Planung geändert wird, stehen nicht wirklich gut.

Lärmschutzwand zur Bundesstraße

Der Sachverhalt habe sich nicht geändert, sagt ein RP-Sprecher auf BNN-Nachfrage. Es sei weiterhin vorgesehen, den Parkplatz von bislang acht auf 16 Stellplätze für Lastwagen zu erweitern, dabei aber mit einer Lärmschutzwand zur Bundesstraße zu versehen: Dies zum einen mit Blick auf die Bevölkerung, zum anderen aber auch für die Lkw-Fahrer selbst, damit sie während ihrer Ruhezeiten besser vor den Geräuschen der B462 geschützt seien.

Termin steht noch nicht fest

Ein erster Entwurf hierfür sei dem Gemeinderat Gaggenau vorgelegt und von diesem gebilligt worden, die Planung werde aktuell weitergeführt. Ein Termin für die Baumaßnahme stehe aber noch nicht fest, so der Sprecher der Karlsruher Mittelbehörde abschließend.

Parkplatz am Amalienberg ist eigentlich gesperrt

Bekannt ist, dass die Stellplätze für Lastwagen entlang der Autobahnen und Fernstraßen für den seit Jahren anwachsenden Güterverkehr auf der Straße bei weitem nicht ausreichen; auf der Suche nach einem Stellplatz für ihre Ruhezeiten weichen die Brummilenker deshalb verstärkt auf Parkbuchten und Plätze entlang der Bundesstraßen aus. Was auch gut in Gaggenau und Gernsbach zu beobachten ist, der B462-Parkplatz Amalienberg gehört in diese Kategorie – auch wenn er für den Schwerlastverkehr eigentlich gesperrt ist.

Teil des Mobilitätskonzepts

Im Landratsamt Rastatt zeigt man großes Verständnis für die Bedenken der Anlieger des Parkplatzes Amalienberg, die im Wesentlichen in der Siedlung Ottenau zu finden sind, verweist aber auch auf die primäre Zuständigkeit des RP in dieser Angelegenheit. Der Neu- und Ausbau von Parkplätzen sei auch Teil des Mobilitätskonzepts für die Wirtschaftsregion Mittelbaden, so eine Sprecherin des Landratsamtes. Auch ein Autohof, wie von der Initiative vorgeschlagen, sei sicherlich eine gute Idee. Letztlich könne man aber nur an die Politik appellieren, tätig zu werden.

Lkw parken regelmäßig

Manfred Striebich führt in seinen Schreiben an Sylvia Felder und Toni Huber aus, dass „wir in der Siedlung Ottenau besonders unter der unbefriedigenden Parkplatzsituation für die Lkw leiden“. Der Parkplatz am Amalienberg sei inzwischen für Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt. Als der Parkplatz aufgrund des dort abgelagerten Aushubmaterials zuvor komplett gesperrt worden sei, sei dieses Verbot auch eingehalten worden. „Seit jedoch die Vollsperrung aufgehoben wurde, parken verbotenerweise wieder regelmäßig Lkw auf diesem Parkplatz. In der Folge gibt es immer wieder Lärmbelästigungen für die Einwohner in der darunterliegenden Siedlung durch laufende Motoren, Kühlaggregate, laute Musik etc.“

Verständnis von Seiten der Initiative

Die Initiative habe durchaus Verständnis dafür, dass die Fahrer in ihrer Not trotz des offiziellen Verbotes auf diesem Parkplatz parken; so wie sie regelmäßig auf andere mögliche Parkflächen entlang der B462 ausweichen würden. Dennoch sei die aktuelle Situation weiterhin sehr unbefriedigend.

Das Verweilen im Wohnzimmer ist in solchen Situationen sehr unangenehm.

Striebich: „Seit ich seit einem Jahr wieder in der Siedlung Ottenau direkt unterhalb der B462 und direkt unterhalb des Parkplatzes am Amalienberg wohne, konnte ich mich selbst von den unangenehmen Nebenwirkungen der laufenden Motoren und Kühlaggregate von geparkten Lkw überzeugen. Wir haben in der Albrecht-Dürer-Straße 5 in der Siedlung Ottenau … ein staatlich gefördertes, neues energieeffizientes KfW 55-Haus in Holzfertigbauweise errichten lassen. Das Problem dabei ist, dass Teile des Gebäudes – insbesondere der Wohnbereich – die Vibrationen von laufenden Lkw-Motoren und Kühlaggregaten auffängt und eine unangenehme Resonanz erzeugt. Das Verweilen im Wohnzimmer ist in solchen Situationen sehr unangenehm.“

Anwohner befürchten größere Nutzung

Den geplanten weiteren Ausbau des Parkplatzes am Amalienberg könne man als betroffene Anwohner keinesfalls befürworten. „Wir befürchten ein deutlich größeres Aufkommen an geparkten Lkw als bisher. Insbesondere befürchten wir, dass die geplante Lärmschutzwand die Ausbreitung der Vibrationen von laufenden Lkw-Motoren und Kühlaggregaten durch den Boden nicht verhindern wird. Ferner befürchten wir im Bereich der Ein- und Ausfahrten eine Zunahme der Lärmpegel durch abbremsende beziehungsweise anfahrende Lkw. Schließlich befürchten wir, dass die Rollgeräusche der auf der B462 vor der Lärmschutzwand vorbeifahrenden Fahrzeuge – insbesondere Lkw – durch diese verstärkt und in das Wohngebiet zurückgeworfen werden. Dadurch würde der Lärmpegel insgesamt wieder erhöht werden, was den Effekt der eingebauten Lärmminderungsmaßnahmen (Flüsterasphalt und Betongleitwand) zunichtemachen würde.“

Vollständige und physische Sperrung des Parkplatzes am Amalienberg für Lkw durch höhenbeschränkende Tore.

Zudem, so die Initiative, würde ein Ausbau des Parkplatzes am Amalienberg das Problem der vielen fehlenden Lkw-Parkplätze entlang der B462 nicht lösen. Vielmehr trete man für eine „vollständige und physische Sperrung des Parkplatzes am Amalienberg für Lkw durch höhenbeschränkende Tore ein“; als Ersatzmaßnahme schlagen die Ottenauer vor, die „Schaffung von größeren, zeitgemäßen Parkmöglichkeiten entlang der B462 in der Ebene zwischen Bischweier und der Anschlussstelle zur A5 Rastatt-Nord voranzubringen. Analog von anderen Autobahnanschlussstellen zu stark frequentierten Bundesstraßen in unserer Region (Anschlussstellen Achern und Bruchsal) würde sich die Einrichtung eines Autohofes anbieten, ein solches Projekt könnte mit Sicherheit von einem privaten Investor wirtschaftlich betrieben werden. Selbstverständlich müsste eine solche Einrichtung in ausreichender Entfernung beziehungsweise mit ausreichenden Lärmschutzmaßnahmen zu Wohngebieten im dortigen Bereich (Rauental) errichtet werden.“