Gratulation für den neu gewählten Landrat: Toni Huber griff zum Taktstock, als ihm der Musikverein Weisenbach am Wahltag ein Ständchen in der Reithalle darbrachte. Huber ist am Dienstag zum Nachfolger von Jürgen Bäuerle gewählt worden, seinen Dienst im Landratsamt Rastatt tritt er Anfang Mai an.

Neuer Landrat

Toni Huber: Nach der Wahl ist vor der Wahl

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Am Morgen danach steht im Rathaus Weisenbach das Telefon nicht still. Zahlreiche Gratulanten wollen Bürgermeister Toni Huber für seine Wahl zum Landrat persönlich beglückwünschen.
Glückwünsche besonderer Art hat es bereits am Wahltag in Rastatt gegeben: Der Musikverein Weisenbach überraschte den zukünftigen ersten Mann des Landkreises Rastatt mit einem Ständchen. Am Mittwoch wurde dann im Weisenbacher Rathaus im Kreise der Verwaltungsbediensteten angestoßen. „Wir geben ihn ungern her“, schmunzelt Hauptamtsleiter Wolfgang Wörner im BNN-Gespräch. Zum 1. Mai wird Huber sein neues Amt antreten.

Ständchen vom Musikverein

Gleichwohl hat der Hauptamtsleiter das Szenario eines Wechsels von Toni Huber ins Landratsamt schon frühzeitig in die Planungen für die Gemeinde Weisenbach einbezogen, schließlich galt der 54-jährige Huber durchaus als Favorit. Insofern steht bereits der vorläufige „Fahrplan“ zur Neubesetzung des Bürgermeisteramts, der mit den beiden Gemeinderatsfraktionen abgestimmt worden ist und in der turnusmäßigen Gemeinderatssitzung am Donnerstag, 28. März, festgezurrt werden soll. Vorgesehen ist, die Stelle am Freitag, 5. April, im Staatsanzeiger Baden-Württemberg öffentlich auszuschreiben.

Heute freuen wir uns – morgen weinen wir.

Eine Verwaltungsmitarbeiterin in Weisenbach zur Wahl von Huber, der auch im Rathaus sehr beliebt ist. 

Neuer Bürgermeister soll am 30. Juni gewählt werden

Die Bewerbungsfrist würde dann am Montag, 8. April, beginnen. Die Wahl ist für Sonntag, 30. Juni, vorgesehen. Bei der Terminierung habe man Rücksicht auf die Pfingstferien (8. bis 23. Juni) und die Jubiläumsfeste in der Gemeinde genommen.

Wir geben ihn ungern her.

Hauptamtsleiter Wolfgang Wörner über Toni Huber

Eine Zusammenlegung der Bürgermeisterwahl mit der Kommunal- und Europawahl am 26. Mai scheidet aus rechtlichen Gründen aus: Zwischen der Ausschreibung der Stelle (voraussichtlich am 5. April) und dem eigentlichen Wahltermin müssen mindestens zwei Monate liegen. Die Frage wird sein, ob das frei werdende Spitzenamt in Weisenbach mehrere qualifizierte Bewerber anlocken wird.

Hubers erste Wahl zum Bürgermeister Weisenbach erfolgte 1993. Das Bild zeigt ihn mit Gattin Silke (Heirat 1994) und Amtsvorgänger Gerhard Feist. | Foto: Götz

Denn eine Wahl im Sinne von Auswahl hat es dort letztmals im November 1993 gegeben: Damals setzte sich der aus Forst bei Bruchsal stammende Toni Huber im zweiten Wahlgang gegen vier Mitbewerber durch; bei seinen Wiederwahlen 2001, 2009 und 2017 blieb er ohne Gegenkandidat. Die 97,4 Prozent Zustimmung, die Huber am Wahltag im September 2017 für seine vierte Amtszeit erfahren durfte, gehört in die Kategorie „Traumergebnis“.

Das Rathausteam prostete Toni Huber am Mittwoch zu. Am ersten Arbeitstag nach seiner Wahl stand im Rathaus Weisenbach das Telefon nicht still. | Foto: pr

Wird es einheimische Bewerber geben? „Das kann ich nicht sagen“, sagt Walter Wörner. Er selbst sei übrigens auch schon gefragt worden, sagt er, winkt aber sogleich ab („Ich werde im Juli 60, da habe ich eine andere Lebensplanung“).