Im Schulgarten feierten die Landtagsabgeordneten Alexander Becker und Thomas Hentschel mit Park-Geschäftsführer Karl-Heinz Dunker, OB Christof Florus, Rektor Axel Zerrer, Projektleiterin Antje Wurz und dem Landtagsabgeordneten Jonas Weber.
Im Schulgarten feierten die Landtagsabgeordneten Alexander Becker und Thomas Hentschel mit Park-Geschäftsführer Karl-Heinz Dunker, OB Christof Florus, Rektor Axel Zerrer, Projektleiterin Antje Wurz und dem Landtagsabgeordneten Jonas Weber. | Foto: Widmann

Pilot-Projekt

Realschule in Gaggenau darf sich künftig „Naturpark-Schule“ nennen

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Die Realschule in Gaggenau darf sich künftig „Naturpark-Schule“ nennen – als erste weiterführende Schule in der Parkregion Schwarzwald Mitte/Nord. Sie wurde am Mittwoch offiziell ausgezeichnet. Schulleiter Axel Zerrer erhielt am Vormittag eine entsprechende Urkunde sowie eine Plakette, die an prominenter Stelle im Schulhaus angebracht wird.

An der feierlichen Übergabe nahmen neben Vertretern der Schule und des Naturparks auch der Gaggenauer Oberbürgermeister Christof Florus, Gemeinderäte und Landtagsabgeordnete teil. Die Schule betritt mit ihrer Teilnahme an dem Projekt Neuland.

Seit der ersten Auszeichnung anno 2015 haben nur Grundschulen eine Kooperation mit dem Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord begonnen und eine entsprechende Plakette vom Verband Deutscher Naturparke erhalten. Bis Ende 2019 werden es zehn Einrichtungen sein.

Im Südschwarzwald gibt es das Projekt schon seit 2011, doch auch dort sind der Großteil der teilnehmenden Einrichtungen Grundschulen. Es gibt nur einzelne weiterführende Pilot-Schulen. Bundesweit listet der Verband 108 Partner-Einrichtungen. Knapp die Hälfte davon befindet sich im Schwarzwald.

Würdigung und Aufgabe zugleich

Die Auszeichnung ist Würdigung und Aufgabe zugleich. Sie stellt das heimatkundliche und naturnahe Profil der Realschule heraus und verpflichtet zur weiteren Schärfung dieses Profils. Die Lehrkräfte sollen den Schülern und Schülerinnen einen Bezug zu ihrer Heimat vermitteln. Diese sollen ihre Umgebung von Grund auf kennenlernen und in die Lage versetzt werden, diese verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.

Dabei geht es um Natur, Wirtschaft, Geschichte und Traditionen. Als Nebeneffekt diese Profilierung erhofft sich der Schulträger (sprich: die Stadt), Gaggenau für Familien attraktiver zu machen.

Für die Lehrkräfte bedeutet die Auszeichnung Aufwand: Sie sind gehalten, im Lauf des Schuljahrs für alle Klassenstufen fächerübergreifende Unterrichtsmodule anzubieten. Diese sollen mindestens einen Tag lang sein sowie theoretische und praktische Anteile haben. Außerschulische Experten wie Obst- und Gartenbauvereine oder traditionell arbeitende Handwerker sollen einbezogen werden. Das gilt bereits seit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung mit dem Naturpark im April.

Ziegen, Hühner und Kaninchen gehören zum Schulalltag. Die Kinder versorgen die Tiere und kümmern sich als Teil des Unterrichts um die Beete im Schulgarten.
Ziegen, Hühner und Kaninchen gehören zum Schulalltag. Die Kinder versorgen die Tiere und kümmern sich als Teil des Unterrichts um die Beete im Schulgarten. | Foto: Widmann

Erste Module vor den Sommerferien

Eine Herausforderung ist das allemal, schließlich hat das Kollegium auch Abschlussklassen vorzubereiten. Doch die ersten vier Module sind noch vor den Sommerferien angeboten worden. Sie widmeten sich unter anderem den Schultieren, Kräuterkunde, Sagen sowie jüdischer Kultur im Murgtal.

Der Naturpark fördert das Projekt an der Realschule mit Mitteln aus dem europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. Die weiteren Mittel stammen wie bei den Naturpark-Grundschulen vom Land sowie der Lotterie Glücksspirale.