Auf dem Kaltenbronn verteilen sich die Besucherströme gut. So soll es nach dem Wunsch des Reichentaler Ortschaftsrates bleiben. | Foto: dpa

In Gernsbach-Reichental

Tourismus auf dem Kaltenbronn: Ortschaftsrat diskutiert Zukunftskonzept

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Die wilde Natur auf dem Kaltenbronn mit seiner Hochmoorlandschaft ist mit 400.000 Besuchern jährlich ein beliebtes Ausflugsziel. Wie die Zukunft dieses Natur-Erlebnisraums nachhaltig gestaltet werden kann, war die zentrale Fragestellung des Anfang dieses Jahres in Auftrag gegebenen Weiterentwicklungskonzepts Kaltenbronn. 

Von unserer Mitarbeiterin Susanne Dürr

Bevor der Masterplan Kaltenbronn in der Gemeinderatssitzung am 20. November den Räten zur Kenntnisnahme vorgestellt wird, erläuterte Hauptamtsleiter Thomas Lachnicht das Vorhaben im Ortschaftsrat Gernsbach-Reichental.

Der Neubau eines Naturpark-Hauses mit Ausstellungen zu den Leitthemen Nachhaltigkeit und Klimaschutz sowie eines Naturpark-Shops mit regionalen Produkten als Weiterentwicklung des zwölf Jahre alten Infozentrums ist das Herzstück der Planung. Daneben soll der Kaltenbronn als Natur-Erlebnisraum mit Indoor- und Outdoor Aktivangeboten weiterentwickelt werden. Ein Ausbau des gastronomischen Angebots und der Übernachtungsmöglichkeiten ist ebenfalls denkbar.

200.000 Euro Kosten für Einrichtung einer Projektleitstelle

Bis zum Jahresende will der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord beim Land Baden-Württemberg die Einrichtung einer Projektleitstelle beantragen. Die Kosten dafür werden auf 200.000 Euro beziffert. Die Projektleitung soll für die Dauer von zwei Jahren Umsetzungsmöglichkeiten prüfen und weitere Mittel akquirieren.

„Wir sind hier in einer vorteilhaften Situation, wir werden angehört, dürfen mitbestimmen und müssen nicht planen, der Naturpark hat die Fördergelder beantragt, es entstehen hier keine Kosten“, führte der Ortsvorsteher Guido Wieland aus.

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Tourismus ja – aber bitte nicht zu viel

Die Grundidee sei es, nicht noch mehr Touristen anzulocken, sondern ein noch besseres Angebot zu machen – und das alles unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit: „einen zweiten Mummelsee werde es hier nicht geben“, betonte Wieland mit Blick in Richtung Süden.

Der Bereich rund um den Mummelsee ist insbesondere am Wochenende oft stark überlaufen. Entlang der B500 zieht sich dann die Blechlawine der Autofahrer. Auch deshalb gelte es, noch den ÖPNV zu stärken, um die Parksituation zu entlasten.

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„Masterplan“ einstimmig befürwortet

Ferner werde aktuell noch diskutiert, wie die Wasser- und Abwasserversorgung, die derzeit noch vom Land übernommen wird, das sich davon lösen will, neu geregelt werden könne. Als Projekt mit Charme, das Reichental aus dem „Dornröschenschlaf“ über „Mitnahmeeffekte“ wecken könne, werteten Udo Jantezki (BVR/SPD) und Andreas Kozlevcar (BVG/SPD) den einstimmig befürworteten Masterplan.

Einhellige Zustimmung erhielten in diesem Zusammenhang auch die weiteren drei Tagesordnungspunkte. Dazu gehört die Einleitung eines Verfahren zur Aufstellung des Bebauungsplans Kaltenbronn im Geltungsbereich des ausgewiesenen Lageplans.

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Hier wird das Ziel verfolgt, den Natur-Erlebnisraum Kaltenbronn unter der Berücksichtigung der Umwandlung des Infozentrums Kaltenbronn zum Naturparkhaus weiterzuentwickeln, sowie Entwicklungsmöglichkeiten für den vorhandenen Gastronomie- und Hotelbetrieb aufzuzeigen und sicherzustellen.

Um sich für den Verkaufsfall die erforderliche Fläche zu sichern, sieht eine weitere zu treffende Beschlussfassung den Erlass einer Satzung für ein besonderes Vorkaufsrecht der Stadt im Geltungsbereich des Bebauungsplans vor. Da die vorhandene Bebauung im Flächennutzungsplan als Bestandsbebauung im Außenbereich ausgewiesen ist, erfordert dies eine Änderung in der Fortschreibung des Flächennutzungsplans der Verwaltungsgemeinschaft Gernsbach/Loffenau/Weisenbach.