In der Kritik: In Gernsbach wurden zuletzt wiederholt Klagen über die Deutsche Post laut. Nicht immer kommen Briefe beim Adressaten an. | Foto: Berg

Kundenklagen in Gernsbach

Probleme bei der Zustellung halten an

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Bei der Postzustellung in Gernsbach gibt es erneut Schwierigkeiten: Eine verschwundene Jahreslohnabrechnung, falsch eingeworfene Briefe und Nachforschungen ohne Erfolg. Ein Anwohner der Scheuerner Straße klagt gegenüber den BNN über die Situation in seiner Straße im Stadtteil Scheuern. Wie berichtet, wurden in den vergangenen Monaten in Gernsbach bereits mehrfach Briefe nicht zugestellt. Besonders betroffen waren neben Scheuern auch die Stadtteile Weisenbach und Reichental. Obwohl laut der Post im Oktober die dünne Personaldecke mit Kräften aus anderen Stützpunkten „aufgerüstet“ wurde, besteht weiterhin ein personeller Engpass.

Die Briefe in der Scheuerner Straße würden schon seit mehr als einem Jahr falsch verteilt, moniert der Befragte. Post von anderen Bewohnern der Straße lande sehr häufig in seinem Briefkasten. Darüber hinaus hat der Mann eine unangenehme Erfahrung mit der Lohnabrechnung von 2018 gemacht. Diese sollte am 28. Dezember ankommen, ist aber bis heute spurlos verschwunden. Auf Rückfrage mit der Personalabteilung habe man einen Fehler des Unternehmens ausschließen können.

Erfolglose Nachforschungen

Auch Anrufe bei anderen Bewohnern der Scheuerner Straße und ein Gespräch mit dem Kundencenter der Post hätten kein Ergebnis ergeben. Der Kunde befürchtet sogar, dass jemand Fremdes seine Post mit vertraulichen Daten geöffnet haben könnte. Insgesamt habe er „kein Verständnis dafür, dass wichtige Briefe auf diese Art verloren gehen“. Er ist damit nicht allein: Anwohner der Gernsbacher Innenstadt kritisierten im Januar ebenfalls, dass es wiederholt zu ärgerlichen Verzögerungen gekommen sei.

Stammzusteller fehlt

Hugo Gimber, Pressesprecher der Post, erklärt auf BNN-Anfrage: „Für diesen Bezirk gibt es zurzeit leider keinen festen Zusteller, sodass immer wieder einmal ein anderer Mitarbeiter die Sendungen ausliefert.“ Das wechselnde Personal sei mit dem Bezirk aber sehr gut vertraut, fügt Gimber hinzu. Man wolle grundsätzlich für alle Bezirke einen Stammzusteller einsetzen. Dies lasse sich indes im Alltag nicht immer umsetzen. Des Weiteren müsse aufgrund der Fünf-Tage-Woche an mindestens einem Tag ein anderer Mitarbeiter die Sendungen zustellen. „Fehler einzelner Mitarbeiter lassen sich nie ganz ausschließen, auch nicht bei einem Stammzusteller.“

Postboten ermahnt

Der Anwohner der Scheuerner Straße berichtet zudem von einem bei ihm eingegangenen Brief, der aber an dieselbe Hausnummer in der Loffenauer Straße adressiert war. Da es sich um ein wichtiges Dokument handelte, rief er dort an und brachte es vorbei. Nach Auskunft von Gimber zählen beide Straßen zum selben Bezirk. Deshalb seien alle Zusteller, die dort derzeit eingesetzt werden, ermahnt worden, gewissenhafter zu arbeiten. Ansonsten habe es bislang wenige Reklamationen aus dem Bezirk gegeben: „Seit Jahresbeginn liegen uns lediglich vier Beschwerden vor, wobei nur eine die Falschzustellung von Briefen betrifft.“