Gähnende Leere herrschte am Dienstag auf dem Mehliskopf. Wegen der Warnung vor Sturmböen und Schneebruch wurde der Liftbetrieb vorerst eingestellt.
Gähnende Leere herrschte am Dienstag auf dem Mehliskopf. Wegen der Warnung vor Sturmböen und Schneebruch wurde der Liftbetrieb vorerst eingestellt. | Foto: Körner

Bislang keine Straßensperrung

Murgtal bleibt vom Winterchaos verschont

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Die Freude währte nur kurz: Nach zwei Tagen ist der Liftbetrieb auf dem Mehliskopf am Dienstag wieder eingestellt worden. Sturm und Eisregen machten Wintersportlern einen Strich durch die Rechnung. Der Wintereinbruch an der Schwarzwaldhochstraße hatte bereits am Dreikönigs-Wochenende für chaotische Verkehrsverhältnisse gesorgt. Wegen der steigenden Schneebruchgefahr war die B500 am Dienstag zwischen Hundseck und Ruhestein gesperrt. Freie Straßen fanden Autofahrer dagegen am Kaltenbronn vor. Dort liefen nach Betreiberangaben auch die Skilifte.

Kein Liftbetrieb auf dem Mehliskopf

Auf dem Mehliskopf war das Risiko zu hoch. Bei Sturmböen und Eisregen waren in der Nacht zum Dienstag mehrere Bäume entwurzelt worden. Man habe nicht für die Sicherheit der Wintersportler garantieren können, erklärte Betreiber Ronny Limp. Nachdem der Schnee während der lukrativen Weihnachtsferien ausgeblieben war, wurden die Lifte am Sonntag geöffnet. Mit Erfolg: „Der Andrang war groß“, berichtet Limp. Die Ruhe am Dienstag nutzte er, um die Pisten zu beschneien und präparieren. Man hoffe darauf, bereits am Mittwoch um 9 Uhr wieder den Betrieb aufzunehmen.

Gute Schneeverhältnisse

An den Schneeverhältnissen dürfte es nicht scheitern: 40 Zentimeter lagen am Dienstag auf dem beschneiten kleinen Hang, immerhin die Hälfte auf der langen Piste. Man wolle die kalten Temperaturen nutzen, erklärte Limp, um beide Hänge zu beschneien und so eine stabile Grundlage zu schaffen, die auch wärmere Tage überdauert.

Wir hoffen auf einen stabilen Winter.

Insgesamt 5.000 Kubikmeter Schnee produzieren die Kanonen in 24 Stunden, was am Mehliskopf rund fünf Zentimetern entspricht. Trotz des wetterbedingten Rückschlags bleibt Limp optimistisch: „Wir hoffen auf einen stabilen Winter bis Ende Februar.“ Ein kritischer Zeitraum seien insbesondere die Fastnachtsferien, so Limp. Liegt dann Schnee, klingelt die Kasse.

Lifte am Kaltenbronn laufen

Keine Pause mussten Wintersportler hingegen am Kaltenbronn einlegen. Nach Angaben des Betreibers liefen die Lifte am Dienstag bei guten Pistenverhältnissen und 18 Zentimetern Schnee von 14 bis 21.30 Uhr. Dieselben Betriebszeiten gelten voraussichtlich auch für den Rest der Woche.

Freie Straßen, kein Problem.

Freie Fahrt hatten Verkehrsteilnehmer auf der L76b am Kaltenbronn. Straßensperrungen wie an der B500 gab es im Murgtal nach Auskunft des Landratsamtes nicht – weder im Gernsbacher noch im Forbacher Höhengebiet. Auf BNN-Anfrage hieß es aus beiden Rathäusern: „Freie Straßen, keine Problem.“

Gut gerüsteter Winterdienst

Die beiden Straßenmeistereien des Landkreises in Bühl und Gernsbach betreuen jeweils rund 280 Kilometer Straßen. Für den Winterdienst sind sie mit insgesamt 3 000 Tonnen Streusalz gut gerüstet. Sowohl in Bühl als auch in Gernsbach gibt es ein großes Salzlager, zusätzlich Silos in Herrenwies und Niederbühl. Zwei Lastwagen und drei Unimogs des Landkreises sowie drei weitere Fahrzeuge von Fremdfirmen sorgen dafür, dass die Straßen möglichst schnee- und eisfrei bleiben.

Sperrungen im südlichen Landkreis

Im südlichen Landkreis Rastatt und im Ortenaukreis mussten indes einige Strecken aus Sicherheitsgründen gesperrt werden, darunter die B500 zwischen Hundseck und dem Ruhestein. Forstexperten warnen unterdessen ausdrücklich davor, den Wald im Höhengebiet zu betreten. Im westlichen Landesteil mussten Radiohörer am Montag zeitweise auf den Deutschlandsfunk der Frequenz 106,3 verzichten. Ursache war ein zugeschneiter Antennenspiegel am Sendeturm auf der Hornisgrinde. Weil die beheizte Anlage der strengen Witterung nicht standhielt, musste sie von Hand enteist werden.