Neue Perspektive für die Johanneskirche in Gaggenau-Bad Rotenfels: Der Verein "Gebetshaus Bad Rotenfels" will mit Hilfe der Sparkasse die Kirche samt Gelände kaufen. | Foto: Kocher

Ziel Gebetshaus rückt näher

Sparkasse Baden-Baden Gaggenau hilft beim Kirchenkauf mit

Anzeige

Der Verein „Gebetshaus Bad Rotenfels“ mit Helge Rieger und Achim Rheinschmidt an der Spitze ist seinem Ziel, die evangelische Johanneskirche Bad Rotenfels kaufen und in ein Gebetshaus umwandeln zu dürfen, ein deutliches Stück nähergekommen. Am Stichtag 3. April sagte Jutta Walter, die Vorsitzende des evangelischen Kirchengemeinderats Gaggenau, auf BNN-Nachfrage, dass sie die Meldung über einen gesicherten Finanzierungsplan erhalten habe. Ein Treffen, bei dem alle Unterlagen noch im Detail gesichtet würden, solle bald stattfinden. „Wir haben die erste Etappe“, frohlockte auch Vereinsvorsitzender Helge Rieger. Und: „Die Finanzierung ist gesichert. Wir sind mit Frau Walter in Kontakt.“

Sparkasse gibt Darlehen

Bei dem Finanzierungsinstitut, das über ein Darlehen einen Teil zum beabsichtigten Kirchenkauf beträgt, handelt es sich um die Sparkasse Baden-Baden Gaggenau. Entsprechende BNN-Informationen bestätigte Vorstandsvorsitzender Lothar Volle. „Ich kann bestätigen, dass wir in die Finanzierung eingebunden sind“, so Volle. Auf Details mochte er nicht eingehen, „aber wir haben eine Möglichkeit gefunden, das fachüblich darzustellen“. Generell, so der Sparkassenchef, könne man durchaus auch auf den ersten Blick ungewöhnliche Dinge wie einen Sakralbau finanzieren, „wenn das entsprechende Umfeld gegeben und glaubhaft ist“.

Finanzierungsmix ermöglicht Kauf

Der Verein „Gebetshaus Bad Rotenfels“ hatte wie berichtet mit mehreren Kreditinstituten verhandelt. In Gaggenau war immer wieder Skepsis geäußert worden, ob sich überhaupt ein Kreditinstitut finden ließe. Zum einen stehen Umbaukosten im Falle des Kirchenkaufs an; zum anderen wird ein christliches Gebetshaus, das Gläubigen aller Konfessionen offen stehen soll, zunächst einmal kaum Einnahmen erzielen. Indes dürfte der Finanzierungsmix, den der Verein gefunden hat, das Risiko für die Sparkasse ein Stück weit relativieren: Neben dem Bankdarlehen sollen die bereits verbuchten Spenden – nach dem letzten Stand sind es rund 72 000 Euro – sowie zinslose Darlehen der Vereinsmitglieder wie auch monatliche Mitgliedsspenden in das Gesamtpaket einfließen. Als Sicherheit für die Bank dürfte das – nicht eben kleine – Grundstück samt Kindergarten in bester Rotenfelser Lage dienen. „Die Sparkasse macht für uns keine Ausnahme“, sprach Vereinsvorsitzender Rieger von einer üblichen Vorgehensweise bei der Kreditvergabe.

Stillschweigen über Kaufpreis

Die evangelische Kirchengemeinde Gaggenau, die den Verkauf (unter anderem) der Johanneskirche im Zuge ihres Fusionsprozesses beschlossen hatte, hat zu Jahresbeginn den 3. April als Frist ausgerufen: Bis zu diesem Tag müsse der Kaufpreis, über dessen Höhe Stillschweigen vereinbart wurde, vom Verein aufgebracht werden; dann dürfe der Verein die Kirche kaufen und Bauträger kämen nicht zum Zuge, hieß es. Mit der Vorlage des Finanzierungsplans dürfte diese wesentliche Hürde nunmehr übersprungen sein.

Schrittweise zum Gebetshaus

Kann auch der notarielle Kaufvertrag unter Dach und Fach gebracht werden, will der Verein „Gebetshaus Bad Rotenfels“ nach Riegers Worten „schrittweise vorgehen“. Für den Umbau seien zunächst „keine riesigen Summen“ vorgesehen. Vielmehr sollten zunächst die leerstehenden Kindergartenräume als Gebetsraum genutzt werden; hierfür würde sich der Umbauaufwand in Grenzen halten, auch könne teilweise Eigenarbeit eingebracht werden. Erst später wolle man sich dem eigentlichen Kirchenraum (Rieger: „Ein Raum der Möglichkeiten“) zuwenden. Für die Entwicklung eines christlichen Gebetshauses, betonte Rieger, möchte man von Beginn an die örtlichen Kirchengemeinden mit ins Boot holen.

Neues Gemeindehaus geplant

Die fusionierte evangelische Kirchengemeinde Gaggenau benötigt das Geld aus dem Verkauf der Johanneskirche als eigenen Finanzierungsbaustein, weil sie zwischen Markuskirche und Jahnhalle ein neues großes Gemeindehaus bauen möchte. Mit dem Freiburger Architekturbüro MoRe, das den Architektenwettbewerb gewonnen hatte, befinde man sich derzeit in der Detailplanung, so die Kirchengemeinderatsvorsitzende Jutta Walter. Das „alte“ Gemeindehaus werde bald an den Käufer, das Architekturbüro Luft aus Hörden, übergeben.