Braune Brühe im Naturbad: Die Überschwemmung des Waldseebades im Juni 2016 hat die Diskussion um die Zukunft der Anlage in Gang gesetzt. | Foto: Kocher

Sorge in Gaggenau

Öffnet das Waldseebad erst im Jahr 2020 wieder?

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Von Joachim Kocher

Der Knackpunkt bei der Neugestaltung des Waldseebades, falls der Standort beibehalten wird, ist der Hochwasserschutz. Dies sagte der Gaggenauer Bürgermeister Michael Pfeiffer bei der Mitgliederversammlung des Freundeskreises Waldseebad im Christophbräu. Der Hochwasserschutz wird, wie Pfeiffer betonte, Zeit kosten, sodass eine Fertigstellung des Bades eventuell erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen könne. Bisher war das Jahr 2019 genannt worden. Das Naturbad hatte zuletzt steigende Besucherzahlen, Gäste kamen aus der gesamten Region.

Expertenwissen für den Hochwasserschutz

Für den Hochwasserschutz baue die Stadt Gaggenau auf Experten, sagte Pfeiffer in der Versammlung weiter. „Bis März liegen uns Aussagen vor.“ Der Bürgermeister sprach auch die Meinungsumfrage der Stadt zur Bäderfrage an. Bis zum 28. Februar wird diese Umfrage laufen. Die Vorsitzende des Freundeskreises Waldseebad, Sabine Arnold, appellierte an die Mitglieder sowie an die Bürgerschaft, unbedingt an der Meinungsumfrage teilzunehmen. Zum derzeitigen Bäderprozess gehören auch zwei Bürgerdialoge (14. März und 6. Mai) in der Jahnhalle. Während es am 14. März schwerpunktmäßig um die Standorte geht, wird im Mai die Art des Bades (Technikbad oder Naturbad?) im Mittelpunkt stehen.

„Wir kämpfen um unser Naturbad“

Beim Bäderdialog im März, so Bürgermeister Pfeiffer, würden die Bürger auch erste Ergebnisse aus der Meinungsumfrage erfahren. Er appellierte an den Freundeskreis, den Bäderprozess offen zu begleiten.
„Mitte des Jahres werden wir wissen, wie es mit unserem Waldseebad weitergeht“, sagt der zweite Vorsitzende des Freundeskreises, Jürgen Wörner. „Auf jeden Fall werden wir kämpfen um unser Naturbad.“

Verein denkt über seine Zukunft nach

In der Satzung des Freundeskreis Waldseebad, so Arnold, sei im Übrigen festgeschrieben, dass der Verein die Aufgabe habe, das Naturbad Waldseebad der Stadt Gaggenau ideell zu fördern sowie personell und materiell zu unterstützen, mit dem Ziel, den öffentlichen Badebetrieb aufrechtzuerhalten.
Sollte die Entscheidung für eine neue Badform oder einen neuen Standort fallen, sei der Zweck des Vereins nicht mehr gegeben. In diesem Fall, so die Vorsitzende, muss die Mitgliederversammlung des Freundeskreises über die Zukunft des Vereins abstimmen.

„Vielfalt statt Einfalt“

„Ich bin zuversichtlich, dass wir unser Naturbad wiederbekommen“, sagte die Vorsitzende. Auch sei das Naturbad eine Bereicherung für die Gaggenauer Badelandschaft. „Wir wollen Vielfalt statt Einfalt.“ Dies passe auch gut zum Image einer zukunftsorientierten Stadt mit dem Gesundheitskonzept „Ein gutes Jahr mehr“.

Rechtsstreit dauert an

Vereinsmitglieder wollten vom Bürgermeister wissen, ob vom ersten Planer des Naturbades finanziell noch etwas zu holen sei oder ob die Stadt mehr Aufwand habe. „Ich kann nicht sagen, was wir erlösen können, da das Beweissicherungsverfahren noch nicht abgeschlossen ist“, sagte Pfeiffer. „Wir gehen jedoch davon aus, etwas durchzusetzen, da nach unserer Meinung der Architekt falsch geplant hat. Dafür ist uns Schaden entstanden.“