Elektrisch in die Zukunft: Alternative Antriebe für schwere Lkw sollen helfen, die Klimaschutzziele zu erreichen. Ein B462-Abschnitt im Murgtal wird zu einer Teststrecke. | Foto: dpa

Förderantrag jetzt bewilligt

Teststrecke für Oberleitungs-Lkw im Murgtal

Die B 462 im Murgtal im Abschnitt zwischen Kuppenheim und Gernsbach-Obertsrot wird zu einer Teststrecke für Oberleitungs-Lkw. Das Stuttgarter Verkehrsministerium gab jetzt bekannt, dass ein entsprechender Antrag des Landes vom Bundesumweltministerium in Berlin bewilligt worden ist. Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) übergibt den Bewilligungsbescheid am Montag, 11. September,  in Kuppenheim an den Stuttgarter Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). Dann sollen auch weitere Details bekanntgegeben werden. Nach BNN-Informationen sind der Rastatter Landrat Jürgen Bäuerle und die Bürgermeister der Anliegergemeinden vorab in Stuttgart informiert worden. In den Jahren 2018 und 2019 sollen die Vorbereitungen getroffen werden, ehe ab 2020 für drei Jahre die Hybrid-Lkw im Murgtal fahren.

Dritte Teststrecke insgesamt

Das Murgtal wird bundesweit zur dritten Teststrecke für Hybrid-Lkw auf Straßen. Genehmigt wurden bereits eine Strecke auf der A1 zum Lübecker Hafen in Schleswig-Holstein und der A5-Abschnitt zwischen dem Gewerbegebiet Darmstadt/Nord und dem Flughafen in Frankfurt. Das Bundesumweltministerium in Berlin fördert nun auch diesen „eWayBW“ genannten Feldversuch in Baden-Württemberg.

Im Murgtal soll die B 462 zwischen Kuppenheim und Gernsbach-Obertsrot zur Pilotstrecke für Lkw mit alternativem Antrieb werden; auf einem Teil der Strecke müssen dann Oberleitungen installiert werden. Kuppenheim ist Standort gleich mehrerer Logistikfirmen; in Gernsbach sind mehrere Papierfabriken mit einem konstant hohen Zuliefer- und Abholverkehr beheimatet.

Der Bund fördert die Maßnahme

Das Bundesumweltministerium fördert vor dem Hintergrund der Klimaschutzziele der Bundesregierung seit 2010 die Forschung und Entwicklung alternativer Antriebe für schwere Nutzfahrzeuge ab 3,5 Tonnen; nach dessen Angaben stammen etwa 26 Prozent der Klimagasemissionen des Verkehrs allein von dieser Fahrzeuggruppe. Der Oberleitungs-Lkw gilt als ein möglicher Baustein bei der Reduzierung der klimaschädlichen Emissionen.

Mußler begrüßt das Vorhaben

Der Kuppenheimer Bürgermeister Karsten Mußler begrüßt auf BNN-Nachfrage die Einrichtung einer Teststrecke auf der B 462 zwischen Kuppenheim und Gernsbach-Obertsrot für Oberleitungs-Lkw.
Mußler („Ohne Logistik funktioniert Industrie nicht“) spricht von unterschiedlichen Ansätzen, um vor dem Hintergrund zunehmender Verkehre die damit einhergehenden Belastungen zu minimieren. Dies sei zum einen die bestmögliche Nutzung der Bahn für den Güterverkehr; auf der anderen Seite könne mit Blick auf den Straßenverkehr die Elektromobilität zu einem wichtigen Baustein werden. Es sei gut, so Mußler, dass mögliche Varianten – wie auch bald im Murgtal – geprüft würden, um letztlich zu einem Bündel an zukunftsgerichteten Maßnahmen zu kommen. Aus Gernsbach und Gaggenau, den weiteren Anliegergemeinden der künftigen Teststrecke für Oberleitungs-Lkw, war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.