Die Pressesprecher von Gaggenau und Gernsbach sind auf verschiedenen Social-Media-Kanälen aktiv. Dort verlinken sie auf Pressemitteilungen auf der eigenen Webseite und informieren über Veranstaltungen und Baustellen.
Mit eigenen Seiten sind die Stadtverwaltungen aus Gaggenau und Gernsbach auf der Plattform Facebook aktiv. Dort verlinken sie auf Pressemitteilungen auf der eigenen Webseite und informieren über Veranstaltungen und Baustellen. | Foto: Müller

Facebook ersetzt den Brief

Social-Media-Kanäle gehören zum Alltag der Pressesprecher in Gernsbach und Gaggenau

Anzeige

Vor 20 Jahren war es noch ganz anders. Bürger tratschten am Stammtisch über die Geschehnisse in der Region und schrieben der Stadtverwaltung Briefe, wenn sie ein kaputtes Straßenschild entdeckten. Das hat sich mittlerweile geändert. Diskutiert und ausgetauscht wird sich mittlerweile viel auf Facebook und die Stadtverwaltungen erhalten nur noch selten handschriftlich verfasste Nachrichten. Kein Wunder, dass die Pressesprecher der Stadt Gaggenau und Gernsbach heutzutage andere Kanäle bedienen als früher.

„Wir haben eine Bürger-App und sind auf Facebook, Twitter und Instagram aktiv“, berichtet Judith Feuerer, Pressesprecherin der Stadt Gaggenau. Auf diesen Kanälen informiert die Stadt die Bürger, was so passiert. Egal ob es sich dabei um Veranstaltungen oder anstehende Baustellen handelt. Neu ist diese Informationskultur nicht, nur der Weg.

Facebook als Informationsquelle

„Früher haben die Leute die Infos aus der Gaggenauer Woche bekommen“, erzählt sie. Heutzutage würden sie überflutet von Informationen auf ihrem Smartphone, sie wüssten gar nicht mehr, was wichtig sei und was nicht. Viele würden auch das gratis Wochenblatt nicht mehr lesen. Wichtige Geschehnisse verpassten sie dadurch. Der Klick auf Facebook scheint für einige als Lösung als erstes in den Sinn zu kommen.

Dort wird in Gruppen speziell für Gernsbacher und Gaggenauer Bürger so allerlei besprochen: Wo der beste Friseur ist, dass die Katze entlaufen ist oder wo eine Baustelle für Stau sorgt. Die meisten Fragen und Diskussionen betreffen die Stadtverwaltung nicht, darum liest Feuerer nicht immer mit.

Pressesprecherin klärt Missverständnisse auf

Wenn aber eine Frage explizit an die Stadt Gaggenau gerichtet ist und sie sogar in der Frage markiert werde, nehme Feuerer sich die Zeit, ausführlich zu antworten, erläutert sie. Dadurch habe die Pressesprecherin schon öfters Missverständnisse aufklären können. Negatives Feedback auf ihre Antworten habe sie noch nicht erhalten.

Manche Social-Media-Nutzer weisen die Stadtverwaltung direkt auf Missstände hin. Die Pressesprecher reagieren und erklären.
Manche Social-Media-Nutzer weisen die Stadtverwaltung direkt auf Missstände hin. Die Pressesprecher reagieren und erklären. | Foto: Screenshot

Zum Teil bekomme die Stadt über Facebook Privatnachrichten, in denen sie über Missstände informiert werden. Wenn es um persönliche Dinge gehe, bitte Feuerer die Bürger dann, auf E-Mail oder Telefon umzusteigen, damit der Datenschutz gewährleistet ist.

Pressesprecher erhalten Hinweise

Aber auch von sich aus teilen Einwohner der Stadt per E-Mail, Telefon und über die Bürger-App mit, wo es gerade Probleme gibt. „Top Eins Thema waren im Winter ausgefallene Straßenlaternen“, berichtet Feuerer. Danach kamen Hinweise auf verschmutzte und vermüllte Stellen, gefolgt von Meldungen über zerstörte Straßenschilder. „Wir schicken dann jemanden raus, der es kontrolliert“, erklärt Feuerer. So wie früher, als noch die Briefe kamen. „Nur die Quellen haben sich geändert.“

Pressemitteilungen auf Facebook

In Gernsbach ist das ähnlich. Auch hier gehen mittlerweile viele Hinweise von Bürgern per E-Mail ein, berichtet Petra Rheinschmidt-Bender von der Pressestelle. In Facebook ist die Stadt ebenfalls aktiv, dort posten sie Veranstaltungen und Pressemitteilungen.  „Die verlinken wir immer zu unseren ausführlichen Texten auf unserer Webseite“, erklärt Rheinschmidt-Bender.

Rückmeldung in Form von Fotos

In Facebookgruppen sei die Stadt nicht aktiv. Es gebe zwar auch Anfragen in Facebook, das halte sich aber in Grenzen. So wurde beispielsweise gefragt, ob die Stadt Wohnungen vermiete. Sehr viele Rückmeldungen kamen dagegen zum Jubiläumsfest. Viele Menschen hätten Bilder gepostet und geschrieben, wie schön sie die Feier fanden. Auch die Stadt postet vermehrt Fotos. „Bilder haben eine größere Bedeutung bekommen“, sagt Rheinschmidt-Bender.

Auf Instagram ist Gernsbach ganz neu unterwegs. „Da stecken wir noch in den Kinderschuhen“, meint Rheinschmidt- Bender. Ziel sei es, die jüngere Generation ebenfalls zu erreichen. Aktuell werde auf diesem Kanal vor allem gezeigt, wie schön Gernsbach sei und was die Stadt zu bieten habe.