Einsatz am Rotherma: Mit Atemschutzmasken mussten Spezialkräfte der Feuerwehr am Donnerstag in das Thermalbad einrücken. Dort war Chlorgas ausgetreten. | Foto: www.7aktuell.de/Aaron Klewer

Nach Räumung in Gaggenau

Rotherma hat wieder geöffnet

Das Gaggenauer Thermalbad Rotherma hat einen Tag nach dem Chlorgasaustritt in einem Technikraum wieder geöffnet. Allein das Kaltwasserbecken im Außenbereich bleibt vorerst geschlossen. Wie berichtet, hatte die Feuerwehr das Bad geräumt, nachdem im Gebäude ein beißender Geruch festgestellt worden war. 250 Badegäste mussten das Rotherma verlassen, auch die Tiefgarage wurde vorübergehend gesperrt. Ein Besucher äußert mittlerweile Kritik an den Abläufen im Notfall.

Rotherma wieder in Betrieb

Am Tag nach der Evakuierung gibt Benedikt Lachnicht Entwarnung: „Das Bad ist wieder in Betrieb“, sagt der stellvertretende Rotherma-Geschäftsführer auf Anfrage. Man habe das Leck, aus dem das Chlorgas ausgetreten war, lokalisiert und die betroffene Anlage abgeschaltet. Am Freitagmittag lief die Suche nach dem passenden Ersatzteil, um den Schaden zu beheben. Sobald dies geschehen ist – voraussichtlich bis spätestens Montag –, wolle man auch das Kaltwasserbecken wieder öffnen.

Kritik an Verantwortlichen

Derweil hat ein BNN-Leser Kritik an den Verantwortlichen geübt. Zwar hätten die Besucher das Bad schnell verlassen können, schreibt der Augenzeuge, der anonym bleiben will. Allerdings habe das Personal überrascht gewirkt. Weiter heißt es: „Offensichtlich war der Vorgang noch nie geübt oder besprochen worden“. Ferner hätten die Drehkreuze im Eingangsbereich geöffnet sein müssen, was nicht der Fall gewesen sei. Deshalb hätten sich dort Schlangen gebildet.

Die Evakuierung war eine reine Vorsichtsmaßnahme.

Lachnicht sieht das anders: „Die Evakuierung war eine reine Vorsichtsmaßnahme der Feuerwehr“, erklärt er. Nach seiner Auffassung hätte man den Badbetrieb – aus heutiger Sicht – auch fortführen und die Anlage ohne eine Räumung abstellen können. Lachnicht: „Da wird aber nicht zu 100 Prozent wussten, was passiert ist, sind wir auf Nummer sicher gegangen“. Im Ernstfall, etwa bei einem Brand, hätte man die Drehtüren geöffnet. Wie der stellvertretende Geschäftsführer gegenüber den BNN betont, findet eine regelmäßige Notfallschulung des Personals statt, in deren Rahmen auch das Szenario einer Evakuierung besprochen werde.

Feuerwehr im Großeinsatz

Die Feuerwehr war an Fronleichnam durch die Abteilungen Kernstadt, Bad Rotenfels und die ABC-Einheit mit insgesamt zehn Fahrzeugen und 42 Angehördigen vor Ort. Nach ihren Angaben verlief die Räumung ruhig und ohne Zwischenfälle. Eine Bedienstete musste mit einer Reizung der Atemwege in die Klinik gebracht werden.