EPRÄSENTATIVE LAGE: Die Landesakademie Schloss Rotenfels zeichnet nun als Außenstelle des neuen „Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung“ (ZSL) mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen. Für die Mitarbeiter soll sich vorerst nur wenig ändern. | Foto: Archiv Bracht

Landesakademie

Schloss Rotenfels ist jetzt eine Außenstelle

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Der Standort bleibt erhalten, die frühere relativ große Selbstständigkeit geht allerdings verloren. Die Landesakademie Schloss Rotenfels – der Name bleibt – ist seit dem 1. März 2019 eine Außenstelle des „Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung“, kurz ZSL, mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen. Dies bestätigte jetzt das Kultusministerium in Stuttgart gegenüber den BNN. Die Aufgaben der im Jahr 1995 gegründeten Landesakademie gehen nun schrittweise in die Zuständigkeit des ZSL über, heißt es aus dem Ministerium.

Zuständigkeit wandert in die Region Stuttgart ab

Entsprechend der Neuordnung sei vorgesehen, dass die Mitarbeiter der Akademie Schloss Rotenfels im Wege der Versetzung oder Abordnung dem ZSL zugeordnet werden. Ihr Dienstort wird sich nicht ändern, auch der Arbeitgeber bleibt weiterhin das Land Baden-Württemberg. Auch die Besoldung der Beamten und das Gehalt der Tarifbeschäftigten bleiben unverändert, versichert das Kultusministerium.

Mitarbeiter bleiben, sind aber dem ZSL zugeordnet

Katharina Beckmann ist seit Ende 2017 kommissarische Leiterin der repräsentativ gelegenen Schlossakademie – und soll es auch weiterhin bleiben: Statt der Landesakademie leitet sie nun eine Außenstelle. Eine Neuausschreibung ist laut Ministerium gegenwärtig nicht vorgesehen. Beckmann folgte im Dezember 2017 auf Ingrid Merkel, die rund 17 Jahre lang als „Schlossherrin“ die Geschicke der Landesakademie geprägt und ihren guten Ruf entscheidend begründet hat; sie ging im Sommer 2017 in den Ruhestand.

Durch die Neuordnung ändert sich einiges

Während das Ministerium personelle Kontinuität zusichert, wird sich inhaltlich durch die Neuordnung einiges ändern – wenn auch nicht sofort: „Im aktuellen Übergangszeitraum ist sichergestellt, dass in der Lehrkräftefortbildung keine Lücken entstehen – das heißt, Planung und Durchführung von Veranstaltungen laufen kontinuierlich weiter. Die Aufgabe des ZSL wird es sein, Entscheidungen hinsichtlich der zukünftigen Ausgestaltung des Angebots zu treffen und neue Veranstaltungen zu entwickeln“, teilt hierzu Stuttgart mit.

Kultusministerium informierte Mitarbeiter

Das Kultusministerium hat nach eigenen Angaben Mitte Februar die Mitarbeiter der bisherigen Akademie über die bevorstehenden Änderungen informiert und gleichzeitig gebeten, in der Übergangszeit ihre bisherigen Aufgaben so lange weiter zu erledigen, bis weitere Schritte der Umgestaltung anstehen.

An Kursangeboten soll sich nichts ändern

Versichert wird auch, „dass die Akademie Rotenfels mit ihrem vielfältigen Angebot an Veranstaltungen zu den verschiedenen künstlerischen Disziplinen sowie der Ausrichtung internationaler Kunst- und Theaterbegegnungen weiterhin ein bedeutsamer Standortfaktor ist und bleibt.“ Auch an den vielfältigen Kursangeboten und Begegnungen mit Künstlern wie in der Sommer- oder Winterakademie soll sich nichts ändern.

Neue Institutionen

Die neue Einrichtung, die jetzt der Schlossakademie übergeordnet ist, wird vom Ministerium als wichtiger Beitrag zur Qualitätsentwicklung im Bildungsbereich bewertet; deshalb seien unter der Rechts- und Fachaufsicht des Ministeriums zwei neue Institutionen geschaffen worden – neben dem „Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung Baden-Württemberg“ (ZSL) auch noch ein „Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg“ (IBBW).

Unterstützung bei pädagogischer Arbeit

Für die neue Außenstelle Bad Rotenfels ist das ZSL der Bezugspunkt, das die Schulen bei ihrer pädagogischen Arbeit mit übersichtlichen Angeboten wirkungsvoll unterstützen soll. Ebenso soll die Zuständigkeit für die Staatlichen Seminare für Didaktik und Lehrerbildung, an denen Lehrkräfte ausgebildet werden, auf das neue Zentrum übergehen. Die Mitarbeiter des ZSL und des IBBW werden sich laut Ministerium größtenteils aus dem bestehenden Personal der Kultusverwaltung zusammensetzen – aus dem Kultusministerium, dem Landesinstitut für Schulentwicklung, den Landesakademien (also auch Bad Rotenfels), den Abteilungen sieben der Regierungspräsidien, den Staatlichen Schulämtern sowie den Seminaren und Fachseminaren.