Ein neues Gesicht erhält das Sulzbacher Freibad nach der laufenden Saison. Das künftige Edelstahlbecken soll mit 550 Quadratmetern kleiner ausfallen als sein Vorgänger.
Ein neues Gesicht erhält das Sulzbacher Freibad nach der laufenden Saison. Das künftige Edelstahlbecken soll mit 550 Quadratmetern kleiner ausfallen als sein Vorgänger. | Foto: pr

Aus dem Gemeinderat

Sulzbacher Freibad: Finanzierung für den Umbau steht

Anzeige

Die Sanierung des Sulzbacher Freibades hat eine entscheidende Hürde genommen. Am Montag beauftragte der Gaggenauer Gemeinderat die Verwaltung, die Übernahme einer Bürgerschaft in Höhe von 160.000 Euro durch die Stadt vorzubereiten. Den finalen Beschluss will das Gremium in den kommenden Wochen fassen. Damit steht die Finanzierung der rund 1,1 Millionen Euro teuren Baumaßnahme im Sulzbacher Freibad. Sie soll im September beginnen und bis zur kommenden Saison abgeschlossen sein.

Seit mehreren Jahren plant der Schwimmbadverein Sulzbach eine umfassende Sanierung des Beckens mit einer Verkleinerung der Wasserfläche. Durch die Maßnahme soll unter anderem die Durchströmung verbessert werden. Eine Realisierung scheiterte bislang an einer Finanzierungslücke. Mit 470.000 Euro steuert die Stadt Gaggenau den größten Brocken bei, weitere 221 000 Euro fließen aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum nach Sulzbach. Der 800 Mitglieder zählende Schwimmbadverein selbst finanziert das Projekt mit 250.000 Euro.

Stadt übernimmt Bürgerschaft

Zudem wollte er bei der Stadt ein Darlehen in Höhe der verbleibenden 160.000 Euro aufnehmen. Um den Haushalt nicht zu belasten, hatte die Verwaltung stattdessen eine Darlehensaufnahme bei einer Bank vorgeschlagen. Die Stadt will es durch die Übernahme einer Ausfallbürgschaft sichern. Dieser Variante stimmte der Rat nun geschlossen zu.

Becken ist weder technisch noch wirtschaftlich zukunftsfähig.

Vorstandsmitglied Jürgen Kohm hatte bei der Mitgliederversammlung im April von einem „dringenden Sanierungsbedarf“ gesprochen. Derzeit sei das Becken „weder technisch noch wirtschaftlich zukunftsfähig“.

550 Quadratmeter zum Schwimmen

Der Verein hatte mehrere Umbauvarianten vorgestellt und sich mit Blick auf die Betriebskosten und Langlebigkeit für ein Edelstahlbecken ausgesprochen. Mit einer Fläche von 550 Quadratmetern soll es kleiner werden als das bisherige. Auch eine Wasserrutsche und eine neue Sonnenterrasse sind geplant.

Der Schwimmbadverein hat nicht nur Herzblut, sondern auch ökonomischen Sachverstand bewiesen.

Rückenwind gab es aus allen Fraktionen. „Der Schwimmbadverein hat nicht nur Herzblut, sondern auch ökonomischen Sachverstand bewiesen“, würdigte Gerd Pfrommer (SPD) das Engagement der Ehrenamtlichen. Andreas Paul (CDU) betonte die Wichtigkeit des Sulzbacher Bades, „gerade in heißen Sommern wie 2018“. Ähnlich äußerte sich Theo Gehrmann (FDP): „Solange das Waldseebad geschlossen ist, hat Sulzbach auch eine wichtige Rolle als Lückenfüller inne.“ Für Eric Peplau (Grüne) ist die einstimmige Entscheidung des Gemeinderats ein „Zeichen, dass sich Ehrenamt lohnt“.

Pläne für Sulzbacher Freibad

Ursprünglich hatte die Sanierung des Bades bereits im vergangenen September beginnen sollen. Bei der Finanzierung zeigte sich der Schwimmbadverein durchaus kreativ: Im Rahmen einer Beckenpatenschaft können Freunde, Gönner und Sponsoren ab einer Spendensumme von 80 Euro symbolische Quadratmeter im neuen Bad mitfinanzieren und eine Mitgliedschaft im Wert von 300 Euro gewinnen.

Charakter bleibt bestehen

Im Sulzbacher Freibad, das laut Kohm durchschnittlich 16.000 bis 17.500 Besucher im Jahr anzieht, sollen im September die Bagger anrollen. Seine charakteristische, halbrunde Bauform bleibt bestehen. Bei der geplanten Wiedereröffnung zur Saison 2020 wird es Bernstein-Bad heißen.