Schützenswerte Hochmoore: Der Masterplan Kaltenbronn sieht eine maßvolle touristische Weiterentwicklung des Höhenzugs vor, darf aber die „sensible Natur“ (Regierungspräsidentin Sylvia Felder) nicht beeinträchtigen. Gernsbachs Bürgermeister Julian Christ kündigt die Aufstellung eines Bebauungsplans für November an.
Schützenswerte Hochmoore: Der Masterplan Kaltenbronn sieht eine maßvolle touristische Weiterentwicklung des Höhenzugs vor, darf aber die „sensible Natur“ (Regierungspräsidentin Sylvia Felder) nicht beeinträchtigen. Gernsbachs Bürgermeister Julian Christ kündigt die Aufstellung eines Bebauungsplans für November an. | Foto: Gerbig

Positive Signale

Landrat Huber zum Masterplan Kaltenbronn: „Wenn wir beim Klimawandel vorankommen wollen, brauchen wir mehr Wald statt weniger“

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Der Kaltenbronn mit einem halbtägigen Vor-Ort-Termin bildete einen Schwerpunkt bei der Kreisbereisung, zu der Regierungspräsidentin Sylvia Felder in den Landkreis Rastatt gekommen war. Am Ende des Termins im Höhenort gab der Gernsbacher Bürgermeister Julian Christ seiner Freude Ausdruck: „Wir haben ganz tolle Signale vom Landkreis und Regierungspräsidium für unser Projekt Masterplan Kaltenbronn bekommen.“ Jetzt gehe es an die Finanzierungsfrage, wobei Christ (auch) auf Mittel aus Stuttgart setzt: „Das Land kann hier einen Schwerpunkt setzen.“

Zuvor hatte Christ im Infozentrum Kaltenbronn im Beisein von Regierungspräsidentin Sylvia Felder, des Landrats Toni Huber sowie der Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen die Grundzüge des Masterplans Kaltenbronn erläutert. Ganz „bei Null“ musste er dabei nicht ansetzen; schließlich hatten die in Gernsbach wohnende Felder und der nach wie vor in Weisenbach heimische Huber gewissermaßen „Heimspiele“ auf dem nahen Höhenzug zwischen Baden und Schwaben, der ihnen bestens vertraut ist.

Mehr zum Thema: Auf dem Kaltenbronn soll ein Naturpark-Zentrum entstehen

Konkurrenz als Nachbar

Dass es bei dem ambitionierten Plan für den Kaltenbronn auch darum geht, dass der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord auch deshalb verstärkt Flagge zeigt, da der benachbarte Nationalpark Schwarzwald immer mehr auf sich aufmerksam zu machen weiß, verdeutlichte die Stellungnahme von Andreas Merkel.

Für den Naturpark ist es wichtig, sich ebenfalls zu positionieren.

Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion sagte: „Der Nationalpark hat sich positioniert. Für den Naturpark ist es wichtig, sich ebenfalls zu positionieren.“ Hierfür biete sich der Kaltenbronn an, das Instrument eines Bebauungsplans zur Entwicklung des Areals sei begrüßenswert, so Merkel.

Kaltenbronn als Ort für Klimaschutz

Zu Beginn des Termins im Infozentrum Kaltenbronn hatte Bürgermeister Christ den Plan eines Naturpark-Zentrums auf dem Kaltenbronn vorgestellt. Dieser zeige modellhaft auf, dass der Kaltenbronn „ein optimaler Ort ist, um die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu kommunizieren“. Ideal auch deshalb, weil der Höhenzug einen „gigantischen Einzugsbereich“ habe – dieser reiche bis in die Großräume Stuttgart und Karlsruhe. Alleinstellungsmerkmale seien das Moor, der Wald und die Alleinlage.

Neubau bringt Angebote unter

Ziel des Zweckverbands Infozentrum Kaltenbronn (Christ ist der Vorsitzende) und des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord sei der Neubau eines Naturpark-Hauses als Weiterentwicklung des Infozentrums, so Christ weiter. In diesem Neubau könnten touristische Informationen, eine Ausstellung und Umweltbildungsangebote rund um die Kernthemen Klimaschutz und Nachhaltigkeit ebenso unterkommen wie ein Naturpark-Shop. „Outdoor“ seien eine Aussichtsplattform, Moorerlebnisstationen, ein Barfußpfad oder ein Entdeckertunnel denkbar.

Projektstelle beim Land beantragt

Nachgedacht werde zudem über einen Hotelneubau; eine für die Stadt Gernsbach insgesamt geplante Hotelbedarfsanalyse im Jahr 2020 solle als einen Schwerpunkt den Kaltenbronn untersuchen. Auch infrastrukturell müsste mit Blick auf Wasser- und Abwasserleitungen sowie den Internetanschluss einiges auf den Weg gebracht werden. Der Naturpark habe bereits eine (auf zwei Jahre befristete) Projektstelle zur Umsetzung des Masterplans beim Land beantragt. Die Aufstellung eines Bebauungsplans Kaltenbronn soll im November Thema im Gemeinderat werden.

Felder fordert schützenden Umgang

Sie sei „begeisterter Anhänger des Naturparks“, meinte danach Sylvia Felder, schaffe dieser doch eine besondere Verbindung zwischen Mensch und Natur, etwa durch die Projekte mit Kindern, denen sie ein großes Lob aussprach. Sie sehe in dem vorgelegten Masterplan Kaltenbronn die Chance zur Attraktivitätssteigerung; allerdings müsse mit der „sensiblen Natur sehr schützend“ umgegangen werden, forderte sie eine genaue Abwägung ein.

Wir brauchen mehr Wald statt weniger.

Landrat Toni Huber ging in seiner Stellungnahme auf die avisierten Leitthemen Klimaschutz und Nachhaltigkeit ein („Wenn wir beim Klimawandel vorankommen wollen, brauchen wir mehr Wald statt weniger“). Insofern könne der Kaltenbronn der richtige Ort gerade auch zum wichtigen Thema nachhaltige Waldwirtschaft sein.