Ungebetene Gäste: Die Zahl der Wohnungseinbrüche im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Gaggenau ist 2016 spürbar zurückgegangen. | Foto: Maurer/dpa

Kriminalitätsstatistik 2016

Polizeichef: „Das Murgtal ist sicher“

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Die Zahl der Straftaten im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Gaggenau ist zwar 2016 (2 860) im Vergleich zum Vorjahr (2 695) angestiegen, im Zehnjahresvergleich sieht es aber ganz anders aus: Im Jahr 2007 gab es 10,7 Prozent mehr Straftaten als 2016. Bei der Vorlage der Jahresstatistik 2016 sagte  Polizeioberrat Jörn Hinrichsen, Leiter des Reviers: „Wenn es oft heißt, alles wird schlimmer, so stimmt das einfach nicht.“

Revier ist für acht Gemeinden zuständig

Zum Zuständigkeitsbereich des Reviers gehören Gaggenau, Gernsbach, Forbach, Weisenbach, Loffenau, Kuppenheim, Bischweier und Muggensturm. Die Statistik wird auch durch Einzelfälle, die eine Vielzahl verschiedener Strafverfahren nach sich ziehen können, beeinflusst. Ähnlich bei Rauschgift: Wird von der Polizei an Brennpunkten viel kontrolliert, dann werden auch viele Dealer erwischt – und schon steigt die Zahl der Straftaten im Deliktbereich Rauschgift an.

Weniger Gewaltfälle

Das Fazit von Hinrichsen: „Das Murgtal ist sicher. Es weist eine konstant geringe Kriminalitätsbelastung auf, die Aufklärungsquote bei Straftaten ist hoch.“ Die Gewaltkriminalität, die für das Sicherheitsgefühl der Bürger eine hohe Bedeutung hat, ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 22 Fälle (gleich 22 Prozent) zurückgegangen.

Oft bleibt es bei Einbruchsversuchen

Um über 30 Prozent hat der Wohnungseinbruchsdiebstahl abgenommen: Gab es mit 106 Fällen im Jahr 2015 einen vergleichsweise starken Anstieg, so hat sich die Zahl im vergangenen Jahr wieder „normalisiert“ – 73 Wohnungseinbrüche gab es im Zuständigkeitsbereich des Reviers, das acht Gemeinden umfasst. „40 bis 50 Prozent bleiben im Versuchsstadium hängen“, so der Erfahrungswert von Hinrichsen.

Eigene Ermittlungsgruppe

Sowohl für die Ermittlungen als auch die Präventionsarbeit bei Wohnungseinbrüchen ist im letzten Jahr die „Ermittlungsgruppe Eigentum“ mit Zuständigkeit für den kompletten Revierbereich ins Leben gerufen worden.

Diese habe sich bewährt („Wir haben die Trendwende“) und werde die Aufgabe weiterhin ausführen.
Auffällig war 2016 der Anstieg von Diebstählen aus Büroräumen und Kindergärten in Muggensturm und Bischweier; ein mutmaßlicher Täter wurde ermittelt, der Trend habe sich 2017 nicht fortgesetzt.

Hohe Aufklärungsquote

Die Aufklärungsquote insgesamt liegt für das Revier Gaggenau bei 59,6 Prozent (Vorjahr: 62,6), was einen weit überdurchschnittlichen Wert darstelle (Hinrichsen: „Alles bei 60 Prozent ist sehr gut“).

Statistik
Straftaten 2016 in der Zuständigkeit des Polizeireviers Gaggenau insgesamt: 2 860 (Vorjahr: 2 695)
Aufklärungsquote: 59,6 Prozent (62,6)
Körperverletzungen: 290 (305)
Diebstähle insgesamt: 952 (910)
Wohnungseinbrüche: 73 (106)
Vermögensdelikte: 650 (538)
Rauschgiftdelikte: 148 (131)
Häufigkeitszahl (Hochrechnung aller Straftaten auf 100 000 Einwohner zur besseren Vergleichbarkeit der Städte): Gaggenau 4 312, Bühl 6 128, Achern 6 407, Rastatt 7 446, Baden-Baden 8 006, Offenburg 12 741

Sind Flüchtlinge, was Straftaten angeht, ein Problem? Polizeichef Hinrichsen verneinte eindeutig: Zwar sei die Zahl der Straftaten von Flüchtlingen angestiegen (2016: 129, 2015: 94); da aber die Zahl der Asylsuchenden in diesem Zeitraum deutlich stärker gestiegen sei, sei die Quote relativ gesehen rückläufig. In absoluten Zahlen: 2016 gab es 44 Delikte „Schwarzfahren“, 32 Diebstähle (davon 23 Ladendiebstähle), ferner 21 leichte Körperverletzungen, überwiegend innerhalb der Unterkünfte.