Fleißig gearbeitet wird derzeit am Mehrzweckhaus, das durch die Finanzierung der Stiftung "Zukunft durch Bildung" in Granada (Nicaragua) entsteht. | Foto: pr

Projektvorstellung in Gaggenau

Metaller helfen Menschen in Nicaragua

Mit der Initiative „Zukunft durch Bildung“ unterstützt eine Gruppe von IG Metallern ein Armenviertel in Nicaragua. Eine treibende Kraft hinter den wohltätigen Projekten ist Paul Rodenfels. Am Donnerstag stellte der ehemalige Geschäftsführer der Gaggenauer Gewerkschaft die Arbeit der Initiative der Presse vor, flankiert von der Ersten Bevollmächtigten Claudia Peter und Angel Stürmlinger, dem früheren Geschäftsführer der Karlsruher Metaller.

Bildung ist der Schlüssel zu einem besseren Leben

Unter dem Schlagwort „Kultur darf kein Luxus sein“ fördert die Initiative unter anderem den Musikzweig der Fundacion „Casa de los tres mundos“ (Stiftung des „Hauses der drei Welten“). Mehr noch: In Kooperation mit einer Frauenorganisation entsteht derzeit in einem Armenviertel der Stadt Granada (80 000 Einwohner) ein Mehrfunktionenhaus mit Kindertagesstätte. „Bildung ist der Schlüssel zu einem besseren Leben“, betonte Stürmlinger bei der Präsentation des Projekts in den Räumen der Gaggenauer IG Metall.

Ein Buch kostet einen halben Monatslohn

Die Voraussetzungen für junge Menschen sind in Nicaragua, einem der ärmsten Länder Lateinamerikas, denkbar schlecht. Rund 60 Prozent der Mütter sind nach Auskunft von Stürmlinger alleinerziehend. Weil sie den bescheidenen Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder an Marktständen erwirtschaften müssen, ist der Nachwuchs zu Hause auf sich gestellt.

 

Die Älteren sind dann für ihre kleinen Geschwister verantwortlich, an Kita- und Schulbesuche ist so kaum zu denken. Es ist ein Teufelskreis: Den ärmlichen Lebensverhältnissen – der durchschnittliche Monatslohn liegt in den Slums („Barrios“) selten über 50 Euro – könnten sie allenfalls durch eine gute Bildung entkommen. Doch allein der Kauf eines Buches würde die Hälfte des monatlichen Einkommens verschlingen.

Kita und Nachhilfe

Deshalb haben sich Gewerkschaftler aus der Region zusammengetan, um den „Nicas“, wie die Einwohner Nicaraguas genannt werden, ein bessere Perspektive zu bieten. Beim Bau des Mehrfunktionenhauses, in dem ab Sommer 2018 eine Kita, eine Nachhilfeschule und Weiterbildungsangebote für Erwachsene angesiedelt werden sollen, mussten die Helfer von Null anfangen.  In dem 5 000 Einwohner zählenden Armenviertel gibt es keine befestigten Straßen, nur wenige Wasserleitungen und kaum Strom.

Bauarbeiten am Mehrzweckhaus in Granada/Nicaragua. | Foto: pr

Das von einem amerikanischen Ehepaar gespendete Gelände wurde im vergangenen Jahr an die Frauenorganisation „Asociacion de mujeres nicaragüenses Luisa Amanda Espinoza“ („Vereinigung der nicaraguanischen Frauen Lusia Amanda Espinoza“) übergeben. Durch Spendengelder will man nicht nur den Bau, sondern auch den Betrieb des Hauses finanzieren. „Wir streben ein nachhaltiges Engagement an“, erklärte Rodenfels.

Unterstützung für Musikschule

Der von Dietmar Schönherr gegründeten Stiftung „Casa de los tres mundos“, die in Granada eine Musikschule betreibt, griff man ferner mit Spenden in Höhe von knapp 10 000 Euro unter die Arme. So sollen vorhandene Instrumente instand gehalten und neue angeschafft werden.

Spendenkonto
Stiftung Zukunft durch Bildung, Sparkasse Karlsruhe-Ettlingen, IBAN DE80 6605 0101 0108 2319 11