Exponierte Lage am Murgufer, aber zu wenig Gäste: Das "Glasshouse Gaggenau", ein Eckpfeiler der städtischen Sanierungsmaßnahme "Innenstadt Nord", ist geschlossen. | Foto: Dorscheid

Gastrobetrieb ist geschlossen

Quo vadis „Glasshouse Gaggenau“?

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Um die Zukunft des Gastronomiebetriebs „Glashousse Gaggenau“ gibt es derzeit einige Fragezeichen. Seit Wochenbeginn ist das Haus geschlossen, die Homepage war am Donnerstag noch geschaltet. Bekannt ist, dass der Betrieb wirtschaftlich deutlich hinter den Erwartungen geblieben ist, sprich das „Glashousse“ ist bislang nicht so recht angenommen worden. Jetzt deutet sich nach BNN-Informationen ein Pächterwechsel an. Der bisherige Pächter Daniel Velten war telefonisch nicht erreichbar, Investor Igor Storm von der hinter dem Betrieb stehenden KSB Project Invest (Baden-Baden) mochte auf Nachfrage keine Stellungnahme abgeben. Wann das Haus wieder öffnet, blieb zunächst unklar.

Betrieb war Baustein der Stadtsanierung

Dieser Tage hatte es Ärger gegeben, weil mindestens in einem Fall eine Platzreservierung einer Gruppe zum Abendessen vom Gasthaus nicht abgesagt wurde, sodass die Gäste vor der verschlossenen Tür standen.
Das „Glashousse Gaggenau“ ist nicht ein Gastrobetrieb unter vielen, sondern hat einen besonderen Status: Das Restaurant, das architektonisch markant in das Murgvorland hineinragt, war der letzte große Baustein der auf viele Jahre angelegten und millionenschweren städtischen Sanierungsmaßnahme „Gaggenau-Innenstadt Nord“, zu der auch der Bau des Murgtal-Centers oder die Umgestaltung von Bahnhofsplatz und unterer Hauptstraße zählten. Ein Restaurant/Café, so die planerische Annahme damals, sollte in der Wechselwirkung mit dem gegenüber liegenden Murgtal-Center für mehr Aufenthaltsqualität sorgen und damit das Quartier rund um die untere Hauptstraße deutlich beleben.

Unter keinem guten Stern

Was naturgemäß nur dann gelingen kann, wenn der Gastrobetrieb auch viele Gäste begrüßen kann – nach den Sommermonaten, in denen die Terrasse genutzt werden konnte, sollen die Zahlen aber regelrecht eingebrochen sein. Dabei stand schon der Auftakt, ja sogar die Vorbereitungsphase, unter keinem guten Stern. So verzögerten sich einst die Planungen für die Immobilie erheblich, weil in puncto Hochwasserschutz deutlich nachgebessert werden musste. Dann musste das „Glasshouse“ ausgerechnet zu den Eröffnungstagen im Mai 2017 mehrere Tage schließen: Unbekannte hatten die Kühlung so manipuliert, dass die gelagerten Waren verdarben. Daraufhin wurde das Kühlungssystem geändert, zudem Kameras installiert. Diese „Nachrüstung“ dauerte mehrere Tage, in denen der Betrieb geschlossen war und keine Einnahmen erzielen konnte.

„Unheimliches Potenzial“ liegt brach

Eine offizielle Eröffnungsfeier im Mai hat es nicht gegeben, stattdessen wurden Vertreter der Stadtverwaltung mit dem Oberbürgermeister an der Spitze sowie Gemeinderäte Anfang November 2017 – dann unter dem Motto „150 Tage Glasshouse Gaggenau“ – zu einem Empfang geladen. Die Öffnung des Gastronomiebetriebs hin zur Murg sei der Wunsch des Gemeinderats gewesen, sagte dabei OB Christof Florus. Und er sprach von einer „wunderschönen Lage des Glasshouse“ und davon, dass das Haus „ein unheimliches Potenzial“ habe. Das aber jetzt erst einmal brach liegt.