Voll motiviert: Daniel Retsch ist mittlerweile seit drei Monaten im Amt. Das Hirsch-Areal und die Werkrealschule sind zwei seiner Prioritäten für 2020. | Foto: Christiane Widmann

Kommunalpolitik

100 Tage Bürgermeister in Weisenbach: Meilenstein für Daniel Retsch

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Tag 100 im Amt: Diese Wegmarke erreicht Daniel Retsch, der Bürgermeister von Weisenbach, am Mittwoch. Welche Prioritäten er für das Jahr 2020 setzt, berichtet er im Gespräch mit der BNN.

Sein Einstand im Oktober und seine Einarbeitung seien gut verlaufen, berichtet Daniel Retsch. Durch die fünfmonatige Vakanz haben sich zwar einige Aufgaben angesammelt, doch „wir sehen es als sportliche Herausforderung, falls es zu einem größeren Arbeitsaufwand kommt.“ Sein Vorgänger Toni Huber ist seit Mai Landrat in Rastatt.

Wir müssen auf Sicht fahren.

Daniel Retsch zur Haushalts- und Investitionsplanung

Nun steht die Haushaltsplanung für 2020 an, inklusive der Investitionsplanung für die kommenden Jahre. „Wir müssen auf Sicht fahren“, sagt Retsch. Der Wirtschaftsabschwung in der Automobilbranche könnte sich auch in Weisenbach bei der Einkommensteuer bemerkbar machen.

Aktuell schlägt das schlechte Forstjahr zu Buche. Und die Gewerbesteuereinnahmen fallen in der Gemeinde von jeher eher gering aus.

Chance für Glasfaser-Ausbau

Deshalb wird sich bei zukunftsträchtigen Themen wie dem Netzausbau die Frage stellen, was machbar ist und was nicht. Die Gemeinde lässt derzeit ermitteln, was es kosten würde, Leerrohre für Glasfaserkabel mitverlegen zu lassen, wenn der Landkreis Leitungen für das Backbone-Netz verlegt.

Retsch sieht darin eine große Chance. Er rechnet jedoch mit einem einstelligen Millionenbetrag ohne große Chancen auf eine Förderung.

Vier Projekte haben 2020 Priorität

Die größte Priorität im Jahr 2020 misst der Bürgermeister vier Projekten bei: der Entwicklung des Hirsch-Areals an der Haupt- und Eisenbahnstraße; der Folgenutzung der Werkrealschule; der Verbesserung der Verkehrssituation in allen Ortsteilen und der Aufwertung von Spielplätzen.

Für das Hirsch-Areal arbeitet die Verwaltung mit der Stadtentwicklungsgesellschaft „Steg“ ein Konzept für altersgerechtes Wohnen aus. Für die „optimale Entwicklung“ des Areals müsse die Gemeinde ein zusätzliches Grundstück erwerben, so Retsch. Er habe den Eigentümern Gesprächsbereitschaft signalisiert.

Die Gemeinde erarbeitet aber auch eine Variante ohne das Grundstück: „Wir müssen uns nach allen Richtungen aufstellen.“

Ideenwettbewerb für die Nachnutzung der Werkrealschule

Zur Folgenutzung der ehemaligen Werkrealschule ist ein Gesamtkonzept notwendig, das die Grundschule mit einbezieht. Einige Ideen seien schon an ihn herangetragen worden, sagt Retsch. Er selbst könnte sich einen Ideenwettbewerb vorstellen. Dann könnte die Gemeinde von Ideen von außen profitieren.

Im Straßenverkehr sollen neu ausgewiesene Stellplätze und Kontrollen die Wildparkerei eindämmen. „Wir gehen Schritt für Schritt weiter“, sagt Retsch. Nach Maßnahmen im Ortskern soll unter anderem die Koloniestraße in Neudorf in den Blick rücken.

Retsch plant ein Eltern-Café

Für die vier Spielplätze in Weisenbach ermittelt die Verwaltung im Lauf des Jahres, ob Verbesserungsbedarf besteht. Dabei sollen Zahl und Alter der Kinder in der Nachbarschaft berücksichtigt werden.

Für Eltern schwebt Retsch außerdem ein Café-Treff ab dem Frühjahr vor: „ein regelmäßiges, offenes und kostenloses Angebot“, so seine Idee.

Das bedeutet: keine Warteliste. Das ist nicht selbstverständlich.

Daniel Retsch zur neuen Kindergartengruppe ab 2021

Themen wie die Kinderbetreuung ist das Rathaus bereits angegangen. Wie berichtet, wird es ab Januar 2021 eine zusätzliche Gruppe im St. Christophorus-Kindergarten geben. „Das bedeutet: keine Warteliste. Das ist nicht selbstverständlich“, sagt Retsch.

Trinkwasserversorgung gegen Engpässe wappnen

Ihm ist auch eine ergänzende Trinkwasserversorgung wichtig. Das Thema ist im November im Zusammenhang mit einem Wasserstrukturgutachten aufgekommen. Die Weisenbacher beziehen üblicherweise örtliches Quellwasser. Für Engpässe, beispielsweise in heißen Sommern, sind Anschlüsse an die Versorgungsnetze in Langenbrand (Forbach) oder Hilpertsau (Gernsbach) denkbar.