Das Einzelhandelskonzept für das Pfleiderer-Areal in Gernsbach kann vermutlich durchgesetzt werden.

Pfleiderer-Areal in Gernsbach

Rückenwind vom Regionalverband

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Der Regionalverband Mittlerer Oberrhein wird dem Bebauungsplan „Im Wörthgarten“ voraussichtlich zustimmen. Wie aus der Vorlage zur Sitzung des Planungsausschusses am Mittwoch, 6. Februar, hervorgeht, hat der Verband keine Einwände gegen das Einzelhandelskonzept und die anvisierte Revitalisierung des Pfleiderer-Areals. Dort sollen eine Wohnbebauung, Lebensmittelmärkte und Naherholungsflächen entstehen.

Der Regionalverband steuert die Raumentwicklung zwischen Karlsruhe und Baden-Baden. Naturschützer hatten zuletzt Kritik am Bebauungsplan geübt. Dabei ging es hauptsächlich um vorgesehene Ausgleichsmaßnahmen und den Sanierungsumfang des mit Chemikalien belasteten Geländes.

Verband stärkt Entwicklung

Nun erfahren die Planungen Rückenwind aus Karlsruhe – vorausgesetzt, der Ausschuss stimmt der Sitzungsvorlage zu. In der Stellungnahme des Regionalverbands, der den BNN vorliegt, heißt es: „Wir begrüßen ausdrücklich die Reaktivierung einer Brachfläche und damit verbundene Nutzung von Innenentwicklungspotenzialen.“ Die Ansiedlung großflächiger Einzelhandelsmärkte sei in Gernsbach „grundsätzlich zulässig“.

Verbesserte Nahversorgung als Vorteil

Das vorgesehene Projektvolumen, die Verlagerung und Vergrößerung des Lidl-Marktes von der Hillaustraße sowie der Neubau eines Vollsortimenters, entspreche der „räumlich-funktionell zugeordneten Versorgungsaufgabe“. Das Konzentrations- und das Integrationsgebot würden eingehalten. Das heißt: Die neuen Einzelhandelsbetriebe fügen sich nach Ansicht des Regionalverbands in das örtliche Versorgungssystem ein und werden an einem „städtebaulich integrierten Standort“ angesiedelt. Durch den Lidl-Umzug vom Gewerbegebiet an der Hillaustraße auf das Pfleiderer-Areal werde die Nahversorgung in Gernsbach verbessert.

Konkurrenz für Nahkauf

Zwar müsse der Nahkauf-Markt in der östlichen Kernstadt durch die neue Konkurrenz mit einem Umsatzrückgang von mehr als 20 Prozent rechnen – der Anhaltswert von zehn Prozent wird damit überschritten. Nach Einschätzung des Verbandes liegt indes kein Verstoß gegen die raumplanerischen Vorschriften vor, da auch die neuen Märkte im Zentrumsbereich angesiedelt werden sollen.

Innerörtliche Strukturänderung durch Wettbewerb.

Eine solche „innerörtliche Strukturänderung durch Wettbewerb“ stelle kein Hindernis dar. Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Gegenüber den Nachbarkommunen Forbach, Gaggenau, Loffenau und Weisenbach werden Umsatzabflüsse zwischen zwei und sieben Prozent prognostiziert. Erhebliche überörtliche, negative Auswirkungen sind nicht zu erwarten.“

Konzept für Pfleiderer-Areal

Das nunmehr fortgeschriebene Einzelhandelskonzept stehe in Einklang mit dem Regionalplan Mittlerer Oberrhein aus dem Jahr 2003. Allerdings werde darin – mit Ausnahme des Standorts Hilpertsau/Obertsrot – nicht auf die weiteren, dörflich geprägten Stadtteile eingegangen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels regt der Regionalverband daher an, das Einzelhandelskonzept um alternative Nahversorgungsmöglichkeiten wie Dorfläden und Lieferservices zu ergänzen.