Bei passenden Wetterbedingungen bietet sich den Piloten des Drachen- und Gleitschirmclub Loffenau ein tolles Panorama. Die Startplätze bei der Teufelsmühle sind bei Fliegern aus der Umgebung beliebt. | Foto: Archiv Kraft

Drachen- und Gleitschirmclub

Teufelsflieger heben in Loffenau ab

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Für Drachen- und Gleitschirmflieger ist es nicht leicht, weit voraus zu planen. Eigentlich sollte am 6. und 7. April die Flugsaison am Teufelsberg eröffnet werden. Doch daraus wurde nichts, Wind und Wetter hatten sich gegen die Piloten gewendet. Das Fest wurde abgesagt. „Unser Sport ist stark wetterabhängig“, erklärt Eva Moser, Schriftführerin des Drachen- und Gleitschirmclubs Loffenau (DGL). Wenn der Wind aus der falschen Richtung kommt, ist ein Starten nicht möglich.

Früher, als es lediglich den Startplatz unterhalb des Aussichtsturms gab, konnten die Piloten nur bei Nordwestwind abheben. Seit es den 2016 fertiggestellten Startplatz West gibt, ist auch Fliegen bei Westwind möglich. Die Flugchancen sind mittlerweile also immerhin etwas erhöht.
Das ist in der Umgebung nicht unbemerkt geblieben. Die Zahl der Vereinsmitglieder ist in den letzten zwei Jahren stark gestiegen, erzählt Moser. Knapp 120 aktive Piloten gibt es im Verein, ergänzt durch rund 200 passive Mitglieder.

Windrichtung muss stimmen

Auch wenn es in diesem Jahr keine offizielle Saisoneröffnung gibt, sind die Teufelsflieger, wie sie sich selbst nennen, schon wieder unterwegs. Bei gutem Wetter sind ihre bunten Schirme weithin sichtbar. „Fliegen ist das ganze Jahr über möglich“, erklärt Moser. Um aufzudrehen und sich hoch über die Wälder zu erheben, brauchen die Piloten allerdings warme, aufsteigende Luft.

Nur wenn der Wind aus der richtigen Richtung kommt, können die Teufelsflieger starten. | Foto: DGL

Thermiken sind im Winter selten

Solche sogenannten Thermiken gibt es laut Moser im Winter nur selten. Aus diesem Grund könne man in der kalten Jahreszeit lediglich vom Berg herunter gleiten. In diesem Fall dauere das Flugvergnügen von den Startplätzen von der Teufelsmühle aus etwa sieben bis zehn Minuten, bevor die Piloten unten in Loffenau ankommen.

Manche Flieger schaffen es bis Heidelberg

Im Sommer dagegen können die Drachen- und Gleitschirmflieger stundenlang in der Luft bleiben. Besonders erfahrene Flieger schaffen es Moser zufolge bis nach Heidelberg. Derartig lange Routen müssten aber gut geplant sein. Die Wetterdaten müssen genau studiert und Landeplätze zwischendrin für Notfälle ausgekundschaftet werden. Aber auch ohne Strecke zu machen, können fortgeschrittene Flieger immer wieder in Thermiken aufdrehen und dadurch lange oben bleiben.

Teufelsmühle seit 1977 Startplatz

Dafür sind die Startplätze der Teufelsflieger ebensogut geeignet wie für Anfänger, die nur ins Tal hinabgleiten möchten. Vermutlich ist dies einer der Gründe, warum die seit 1977 als Startberg genutzte Teufelsmühle bei Vereinsmitgliedern und Gästen so beliebt ist. Damit das Fliegen reibungslos klappt, veranstaltet der DGL regelmäßig Platzputzeten. Dann kommen die Piloten zusammen, mähen die Startbahn, entfernen Altholz und überprüfen, ob Bäume ungünstig in die Startbahn hineinragen. Immerhin dafür muss der Wind nicht aus einer bestimmten Richtung kommen.