Einen neuen Eigentümer erhält das evangelische Gemeindehaus in der Gaggenauer Innenstadt: Nach dem Rückzug der Stadt hat das Hördener Architekturbüro Luft zugegriffen.
Einen neuen Eigentümer erhält das evangelische Gemeindehaus in der Gaggenauer Innenstadt: Nach dem Rückzug der Stadt hat das Hördener Architekturbüro Luft zugegriffen. | Foto: Dorscheid

Gaggenau: Überraschende Wende

Stadt kauft jetzt doch nicht das Gemeindehaus

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Überraschende Wende in Sachen evangelisches Gemeindehaus in der Innenstadt  von Gaggenau: Das seitens der Kirchengemeinde zum Verkauf stehende Gebäude wird jetzt doch nicht vom städtischen Eigenbetrieb Stadtwohnung gekauft, obwohl „Einigkeit über wesentliche Eckpunkte des Geschäfts“ (so Stadtkämmerer Andreas Merkel Anfang Oktober) geherrscht hatte. Käufer ist stattdessen das Hördener Architekturbüro Luft; dies sagte jetzt die Vorsitzende des evangelischen Kirchengemeinderats, Jutta Walter, auf BNN-Nachfrage.

Rückzieher vor dem Notartermin

Laut Walter habe der Eigenbetrieb Stadtwohnung eine andere Lösung für seinen Raumbedarf gefunden und sei vor der notariellen Beurkundung vom geplanten Kauf zurückgetreten. Die Stadtverwaltung Gaggenau wollte jetzt gegenüber dieser Zeitung die jüngere Entwicklung nicht kommentieren. Merkel hatte im Oktober von einem Kaufpreis von 475 000 Euro gesprochen und davon, dass das Ober- und Dachgeschoss des Hauses für Wohnzwecke (Vermietungen) genutzt werden solle, das Erdgeschoss als Büro.

Kernsanierung geplant

Für Bürozwecke, und zwar zur eigenen Nutzung, will auch der jetzt feststehende Käufer Luft das Erdgeschoss des Noch-Gemeindehauses nutzen. Das Architekturbüro plant laut Walter zudem eine Kernsanierung des Gebäudes, bestehende Mietverhältnisse würden übernommen. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.

Kirchengemeinde braucht das Geld

Die seit Juni diesen Jahres fusionierte evangelische Kirchengemeinde Gaggenau benötigt Einnahmen aus Immobilienverkäufen, um das geplante neue Gemeindezentrum – das zwischen Markuskirche und Jahnhalle errichtet werden soll – finanzieren zu können. Verkauft werden sollen neben dem Gemeindehaus Amalienbergstraße auch die Johanneskirche in Bad Rotenfels und das Gemeindehaus in Ottenau.
Nicht zum Verkauf stehen die Pfarrhäuser in Gaggenau (neben der Markuskirche) und Ottenau sowie die Radfahrerkirche in Hörden.